Internationaler Kongress in Nairobi

Mehr Einsatz für die Familie in Afrika gefordert

Christine du Coudray, Leiterin der Afrika-Abteilung

Christine du Coudray, Leiterin der Afrika-Abteilung in unserem Hilfswerk

Christine du Coudray, Leiterin der Afrika-Abteilung in unserer Internationalen Zentrale in Königstein im Taunus, hat nach ihrer Rückkehr von einer Afrika-Reise die Industrienationen aufgefordert, mehr für die Familie und den Schutz des Lebens in Afrika zu tun.

Das Hilfswerk sei in seinem Einsatz für eine “Kultur des Lebens” auf diesem Kontinent nahezu allein, beklagt sie. Viele Organisationen propagierten in Afrika westliche Konzepte der Familie, die nicht mehr auf einer Gemeinschaft von Mann, Frau und Kindern beruhen.

So würden sie auch für künstliche Empfängnisverhütung, Abtreibung sowie Kondome als Lösung gegen die Ausbreitung von AIDS werben.  “Die Afrikaner empfinden diese Ideen als fremd. Sie verstehen sofort, dass dies keine Kultur des Lebens, sondern eine Kultur des Todes ist”, erläutert Frau du Coudray.

Der Kongress der “Africa Family Life Federation” (AFLF) in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, an dem du Coudray sowie unser Generalsekretär Pierre-Marie Morel teilnahmen, habe deutlich gezeigt, mit wie viel Fachkenntnis afrikanische Experten der unterschiedlichen Disziplinen sich für die Bildung gesunder Familien engagieren.

Sitzung beim Kongress der AFLF in Nairobi.

Sitzung beim Kongress der AFLF in Nairobi.

Unter den über 100 Teilnehmer aus siebzehn afrikanischen Ländern waren Ärzte verschiedener Fachrichtungen, Theologen, Priester, im pastoralen Dienst tätige Laien und Ordensfrauen. Die “Africa Family Life Federation”, die seit ihrer Gründung vor acht Jahren von unserem Hilfswerk unterstützt wird, sei durch eine Bündelung der Kräfte und Fachkompetenzen in der Lage, dort etwas zu erreichen, wo einzelne Gruppen dazu nicht imstande seien.

Die Arbeit der AFLF stehe dabei auf zwei Säulen, erläutert Frau du Coudray das Konzept. Die erste sei eine umfassende Familienpastoral, die zweite bestehe in einer Hilfestellung für Paare in ihrem konkreten alltäglichen Leben, wobei besonderer Wert auf natürliche Familienplanung gelegt werde. Das wichtigste sei dabei, die Ausbildung derer zu unterstützen, die andere ausbilden, betont du Coudray. “Wir können für dieses wertvolle und wichtige Anliegen nie genug tun”, fügt sie hinzu.

“Zukunft der Menschheit liegt in der Familie”

Mit Unterstützung durch unser Hilfswerk werde bald ein Handbuch über die christliche Ehe erscheinen, das in zahlreichen afrikanischen Ländern in der Familienpastoral verwendet werden wird. “Ich glaube, es gibt nichts Wichtigeres, als sich für die Familie einzusetzen. Das ist die Grundlage für alles andere: Für eine gesunde, stabile Gesellschaft, für Priesterberufungen und für die Zukunft der Menschheit insgesamt”, so unsere Afrika-Expertin. Ihrer Ansicht nach könnten die Menschen in Afrika könnten dem Westen zeigen, dass die Zukunft der Menschheit in der Familie liege.

In der Demokratischen Republik Kongo unterstützen wir die Ausbildung von Familienberatern.

In der Demokratischen Republik Kongo unterstützen wir die Ausbildung von Familienberatern.

Unser Hilfswerk zählt den Schutz des Lebens und der Familie zu seinen wichtigsten Aufgaben. Der Gründer der Organisation, Pater Werenfried van Straaten, hat bis zu seinem Tod im Jahr 2003 wiederholt dazu aufgerufen, der Tötung des ungeborenen Lebens ein Ende zu bereiten.

KIRCHE IN NOT unterstützt zahlreiche Projekte zugunsten des Lebensschutzes sowie Initiativen, die die Familie bewahren sollen. Ebenso setzt sich unser Hilfswerk vor allem in Afrika für eine AIDS-Prävention ein, die darauf ausgerichtet ist, Jugendliche zu Enthaltsamkeit und ehelicher Treue zu erziehen.

10.Dez 2008 12:04 · aktualisiert: 2.Mai 2016 20:48
KIN / Administrator