Der Glaube in Vietnam wächst

Bischöfe aus dem asiatischen Land zu Gast bei KIRCHE IN NOT

Peter Nguyan Van Nhon, Vorsitzender der vietnamesischen Bischofskonferenz.

Peter Nguyan Van Nhon, Vorsitzender der Vietnamesischen Bischofskonferenz.

Trotz aller Schwierigkeiten wächst der katholische Glaube im kommunistischen Vietnam. Das haben sechs vietnamesische Bischöfe betont, die auf dem Rückweg aus Rom von ihrem Ad-Limina-Besuch bei Papst Benedikt XVI. unsere internationale Zentrale in Königstein im Taunus besucht haben.

Die Bischöfe, die aus verschiedenen Regionen des Landes stammen, berichteten über das vielschichtige Leben und die Bedürfnisse der katholischen Kirche in ihrer Heimat. Übereinstimmend wiesen sie dabei auf den starken Glauben ihrer katholischen Landsleute hin.

Bischof Peter Nguyên Van Nhon von Da Lat, der Vorsitzende der Vietnamesischen Bischofskonferenz, betonte unter anderem die Bedeutung von Kirchengebäuden für die katholische Kirche in Vietnam. Ohne Gotteshäuser könne es nicht nur keine pastorale, seelsorgliche Arbeit geben, sondern das gesamte soziale Leben und Engagement der Gemeinden spiele sich rund um das jeweilige Kirchengebäude ab. Leider verfüge jedoch noch nicht jede Gemeinde über ein eigenes Gotteshaus.

Paul Bui Van Doc von My Tho, der zugleich der Vorsitzende der Glaubenskommission der Vietnamesischen Bischofskonferenz ist, bezeichnete die Evangelisierungsarbeit der Kirche als eine der Prioritäten. Besonders hilfreich sei es, wenn Ordensschwestern mit Motorrollern mobil gemacht werden, so dass sie leichter zu den Gläubigen gelangen können. Hier hilft unser Hilfswerk schon seit vielen Jahren.

Dominikanerschwestern mit ihren Mopeds, die durch Wohltäter von KIRCHE IN NOT ermöglicht wurden.

Dominikanerschwestern mit ihren Motorrollern, die durch Wohltäter von KIRCHE IN NOT ermöglicht wurden.

Bischof Joseph Dang Duc Ngan von Lang Son wies im Zusammenhang mit der Evangelisierung insbesondere auf die Notwendigkeit einer guten Aus- und Fortbildung für Priester, Ordensschwestern und Laien hin.

Der 82-jährige Bischof Paul Marie Cao Dinh Thuyen von Vinh berichtete über die guten Erfahrungen, die seine Diözese mit den mittlerweile bereits 6000 freiwilligen Katecheten mache, die von Priestern und Schwestern, die die Dörfer besuchen, ausgebildet werden. Seine Diözese hat mehr als eine halbe Million Gläubige.

Bischof Thomas Nguyen Van Tan von Vinh Long erklärte, er lege besonderen Wert darauf, die Familien zu stärken und die Eltern dazu zu ermutigen, ihre Kinder zur Katechese und zu den Gottesdiensten zu schicken, da die Kinder und Jugendlichen die Generation seien, die am stärksten von dem gesellschaftlichen Wandel betroffen sei.

Die Delegation aus Vietnam mit Vertretern von KIRCHE IN NOT vor der Zentrale in Königstein im Taunus.

Die Delegation aus Vietnam mit Vertretern von KIRCHE IN NOT vor der Zentrale in Königstein im Taunus.

So wanderten mittlerweile viele junge Leute aus den Dörfern in die Städte ab, um dort Arbeit zu suchen. In den Städten würden manche von ihnen ihre Wurzeln und ihr inneres Gleichgewicht verlieren und “schlechte Sitten” annehmen. Um dem vorzubeugen, müssten gute Grundlagen gelegt werden

Ihm pflichtete Bischof Cosma Hoang Van Dat SJ, von Bac Ninh bei, der in seiner Diözese gute Erfahrungen in der pastoralen Arbeit mit Kindern gemacht habe, so dass viele Kinder nun ihren Familien und Freunden vom Leben Jesu erzählen würden.

Übereinstimmend erklärten die Bischöfe, die Zahl der Berufungen sei in Vietnam nach wie vor hoch. Vietnam wird noch immer kommunistisch regiert und gehört für unser Hilfswerk auch weiterhin zu den Prioritäten in Asien. Wir haben der katholischen Kirche in Vietnam, die rund sechs Millionen Gläubige zählt, im Jahr 2008 mit mehr als 1,06 Millionen Euro geholfen.

16.Jul 2009 09:38 · aktualisiert: 6.Nov 2013 09:50
KIN / S. Stein