Muslimische Fanatiker brennen Kirchen nieder

Bischof Martin Igwe Uzoukwu aus Minna

Fanatische muslimische Jugendliche haben in Nigeria am Ostersonntag drei Kirchen niedergebrannt und über dreißig Christen verletzt. Das berichtet der Leiter der Menschenrechtsorganisation “Katholisches Institut für Entwicklung, Gerechtigkeit, Friede und Caritas” in Enugu, Prälat Obiora Ike, dem weltweiten katholischen Hilfswerk “Kirche in Not” in München.

Eine Gruppe Jugendlicher hat den Angaben zufolge in der zentralnigerianischen Stadt Minna eine Osterprozession mit Macheten und Steinen angegriffen und anschließend Feuer an drei Kirchen gelegt. Erst danach habe die Polizei gemeinsam mit christlichen Jugendlichen die Angreifer stoppen können. Vier muslimische Extremisten seien verhaftet worden.

Obiora Ike fürchtet aber, dass die Angreifer bald wieder auf freien Fuß gesetzt werden könnten. Im Bundesstaat Niger, zu dem Minna gehört, sei vor acht Jahren gegen den Willen der Bevölkerung das islamische Recht, die Scharia, eingesetzt worden. Seitdem habe Ike öfter die Erfahrung gemacht, dass die Scharia solche Fanatiker schütze. Es gebe eine regelrechte “Agenda der Islamisierung” von Seiten der Regierung des Bundesstaates, die von solchen Gewaltakten profitiere, berichtet Ike. Und so vermutet er auch hinter diesem neuen Gewaltakt keine Einzeltat. Vielmehr sei der Angriff von langer Hand geplant gewesen. Dennoch suche die katholische Kirche weiterhin das Gespräch mit der Regierung des Bundesstaates.
Obiora Ike hofft, dass diese Gespräche einen besseren Schutz für die Christen bewirken könnten.

Angolesisches Kind neben einer im Krieg zerstörten Kirche – Foto: Andrzej Polec

Er bittet um Gebet für die Kirche in Nigeria und berichtet, dass die attackierte Gemeinde in Minna nun nur noch stärker an ihrem Glauben festhalte. Die Menschen seien trotz der Angriffe voller Hoffnung, dass eine friedlichere Zukunft möglich sei, sagte Ike gegenüber “Kirche in Not”.

20.Apr 2009 12:53 · aktualisiert: 11.Nov 2013 14:47
KIN / M. Lozano