Guinea: Die Wunder des Pater Stefan

Einblick in die Arbeit eines Paters in dem westafrikanischen Land

Pater Stefan vor einem seiner Einrichtungen in Guinea.

Pater Stefan vor einer seiner Einrichtungen in Guinea.

“Ich weiß nicht, wie ich mich bedanken kann, für alles, was Ihr für unsere armen Kinder macht.” Pater Stefan im westafrikanischen Land Guinea ist dankbar und erlebt doch täglich Situationen, die unsere Hilfe bescheiden aussehen lässt.

In seinem Waisenhaus in Gouéké hat er 350 Kinder, die von ihm wenigstens ein Stück Brot erwarten, das er oft nicht hat. Hinzu kommen acht weitere Heime in drei verschiedenen Städten für die Straßenkinder, die ihre Probleme mitbringen, nicht selten Drogen.

Und dann sind da die verlassenen Frauen, “jeden Tag [stehen] dreißig vor der Tür”, von denen “wir aber nur zwei oder drei jeden Tag retten können. Wir nehmen die Ärmsten. Wenn eine Frau Ohrringe hat oder die Kinder Sandalen tragen oder wenn sie eine Taschenlampe hat, dann ist sie reich und bekommt nichts.”

Auch junge Leute, Lehrlinge klopfen an seine Tür. “Sie haben zum Teil zehn Jahre bei ihrem Meister gearbeitet – ohne Lohn, oft auch ohne Essen.”

“Wir sind ihre Familie”

Und doch sieht Pater Stefan immer wieder das Wunder des Heils. Die meisten der Straßenkinder gehen später in die Schule und arbeiten gut. “Einige, die wir vor 15 Jahren gefunden haben, sind noch heute dankbar und kommen zu Besuch. Wir sind ihre Familie.”

Wunder gibt es auch bei den verlassenen Frauen. “Von 800 Frauen, denen wir geholfen haben, kommen 500 nicht mehr zurück, das heißt, es ist gelungen, ihnen beim Start in ein neues Leben zu helfen.“ Den Lehrlingen “geben wir Werkzeuge, damit sie unabhängig arbeiten können, oder sie arbeiten eine Zeit lang bei uns und machen sich dann selbstständig”.

Schwester Pauline kümmert sich um arme Kinder in Guinea.

Schwester Pauline kümmert sich in Guinea um Waisenkinder.

Bei den Waisenkindern wird das Wunder greifbar. Die kleinsten sind Babys aus dem Süden des Landes. Dort lebt ein Stamm, der die Kinder, deren Mutter bei der Geburt gestorben ist, lebendig mit der Mutter begräbt. “Sie glauben, das Kind habe die Mutter getötet und werde immer Unglück über die Familie bringen”, erklärt Pater Stefan. 35 solcher Kinder leben im Waisenhaus von Gouéké, ihr Leben ist wie ein wachsendes Wunder.

Lesenlernen mit unserer Kinderbibel

Sie werden wie die anderen Kinder bald lesen können, was Pater Stefan beseelt. “Gott spricht zu seinen Kindern” heißt unsere Kinderbibel; mit ihr lernen sie Lesen und Schreiben. Dabei ist nur jedes fünfte Kind christlich getauft. “Achtzig Prozent unserer Schulkinder sind Muslime, und doch haben alle ein Exemplar der Kinderbibel gewollt”, schreibt Pater Stefan in seinem Dankbrief für die Pakete neuer Bibeln.

Sie werden die Kinder und später deren Familien durch das Leben begleiten. Es ist ein Buch für alle Fälle. In der Familie, in der Schule und in der Katechese wird es gebraucht und auch in Krankenhäusern, Altenheimen, im Gefängnis und in der Militärseelsorge. Pater Stefan weiß nicht, wie er sich bedanken kann: “Gott allein kann es Euch vergelten.”

Eins aber lässt er sich durch keine Umstände nehmen: “Ich habe bisher immer noch Zeit gefunden, für Euch zu beten.” Das wird er auch weiterhin tun. Schon damit das Wort Gottes weiter verkündet wird und die Liebe auch woanders Wunder wirken kann.

30.Jan 2009 13:49 · aktualisiert: 30.Jan 2009 14:52
KIN / S. Stein