Bombenexplosion beschädigt Bischofssitz

Erheblicher Sachschaden – Haus wurde durch Spenden von KIRCHE IN NOT erbaut

Durch die Explosion wurden die Fenster im Bischofshaus zerstört.

Durch die Explosion wurden die Fenster im Bischofshaus zerstört.

Eine Bombenexplosion hat in der vergangenen Woche erheblichen Schaden am Bischofssitz in der südwest-kolumbianischen Stadt Guapi verursacht.

Ziel des Anschlags sei eine neben dem Bischofssitz gelegene Zentrale der Nationalpolizei gewesen. Als Täter kämen nach Polizeiangaben verschiedene linksradikale Terrorgruppen in Frage.

Das Bischofhaus von Guapi in Cauca, einem der ärmsten Regierungsbezirke Kolumbiens, war 2004 mit Hilfsgeldern von KIRCHE IN NOT erbaut worden.

Wie der Apostolische Vikar der Diözese, Msgr. Hernan Alvarado, uns berichtete, seien unter anderem die Fenster, Türen und Zwischendecken des Hauses durch die starke Explosion völlig zerstört worden. Auch Teile des Daches sowie die Wasser- und Stromversorgung sind beschädigt worden.

Jahrzehntelanger Konflikt mit vielen Opfern

Der Konflikt zwischen linksradikalen Rebellen und den Streitkräften in Kolumbien dauert schon seit Jahrzehnten an und hat bisher mehr als 200 000 Menschenleben gekostet. Unter den bewaffneten Rebellengruppen zählen die FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) und die ELN (Nationale Befreiungsarmee) zu den bekanntesten. Am 27. Mai jährte sich die Gründung der FARC zum fünfundvierzigsten Mal.

Auch Teile des Dachs wurden beschädigt.

Auch Teile des Dachs wurden beschädigt.

Mittlerweile werden diese linksradikalen Gruppen kaum noch von der Bevölkerung unterstützt. Sie finanzieren sich durch Drogenschmuggel, -anbau und -verkauf, insbesondere von Kokain. Eine andere lukrative Einnahmequelle der Terroristen sind die Lösegelder für die bis zu 3000 Menschen, die jährlich entführt werden.

Blick auf das beschädigte Bischofshaus in Guapi.

Blick auf das beschädigte Bischofshaus in Guapi.

KIN / S. Stein