Sonderaktion von KIRCHE IN NOT

Amberg: 50 Glaubenspakete für die Seelsorge im Gefängnis

Diakon der JVA freut sich auf die Arbeit mit unserer “Grundausstattung”

Alfons Eiber, Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt in Amberg / Oberpfalz.

Alfons Eiber, Seelsorger der Justizvollzugsanstalt in Amberg / Oberpfalz.

“Ich wollte mich den Menschen widmen, die das Gute nicht erfahren haben. So bin ich vor 23 Jahren in die Justizvollzugsanstalt Amberg gekommen”, so der Diakon. Bis zu sechshundert Männern können in dem Gefängnis in der oberpfälzischen Stadt inhaftiert werden.

Für sie möchte Eiber da sein, auch wenn im Alltag Enttäuschungen nicht ausbleiben. “Die Insassen brauchen meine Hilfe. Nach außen mögen sie den Eindruck erwecken, groß und stark zu sein. Doch das täuscht. Auch sie haben Schwächen und brauchen Zuwendung”, sagt der Vater von drei Kindern. Gefragt nach seiner Aufgabe, antwortet der Diakon mit einem Vergleich: “Mich erinnern die Menschen in der Anstalt an Kakteen: Sie zeigen zuerst die Stacheln. Mit etwas Liebe und Zuwendung können sie aber auch wunderschöne Blüten treiben.”

Das Angebot, ihn aufzusuchen, wird von den Gefangenen gerne angenommen. An einem normalen Werktag kommen bis zu einem Dutzend Gefangene zu einem Gepräch mit dem katholischen Seelsorger. Nur darauf zu warten, dass die Gefangenen auf ihn zugehen, ist ihm aber zu wenig. Deswegen sucht er die Inhaftierten auch selbst in ihren Zellen auf.

Wichtig sei für ihn dabei die Zusammenarbeit mit den Justizbeamten. Diese geben ihm Hinweise, wem es nicht so gut gehe oder wer Hilfe brauche. “Überhaupt hängt sehr vieles bei meiner Arbeit von den Stationsbeamten ab. Sie können mich besonders mit ihrem Lebenszeugnis und ihrer persönlichen Zuwendung unterstützen.”

Vor der Justizvollzugsanstalt übergab unser Mitarbeiter Florian Ripka (rechts) die Glaubenspakete an Alfons Eiber.

Vor der Justizvollzugsanstalt übergab unser Mitarbeiter Florian Ripka (rechts) die Glaubenspakete an Alfons Eiber.

Rund die Hälfte aller Gefangenen ist katholisch. Zum sonntäglichen Gottesdienst kommen aber nur etwa vierzig Männer. Diakon Eiber ist sich dessen bewusst, dass nicht nur der Glaube eine Rolle für den Kirchenbesuch spielt: “Einige kommen, weil es eine Möglichkeit ist, aus der Zelle herauszugehen, oder sie jemanden treffen, den sie sonst nicht sehen können. Aber es kann immer etwas in den Menschen geschehen. Das Gute ist ja vorhanden, man muss es nur wecken.”

“Damit kann ich sehr viel Gutes tun”

Eiber kann auf viele Jahre Erfahrungen in der Gefängnisseelsorge zurückblicken. Im Laufe der Zeit hat er gelernt, andere zur Mitarbeit für seine Anliegen zu gewinnen. Auch fehle es nicht an Unterstützung außerhalb der Mauern, sagt er. Unser Hilfswerk hat dem Diakon fünfzig Glaubenspakete für seine Arbeit überreicht. Wohltäter sind für die Unkosten aufgekommen. “Damit kann ich sehr viel Gutes tun”, erklärt der 58-Jährige.

In der Bibelstunde möchte Eiber mit dem Neuen Testament und dem Kleinen Katechismus “ICH GLAUBE” einen Zugang zu Gott und zum Glauben schaffen. Es sei auch möglich, dass diese Bücher mit in die Zelle genommen werden können.

Der gesamte Inhalt des Glaubenspakets kann jedoch nicht übereicht werden. Aus Sicherheitsgründen werden die Kerzen in der Anstaltskirche aufgestellt und angezündet. Wer hingegen entlassen werde, könnte nach Aussage des Seelsorgers ein Glaubenspaket als Start in ein neues, christlich geprägtes Leben geschenkt bekommen.

Diese Gegenstände sind alle im Glaubenspaket enthalten.

Diese Gegenstände sind im Glaubenspaket enthalten.

Für den Katholiken Alfons Eiber ist es eine Selbstverständlichkeit, dass jeder Häftling, der es wünscht, ein Kreuz in seiner Zelle aufhängen darf. Diese Möglichkeit werde sehr wohl angenommen. Im Glaubenspaket ist auch ein Bronzekreuz enthalten. Selbst Nichtchristen fragen nach den Hintergründen des Kreuzes.

“Nimmt ein Gefangener seinen Glauben Ernst, dann ist das Kreuz auch im Gefängnis seine Lebensmitte. Darum bekommt er nach seiner Entlassung ein Kreuz, das ihn stets erinnern soll, sein Leben mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn zu leben. Wer das immer wieder ernsthaft versucht, findet sein erfülltes Leben in Freiheit”, sagt der Diakon.

Dass Inhaftierte durchaus ideenreich sind, hat der Seelsorger in seiner langen Anstaltszeit schon vielfach erlebt. Aus den Perlen eines Rosenkranzes sei beispielsweise eine Schmuckkassette gebastelt worden. Wer ihn heute darum bittet, einen Rosenkranz geschenkt zu bekommen, mit dem spricht der Diakon zuerst einmal das Gebet zu Maria: “Da scheiden sich schnell die echten von den unechten Geistern.”

Ein eigens gegründeter Gefangenenchor

Selbst bei der Bibel muss Eiber vorsichtig sein. Aus den dünnen Buchseiten ließe sich sehr einfach Zigarette drehen. Deswegen erlebt der Diakon seine Tätigkeit im Gefängnis auch als eine Gratwanderung: Einerseits möchte er zu den Inhaftierten Offenheit, Verständnis, Menschennähe und Vertrauen pflegen. Andererseits liegt  ihm daran, das Heilige zu schützen.

Zu Weihnachten wird ein eigens gegründeter Gefangenenchor singen: “Die Jungs sind richtig stolz, vorne zu stehen und vor allen anderen zu singen. Und das machen sie auch recht gut”, lobt Alfons Eiber. Auch sonst versucht er, die Insassen in den Gottesdienst einzubinden. So können sie eine Fürbitte vortragen oder für einen Verwandten oder Verstorbenen eine Kerze anzünden: “Jeder darf zum Gelingen beitragen.”

Allerdings würden Vorschriften auch die Arbeit des Seelsorgers einschränken, erklärt der Diakon. So dürfen in den Abendstunden keine Andachten gefeiert oder keine Anbetung gehalten werden.

Für die Adventszeit wünscht sich Alfons Eiber, dass die Gefangenen Besuch aus ihrer Heimatpfarrei oder ihrem Wohnort bekommen. Hier könnte das Bibelwort “Ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen” (Mt 25,36) in die Tat umgesetzt werden.

Das Glaubenspaket von KIRCHE IN NOT

In unserem Glaubenspaket haben wir für Sie die wichtigsten Gegenstände für den katholischen Glauben zusammengestellt. Unter anderem finden Sie darin: Neues Testament, Kleiner Katholischer Katechismus “ICH GLAUBE”, Kreuz, Papst-Rosenkranz, Betrachtungen, Grundgebete, Tipps für den Glaubensalltag und vieles mehr.

Neben dieser Grundausstattung ist unser Glaubenspaket in der Zwischenzeit auch in zwei besonderen Ausgaben erhältlich: für Kommunionkinder und für Firmlinge.

So sieht die Ausgabe für Erstkommunionkinder aus.

So sieht die Ausgabe für Kommunionkinder aus.

Für Erstkommunionkinder haben wir die Kinderbibel von KIRCHE IN NOT (“Gott spricht zu seinen Kindern”), die Prayerbox, ein Metallkreuz (8 x 6 cm) und eine Einführung in die Geheimnisse von Kommunion und Eucharistie in kindgerechter Sprache in einer schönen Verpackung zusammengestellt.

Mit dem Kleinen Katholischen Katechismus “ICH GLAUBE”, dem Neuen Testament, Ratschlägen zum konkreten Leben im Glauben und einer Prayerbox können Sie ein passendes Geschenk zur Firmung überreichen.

Priester, Paten, Eltern oder Angehörige suchen oft nach dem passenden Geschenk anlässlich der Sakramentenspendung. Mit den Glaubenspaketen “Erstkommunion” und “Firmung” schenken Sie altersgerecht und günstig immer genau das Richtige.

Diese und weitere Geschenk-Ideen finden Sie auch in unserem Bestelldienst.

11.Dez 2008 10:13 · aktualisiert: 9.Okt 2009 11:20
KIN / W. Rotzsche