Einmal Pizza Magnificat, bitte!

Wie eine Gemeinschaft in Brasilien junge Leute für den Glauben begeistert

Moysés Louro de Azevedo Filho hatte die Idee der etwas anderen Pizzeria.

Moysés Louro de Azevedo Filho hatte die Idee der etwas anderen Pizzeria.

Moysés hält es mit der Bibel – und  mit anderen unverzichtbaren Dingen des Lebens. Dazu gehören die Zukunft und das Essen.

Beides vereinte er in einer Pizza-Bar, auf deren Menü-Karte die Gäste aussuchen können, ob sie eine Pizza Magnificat, eine Pizza Bethanien, eine Pizza Abraham oder auch eine Pizza Maria haben wollen. Alle schmecken köstlich und regen an, nach dem Ursprung der Namen zu fragen.

Die Neugier wird befriedigt, der Durst nach der guten Botschaft fürs erste gestillt. Das ist der Moment, in dem das Herz aufgeht.

Moysés Louro de Azevedo Filho hatte die Idee mit den Bibel-Pizzas, als er im Gebet darüber nachdachte, wie die vielen orientierungslosen Jugendlichen in seiner Heimatstadt Fortaleza im Nordosten Brasiliens zu Christus geführt werden können. Er selbst war ja einer von ihnen.

Der Herr ist persönlich, meint Moysés, er rufe immer beim Namen. Das könne auch mal der Name einer biblischen Gestalt sein, “der Geist weht, wo er will”. Hinter der Bar ist eine Kapelle, viele Gespräche enden in der Stille vor dem Allerheiligsten. Das ist der Moment, da der Friede im Herzen erblüht.

Großer Andrang an der Theke der Pizza-Bar.

Großer Andrang an der Theke der Pizza-Bar.

Das war vor knapp dreißig Jahren. Bald waren sie viele. Moysés und seine Freunde
mussten anfangen zu organisieren. Der Friede wurde zum Erkennungszeichen. Sie
nannten ihre Gemeinschaft “Shalom”.

Heute zählt die geistliche Bewegung mehr als 3000 geweihte Brüder und Schwestern, ein Dutzend Priester, rund 50 Seminaristen, vier Radiostationen, ein Verlagshaus, eine Schule, acht Schulen für Krankenschwestern, zwei Altersheime, vier Zentren für Drogentherapien und 64 Häuser der Evangelisierung.

Fast 12 000 Personen engagieren sich in der Bewegung. Längst ist Shalom über
Brasilien hinausgewachsen. In Europa (Frankreich, Schweiz, Portugal, Großbritannien, Italien, Ungarn), Amerika (Uruguay, Kanada, Chile), Israel und Afrika
(Algerien, Tunesien und Madagaskar) unterhält die als privater Gläubigenverein päpstlichen Rechts anerkannte Gemeinschaft Häuser und Zentren. Anfragen für
Gründungen kommen aus Deutschland, Spanien, Japan, Australien, Neuseeland.

In der Shalom-Gemeinschaft wird viel gesungen.

Ein Chor der Shalom-Gemeinschaft.

Die Mitglieder der Gemeinschaft sehen jungen Leuten wahren Frieden sehen sich als “Menschenfischer”. Dafür bauen sie nicht nur Pizza-Bars. In Fortaleza haben sie einen eigenen Karneval erfunden. Das fünftägige “Halleluja”-Event mit christlicher Musik, Shows, Katechesen, Gottesdiensten und Beichtgelegenheiten vereinte im vergangenen Jahr 650 000 Besucherinnen und Besucher. Der übliche Karneval der Stadt kam dagegen nur auf 200 000.

Moysés berichtet vom Gelobten Land – das ist da, wo Christus ist. Das kann überall sein. Jetzt braucht Shalom ein Zentralhaus. Die vielen Aktivitäten weltweit müssen
organisiert werden. Das ist der Moment, wo der Ruf auch uns ereilt, da auch wir helfen können, den Frieden in die Herzen vieler junger Menschen zu tragen.

6.Jul 2009 13:05 · aktualisiert: 21.Sep 2009 16:29
KIN / S. Stein