Kuba: Neue Hoffnung für Katholiken?

Regierung genehmigt die Renovierung von vier katholischen Kirchen

Die Kirche "San Jose" (St. Josef) in Güira de Melena.

Die Kirche"San José" (St. Josef) in Güira de Melena im Bezirk Havanna.

Überraschenderweise innerhalb weniger Wochen hat die kubanische Regierung die Renovierung von vier katholischen Kirchen rund um die Hauptstadt Havanna genehmigt. Meist müssen die Gläubigen jahrelang auf eine Entscheidung warten.

KIRCHE IN NOT stellt insgesamt 60 000 Euro für die zum Teil umfangreichen Arbeiten zur Verfügung, ein Drittel davon stammt vom britischen Zweig unseres Hilfswerks.

Die Gläubigen sehen in der schnellen Bearbeitung der Bauanträge einen großen Schritt zur Verbesserung des Verhältnisses von Staat und Kirche.

Ein Beobachter der kirchlichen Entwicklung in Kuba berichtete gegenüber KIRCHE IN NOT, dass sich seit dem Amtsantritt von Raul Castro eine Beziehung zur Kirche entwickelt habe, in der Katholiken und andere Christen nicht gleich als Staatsfeinde angesehen würden. “Es ist zwar noch ein langer Weg, aber diese schnelle Entscheidung gibt Grund zur Hoffnung”, sagte er wörtlich.

Kirchen aus der spanischen Kolonialzeit

Unter den vier Gotteshäusern, die demnächst renoviert werden dürfen, sind einige der ältesten Kirchen des Landes, zum Teil aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie sind klassische Beispiele aus der Zeit, als Kuba noch eine Kolonie Spaniens war.

Für die Bischöfe des Landes sind die Dacharbeiten an der Kirche “San José” (St. Josef) in Güira de Melena vorrangig. Die St.-Josef-von-Lidice-Kapelle muss neu verputzt werden, außerdem braucht sie neue Fenster, Türen und Toiletten. Zudem müssen Kabel neu verlegt werden.

Auch die Kapelle St. Josef von Lidice muss dringend renoviert werden.

Auch die Kapelle St. Josef von Lidice muss dringend renoviert werden.

Die älteste der vier Kirchen, die St.-Franz-Xaver-Kirche, wird komplett umgebaut: das Dach muss neu gedeckt werden, Holzbalken werden erneuert, außerdem erhält sie einen neuen Verputz und Anstrich. Das vierte Gotteshaus, das ebenfalls renoviert wird, ist die Kirche “Unsere Frau von der Wundersamen Medaille” im Bezirk Guanabacoa.

Die meisten Kirchengebäude sind Staatseigentum

Im Februar 2008 eröffnete Vatikan-Staatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone das erste komplett neu errichtete Kirchengebäude in jüngster Zeit: ein Bischofshaus und ein Büro für die Diözese Guantanamo, die vor zehn Jahren eingerichtet wurde.

Nach der Machtübernahme vor 50 Jahren hatte Fidel Castro viele Priester und Gläubige ins Exil geschickt und kirchliche Gebäude beschlagnahmt. Der größte Teil von ihnen ist bis heute in der Hand der kommunistischen Regierung.

Schlagworte:
Bauhilfe · Fidel Castro · Havanna · Kuba · Renovierung
24.Mrz 2009 16:32 · aktualisiert: 24.Mrz 2009 16:56
KIN / S. Stein