Festtag am 14. Februar

Cyrill und Method – Patrone Europas

Andacht zu den Heiligen des Ostens von Prof. Dr. Rudolf Grulich

Ikone mit Kyrill und Method.

Ikone mit Kyrill und Method.

Am 14. Februar begeht die katholische Kirche den Festtag der beiden Heiligen Cyrill und Method. Die orthodoxen Kirchen gedenken am selben Tag des heiligen Cyrill alleine, am 11. Mai gemeinsam mit Method. Papst Johannes Paul II. hatte Cyrill und Method 1980 zu “Patronen Europas” ernannt.

Cyrill und Method waren für den Papst eine geistige Brücke zwischen Ost und West, die einen entscheidenden Beitrag zur Bildung Europas leistete, “und zwar nicht nur in der religiösen, christlichen Gemeinschaft, sondern auch für seine gesellschaftliche und kulturelle Einheit”.

An anderer Stelle spricht Johannes Paul II. von den beiden christlichen Grundhaltungen in Ost und West als von den zwei Flügeln einer Lunge, durch die Europa atmet.

Aus Konstantin wurde Cyrill

Cyrill hieß ursprünglich Konstantin. Er wurde um das Jahr 826 geboren und war Priester. Sein zehn Jahre älterer Bruder Method war kaiserlicher Beamter und wurde später Mönch. Anfangs wirkten sie im Auftrag des byzantinischen Kaisers Michael III. bei den Chazaren, einem nomadischen Turkvolk in Zentralasien. Er sandte sie 863 auf Bitten des mährischen Fürsten ins Großmährische Reich, wo sie missionieren sollten. Dazu entwickelten sie eine eigene Schrift, die heute noch genutzt wird. Die cyrillische (kyrillische) Schrift findet man zum Beispiel in Russland, Ukraine, Bulgarien und Serbien.

Er trägt Namen eines Heiligen des Ostens: Kirill, Patriarch von Moskau und ganz Russland.

Er trägt den Namen eines Heiligen des Ostens: Patriarch Kirill von Moskau und ganz Russland.

Da es wegen der slawischen Sprache im Gottesdienst zu Konflikten mit fränkischen und bairischen Bischöfen und Priestern kam, begaben sich die beiden nach Rom, um sich ihre Missionsmethode in der Volkssprache vom Papst bestätigen zu lassen. In Rom wurde Konstantin Mönch und erhielt den Namen Cyrill. Hier starb er im Jahre 869.

Sein Bruder Method wurde zum Bischof geweiht und kehrte nach Mähren zurück. Er wurde von den bairischen Bischöfen verfolgt und sogar eingekerkert. Doch durch eine Intervention des Papstes kam er wieder frei. Bis zu seinem Tod 885 wirkte er in Mähren.

Danach wurden seine Schüler vertrieben und gingen zu den Südslawen, um das Werk Methods weiterzuführen. Trotz der Vertreibung ihrer Schüler lebte das Werk der Slawenapostel weiter.

Missionierung in großen Teilen Europas

Die Mission der Slawenapostel Cyrill und Method fällt in die Zeit des Zerfalls des Reiches Karls des Großen. Ihr Hauptwirkungsgebiet ist Mähren und Pannonien, die alten Hauptdurchzugsgebiete der Völkerwanderung. Seit 863 missionierten Cyrill und Method in Gebieten, die nicht zum Römischen Reich und nicht zum Reich Karls des Großen gehört hatten.

Kapellenschiff "Fürst Wladimir" auf der Wolga.

Kapellenschiff “Fürst Wladimir” auf der Wolga.

Das Zusammenwachsen Europas ist nicht nur vom Reichsgedanken her erfolgt, nicht von der Zugehörigkeit zum byzantinischen oder fränkisch-römischen Imperium, sondern durch Mission und Christianisierung. Dadurch drang die griechisch-römische Kultur zunächst in das Großmährische Reich, später in andere slawische und nichtslawische Reiche.

Mit der unten stehenden  “Andacht zu den Heiligen des Ostens” möchten wir das Bewusstsein um die kulturelle Einheit Europas aus seinen christlichen Wurzeln neu beleben.

Die Andacht wurde verfasst vom Gießener Professor für Kirchengeschichte, Dr. Rudolf Grulich.

In unserer Medienbox finden Sie eine Dokumentation über ein Kapellenschiff in Russland. Dieser Beitrag ist bei uns auch als DVD unentgeltlich erhätlich.

13.Feb 2009 10:34 · aktualisiert: 3.Feb 2015 15:16
KIN / S. Stein