Ein lebendiges Zeugnis Christi

Franziskanerinnen in Peru haben großen Zulauf durch junge Aspirantinnen

Die Franziskanerinnen unterhalten auch Heime für Kinder.

Die Franziskanerinnen unterhalten Heime für Kinder.

Die “Franziskanerinnen der Unbefleckten Empfängnis” sind 125 Jahre nach ihrer Gründung der Schwesternorden mit den meisten Berufungen in Peru. Sie haben über 30 Klöster und 37 Einrichtungen, wie etwa Schulen und Heime, und sind inzwischen auch in Kolumbien und Italien präsent.

Durch ihr religiöses Gewand und ihre Gegenwart auf den Straßen sind die insgesamt 556 Schwestern ein lebendiges Zeugnis Christi und gleichzeitig eine offene Einladung, sich der Kirche zu nähern.

In diesem Jahr haben die “Franziskanerinnen der Unbefleckten Empfängnis” dreißig Aspirantinnen aufnehmen können. Nach einem Prozess der Beurteilung und Bewertung durch ihre Ausbilderinnen sind 18 junge Frauen als Postulantinnen zugelassen worden. In den zwei Monaten, die dieser Prozess dauert, denken die Aspirantinnen über ihre Berufung nach.

Persönliche Gespräche bei der Auswahl wichtig

Dabei werden sie von Psychologen, Priestern und Ausbilderinnen des Ordens begleitet, beobachtet und bewertet, aber auch korrigiert, damit sie das Notwendige zum täglichen Zusammenleben lernen. “Eine Berufung ist eine freie Entscheidung, und nicht Folge von Druck”, stellt Schwester María Adelaida, Generaloberin des Ordens, klar.

Sie fügt hinzu, dass manche junge Frau in der Weihe einen Weg sieht, aus der Armut auszubrechen, zu studieren und höheres soziales Ansehen zu erlangen, statt einen wahren Dienst an Gott zu tun. Deshalb sei der Prozess der Beurteilung, der persönlichen Gespräche und der Auswahl bei den Postulantinnen so wichtig.

Chor der Aspirantinnen.

Chor der Aspirantinnen.

Alle Schwestern bekommen eine Hochschulausbildung, meistens in Pädagogik. Unter ihnen gibt es aber auch einige, die ein Verwaltungsstudium absolviert haben; eine weitere hat Rechtswissenschaft studiert und dieses Jahr hat eine Schwester mit dem Architekturstudium begonnen. “Wir respektieren ihre Fähigkeiten, damit sie glücklich werden mit dem, was sie machen, und später mit ihren Gaben den Orden bereichern”, erklärt Schwester Adelaida.

KIRCHE IN NOT unterstützt die Schwestern als einziges Hilfswerk

Ihre Berufsausbildung hilft ihnen, ihre eigene Schwestern-Ausbildung zu finanzieren, denn sie unterrichten an öffentlichen Schulen und bekommen so einen Lohn vom Staat. Trotzdem reicht ihr Beitrag nicht aus, um die Ausbildungskosten völlig zu decken. Momentan sind die Franziskanerinnen für 98 Auszubildende verantwortlich: 18 Postulantinnen, 25 Novizinnen und 55 Juniorinnen.

Im Jahre 2005 wurde die finanzielle Hilfe aus dem Ausland eingestellt. Ein Jahr später lernten sie KIRCHE IN NOT kennen. Wir sind das einzige Hilfswerk, das gegenwärtig die Ausbildung dieser Schwestern unterstützt. “Für uns als Schwesternorden sind diese Kurse ein Geschenk Gottes, denn sie dienen nicht nur unserer Ausbildung, sondern vor allem unserer spirituellen Entwicklung”, versichert die Generaloberin.

Novizinnen der Franziskanerinnen beim Musizieren.

Novizinnen der Franziskanerinnen beim Musizieren.

Unser Hilfswerk unterstützt mit 30 000 Euro die Finanzierung von drei Kursen für 300 Ausbilderinnen, Oberinnen und Schwestern des Ordens in Peru. Für die “Franziskanerinnen der Unbefleckten Empfängnis” ist die Unterstützung durch KIRCHE IN NOT wesentlich, denn durch diese Kurse werden drei fundamentale Aspekte gefördert:

  • Wiederbelebung des Sinns der täglichen Heiligkeit
  • Die Notwendigkeit, ein persönliches Projekt zu haben, das es ihnen ermöglicht, durch Disziplin den Geist zu formen, zur Erreichung eines Zieles.
  • Die Bedeutung der Askese, des Gefühls des Verzichts, für das Wachstum, die innere Stärkung und die Suche nach höheren Werten.

Mit Hinsicht auf diese Ausbildung bemerkt Schwester Adelaida: “Sie ist ein wahrer Frühling des geweihten Lebens gewesen. Dank ihr hat es gegrünt, und es sind neue Berufungen aufgeblüht.”

KIN / S. Stein