Irak: Bombenserie auf Kirchen
Bisher vier Todesopfer und dutzende Verletzte – Große Sachschäden
Die Serie von Bombenanschläge gegen Kirchen im Irak reißt nicht ab. Nach den Detonationen vom Sonntag in Bagdad gab es Montagmorgen (Ortszeit) eine weitere Explosion vor der Kirche “Unsere Frau von Fatima” in Mossul im Nordirak.
Wie der Nachrichtensender CNN auf Berufung eines Vertreters des Innenministeriums berichtet, seien dabei mindestens drei Kinder verletzt worden. Das Kirchengebäude sei stark zerstört. Auch eine nahegelegene Moschee wurde beschädigt.
Weihbischof Sleimon Wardouni aus Bagdad bewertet die Situation für die Christen als ernst. Da die Anschläge auf Kirchen nacheinander erfolgten, könne dies ein Zeichen sein, dass diese wohlüberlegt gewesen seien.
Er trauere insbesondere um zwei Opfer, die vor der Marienkirche in Bagdad ums Leben gekommen seien. “Schäden können repariert werden, aber nicht die Leben der zwei jungen Männer, die aus der Heiligen Messe kamen, in der sie für Frieden gebetet hatten – das ist besonders traurig”, sagte er.
Kirchen und Klöster wurden bedroht
Die Nachrichtenagentur asianews zitiert einen Informanten aus Mossul, der sagte, dass Kirchen und Klöster bedroht worden seien und die Polizei vor neuen Angriffen gewarnt habe. Es wird die Vermutung geäußert, dass die Anschläge mit der bevorstehenden Provinzwahl in der föderativen Region Kurdistan-Irak am 25. Juli zusammenhingen und dass es eine Warnung an die Christen vor der Abstimmung sein soll.
Bei insgesamt sieben Bombenanschlägen auf Kirchen im Irak sind am Sonntagabend mindestens vier Menschen getötet und über vierzig teilweise schwer verletzt worden. Die heftigste Explosion ereignete sich vor der chaldäischen Marienkirche in Bagdad.
Dort detonierte eine Autobombe, als die Christen die Kirche nach der Abendmesse verließen. Dabei wurden nach ersten Angaben vier Menschen getötet und etwa dreißig verletzt.
Bei sechs weiteren Anschlägen auf Kirchen im Großraum Bagdad wurden nach unseren Informationen dutzende weiterer Menschen verletzt, es entstand erheblicher Sachschaden, einige Kirchen brannten aus.
Beteiligung der irakischen Polizei?
Nach ersten Vermutungen der Polizei in Bagdad könnten die Anschläge ein Racheakt für die Messerattacke in Dresden vor knapp zwei Wochen sein, bei der ein Russlanddeutscher eine muslimische ägyptische Staatsangehörige aus ausländerfeindlichen Motiven niedergestochen und tödlich verwundet hatte. Eine von asianews zitierte Quelle schließt diesen Hintergrund allerdings aus.
Der aus Sicherheitsgründen ungenannte Informant schloss dagegen eine Beteiligung der irakischen Polizei nicht aus. Christliche Gebäude seien von Polizisten bewacht, daher sei es sehr unwahrscheinlich, dass jemand in diese Gebäude gehen könne, um dort eine Bombe zu platzieren.
Im Irak leben noch etwas mehr als eine halbe Million Christen. Über 200 000 haben das Land aufgrund der fehlenden Sicherheit bis heute verlassen. Die meisten von ihnen leben immer noch in Flüchtlingslagern in Nachbarländern des Irak.
Papst Benedikt XVI. ist erschüttert über die neue Serie der Gewalt gegen Christen im Irak. Er bete um eine “Bekehrung der Herzen der Gewalttäter”, zitiert die Zeitung “L’Osservatore Romano” aus einer Botschaft des Papstes an den Patriarchen von Bagdad.
Daher bitten wir weiterhin um das Gebet für die irakischen Christen und für ein friedliches Zusammenleben aller Religionen und Volksgruppen im Land.
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- Buch “Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2008”
- Christen im Irak – ihre Ängste und Hoffnungen (Vortrag von Erzbischof Louis Sako beim 5. Pater-Werenfried-Jahresgedenken 2008 in Köln)
- Broschüre “Unterdrückte Christen brauchen unsere Stimme” bestellen oder herunterladen
So können Sie die Christen im Irak unterstützen:
- Hier können Sie einfach und direkt online spenden
- Mess-Stipendien für die Christen im Irak
- Zünden Sie in unserer Virtuellen Kapelle eine Kerze für die Christen im Irak an
Vorträge über das Christentum im Irak:
Unseren Mitarbeiter Berthold Pelster können Sie zu einem Vortrag über das Christentum im Irak für Ihre Pfarrei einladen.
Darin referiert er über Hintergründe und Ursachen von Flucht und Vertreibung im Irak. Außerdem zeigt er den Film “Quo Vadis – Irakischer Exodus”, den Sie auch bei uns bestellen können.
Eine Inhaltsangabe des Vortrags können Sie hier nachlesen. Sie erreichen Herrn Pelster in unserem Büro per E-Mail oder rufen Sie an unter: 089 – 64 24 888-32.






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