Uruguay: Schweigen und Hoffnung

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Die Karmelitinnen in Montevideo.

Die Karmelitinnen in Montevideo.

“Mit großer Freude und Dankbarkeit…” Überschwänglich beginnt Anabel Méndez ihren Brief. Sie ist Priorin der unbeschuhten Karmelitinnen vom Kloster “Unserer lieben Frau vom Schweigen und der Hoffnung” in Uruguays Hauptstadt Montevideo.

Die Ordensfrauen leben nach der Regel ihrer Gründerin, Theresa von Avila, der heilig gesprochenen spanischen Mystikerin. Mag der Name des Klosters altertümlich klingen, so ist er für die Frauen doch ein Ansporn und ebenso zeitlos wie die Überzeugung der Karmelitinnen, dass ihr Leben ein Dienst ist – und ihr Lohn die Armut.

Auch wenn sie nur noch sechs Schwestern sind, so fehlt ihnen oft das Nötigste, etwa Geld, um die Gesundheitsversorgung aller Schwestern im Konvent zu sichern. Dabei sind die sechs Frauen älter als fünfzig Jahre alt; die älteste sogar 88. Ihr Einkommen, das sie durch Näharbeiten für ein Krankenhaus sowie den Druck von Büchern und Broschüren verdienen, reicht nicht aus, um alle Ausgaben zu decken.

Krankenkassenbeiträge sind zu hoch

Ihre Krankenkassenbeiträge können die Ordensschwestern allein nicht aufbringen, obwohl sie sich einer Krankenversicherung katholischer Arbeitnehmer angeschlossen haben, die von ihnen geringere Abgaben verlangt als von den übrigen Versicherten. Dank dieser Regelung können sich die Nonnen die Gesundheitsvorsorge überhaupt leisten, denn der Staat achtet die besondere Stellung von Ordensleuten nicht.

“Ihre Unterstützung haben wir Dank der Hilfe Ihrer Wohltäter erhalten”, fährt die Priorin in ihrem Brief an uns fort. Damit könnten die Beiträge eines Jahres bestritten werden.

Aufnahme einer Schwester in die Ordensgemeinschaft.

Aufnahme einer Schwester in die Ordensgemeinschaft.

Die besondere Sorge der Karmelitinnen in Montevideo gilt den “zerstörten Familien”, wie es Schwester Maria vom Kinde Jesu formuliert. In Uruguay leiden viele unter der anhaltenden Wirtschaftskrise. Rund ein Viertel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die Kriminalität ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Die 88-jährige Schwester Maria vom Kinde Jesu ist die älteste der sechs Ordensfrauen.

Karmelitinnen führen ein zurückgezogenes Leben

Sie schreibt weiter: “Heute brauchen die Menschen Ohren, die bereit sind, ihre Sorgen zu hören. Sie bitten uns, für ihre Anliegen zu beten, die sie uns anvertrauen.”
Obwohl die Karmelitinnen in Montevideo in der Öffentlichkeit kaum in Erscheinung treten, weil sie ganz bewusst ein zurückgezogenes, beschauliches Leben führen, werden sie von vielen aufgesucht, die sie um ihr Gebet bitten.

Eine Karmelitin arbeitet an der Druckmaschine.

Eine Karmelitin arbeitet an der Druckmaschine.

Täglich kommen die Frauen zusammen und beten für die Sorgen, Wünsche und Anliegen von Frauen und Männer, Kindern, Jugendlichen, Alten, Arbeitslosen und Erwerbstätigen. In ihrer ganz der Kontemplation, der Beschaulichkeit gewidmeten Lebensweise folgen die Frauen dabei einer jahrhundertealten Tradition, die wirksamer ist als es – oberflächlich betrachtet – scheint.

Das bestätigt Schwester Maria Guadalupe vom heiligen Josef, die zu den ersten Karmelitinnen gehört, die den Konvent von Montevideo 1981 gründeten.

Zwar weiß sie, dass viele Menschen ihre Lebensweise nicht verstehen oder ihr mit Skepsis begegnen, doch sie schreibt: “In diesem Jahr feiere ich mein 50. Ordensjubiläum. Für das Geschenk dieser Berufung bin ich dankbar, weil es eine Sendung für alle ist, die irgendwo auf der Welt die Hilfe des Gebetes und des Opfers brauchen.”

KIN / S. Stein