“Kompendium hilft Chinas Katholiken”

Hongkongs Bischof John Tong Hon ist begeistert vom Dokument zum Papstbrief

John Tong Hon, Bischof von Hongkong.

John Tong Hon, Bischof von Hongkong.

Der neue Bischof von Hongkong, John Tong Hon, hat das kürzlich vom Vatikan herausgegebene Kompendium zum Brief Papst Benedikts XVI. an Chinas Katholiken gelobt.

In einem Brief an KIRCHE IN NOT schreibt Bischof Tong, das erklärende Dokument des Vatikans würde Chinas Katholiken helfen, ihre Streitigkeiten beizulegen und sich hinter dem Papst zu vereinen: hinter einem Papst, der trotz aller Bemühungen der chinesischen Führung nicht zum Schweigen zu bringen sei.

Das Kompendium zeige die große Sorge und Aufmerksamkeit, die der Heilige Vater den chinesischen Gläubigen zuteil werden lasse und sei deshalb unter Chinas Katholiken sehr beliebt.

Bischof Tong, der im April Kardinal Joseph Zen Ze-Kiun als Bischof von Hongkong nachgefolgt ist, schreibt in seinem Brief weiter, dass er diesen erklärenden Leitfaden des Vatikans als Antwort auf die Versuche der chinesischen Regierung sehe, die Verbreitung des Papstbriefs an Chinas Katholiken im Jahr 2007 zu behindern. So sei es in China nicht möglich gewesen, den Brief des Heiligen Vaters im Internet nachzulesen, da die entsprechenden Seiten blockiert worden wären.

Wirkung durch Fehlinterpretationen geschmälert

Beinahe überall auf der Welt könnten sich Katholiken öffentlich treffen, um über Veröffentlichungen des Papstes zu sprechen, doch in China sei das immer noch schwierig. Die Wirkung des Papstbriefes sei seit seinem Erscheinen aber vor allem durch die Fehl-Interpretationen seines Inhalts geschmälert worden. “Manche Leute” hätten aus dem Brief des Papstes nur das gelesen, was sie lesen wollten, kritisiert der Bischof.

Blick in die vollbesetzte Kathedrale in Peking.

Blick in die vollbesetzte Kathedrale in Peking.

Mit dem am 24. Mai herausgegebenen Kompendium sei das nun nur noch schwer möglich, so Bischof Tong weiter. Auch der Stil des erklärenden Dokuments, das nach einem Frage-Antwort-Schema aufgebaut sei, käme der chinesischen Denkweise und Tradition sehr entgegen. Ein solches Schema werde schon von Anfang an in der chinesischen Kirche zur Katechese verwendet.

Der Bischof unterstrich weiter, dass er seit dem Papstbrief im Jahr 2007 viele Schritte der Versöhnung zwischen der offiziellen katholischen Kirche in China und der inoffiziellen so genannten “Untergrundkirche” bemerkt habe. Im Kompendium zum Papstbrief werde betont, dass diese Versöhnung nicht über Nacht vollbracht werden könne.

Dennoch seien weitere Schritte auf eine Einheit hin “dringend notwendig”, müsse man doch “Erfahrungen austauschen und in pastoralen Projekten und Initiativen stärker zusammenarbeiten”.

Unsere Liebe Frau von China. Motiv auf dem Kalender 2009 von KIRCHE IN NOT.

Unsere Liebe Frau von China. Motiv auf dem Kalender 2009 von KIRCHE IN NOT.

Bischof Tong hob weiter hervor, dass der neue Leitfaden zum Papstbrief der chinesischen Ortskirche ausdrücklich erlaube, eine Anerkennung durch den Staat anzustreben, “sofern dies nicht die Verleugnung unveräußerlicher Glaubensprinzipien und der kirchlichen Einheit bedeute.”

Dies sei ihm vor allem deshalb wichtig, weil es seiner Meinung nach Fälle gegeben habe, in denen die “Untergrundkirche” zu schnell die Anerkennung von Seiten des Staates gesucht habe. Manche Führer der “Untergrundkirche” hätten diese Anerkennung ohne den Willen der Gläubigen gesucht. Das habe nur zu noch mehr Spaltungen unter den Katholiken geführt.

Dennoch sollten diese Schwierigkeiten nach Aussage von Bischof Tong nicht “als Entschuldigung missbraucht werden”, um nichts zu tun. Chinas Katholiken müssten lediglich einen Schritt nach dem anderen gehen. Vor allem miteinander Gemeinschaft haben, zusammen beten, miteinander reden und zusammenarbeiten. Das erwarte der Heilige Vater von den Katholiken in China, schrieb Bischof Tong in seinem Brief abschließend.

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Schlagworte:
China · Hongkong · John Tong Hon · Weltgebetstag
5.Jun 2009 16:50 · aktualisiert: 20.Feb 2014 12:08
KIN / S. Stein