Neuer Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche

Hoffnung auf Fortsetzung des Dialogs

Unser Hilfswerk begrüßt die Wahl Kirills zum Moskauer Patriarchen

Patriarch Kirill, der neue Patriarch von Moskau und ganz Russland.

Patriarch Kirill, der neue Patriarch von Moskau und ganz Russland.

Der bisherige Metropolit Kirill von Smolensk und Kaliningrad ist zum neuen Patriarchen von Moskau und ganz Russland gewählt worden. Bis dato war er Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchates und seit dem Tod Patriarch Aleksijs II. der Amtsverweser des Patriarchates.

Unser damaliger Präsident des Werkes, Pater Joaquín Alliende, erklärte, dass KIRCHE IN NOT bereits seit vielen Jahren in einem “fruchtbaren Kontakt” mit dem neuen Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche stehe.

Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Dialog zwischen der Katholischen und der Russisch-Orthodoxen Kirche unter Patriarch Kirill voranschreiten und sich die Zusammenarbeit intensivieren werde, um “gemeinsam den Herausforderungen der heutigen Zeit zu begegnen, vor denen alle Christen stehen”.

Perspektiven zukünftiger Zusammenarbeit

Diesen Wunsch äußerte der neue Patriarch bereits in der Vergangenheit sowohl öffentlich als auch gegenüber unserem Hilfswerk, als er noch Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchates war. Auch der verstorbene Patriarch Aleksij II. sei dieser  Auffassung gewesen, so Alliende.

Noch im vergangenen November war die Leitung unseres Hilfswerks von Metropolit Kirill empfangen worden. Bei dieser Begegnung wurde ausführlich über die Perspektiven der zukünftigen Zusammenarbeit gesprochen.

Patriarch Aleksij II. und Pater Werenfried.

Der im vergangenen Jahr verstorbene Patriarch Aleksij II. und Pater Werenfried.

Joaquín Alliende erläutert, dass eine kirchliche Wahl nicht mit einer weltlichen Wahl vergleichbar sei. Eine Wahl in der Kirche verlaufe zwar ebenfalls nach demokratischen Prinzipien, jedoch gehe es nicht vor allem darum, bloße Mehrheiten zu erlangen, sondern darum “auf das Wehen des Heiligen Geistes zu lauschen und den Willen Gottes zu erspüren”.

Neue Etappe der Geschichte

Die Russisch-Orthodoxe Kirche stehe nach der langen Amtszeit Aleksijs II., der die kirchlichen Strukturen und das geistliche Leben in Russland nach dem Ende der Sowjetunion wieder aufgebaut und zu einer neuen Blüte geführt hatte, vor einer neuen Etappe ihrer Geschichte.

Alliende gratulierte allen russisch-orthodoxen Gläubigen dazu, dass sie nun wieder “einen Vater und Hirten haben”, und wünschte “Seiner Heiligkeit Patriarch Kirill auf die Fürsprache der Seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria den Segen des dreifaltigen Gottes für sein neues Amt”.

Pater Werenfried und zwei Ordensschwestern beten vor dem Kreml in Moskau den Rosenkranz.

Pater Werenfried und zwei Ordensschwestern beten vor dem Kreml in Moskau den Rosenkranz.

Das Hilfswerk unterstützt die orthodoxe Kirche in Russland auf Wunsch Papst Johannes Pauls II. seit 1992. Papst Benedikt XVI. hatte 2007 in einer Privataudienz von Vertretern von KIRCHE IN NOT für ihren Einsatz für den Dialog mit der Russisch-Orthodoxen Kirche gedankt und darin bestärkt, diesen Weg weiter zu gehen.

Der am 5. Dezember 2008 verstorbene Patriarch Aleksij II. hatte den Einsatz des Werkes für den Dialog mit der Russisch-Orthodoxen Kirche persönlich gesegnet und diesen Segen im Laufe der sechzehnjährigen Zusammenarbeit mit unserem Hilfswerk immer wieder bestätigt.

28.Jan 2009 17:34 · aktualisiert: 30.Mai 2012 12:25
KIN / S. Stein