Ein neues Zuhause für die Hoffnung

Bischof Felix Genn weiht Fazenda da Esperança in Xanten ein

Die Bewohner und freiwillige Mitarbeiter der Fazenda in Xanten.

Die Bewohner und freiwilligen Mitarbeiter der Fazenda in Xanten.

Im ehemaligen Franziskanerkloster in Mörmter, einem Stadtteil von Xanten, ist am vergangenen Wochenende eine neue Fazenda da Esperança eröffnet worden. Der Münsteraner Bischof Dr. Felix Genn weihte das Haus ein, in dem junge drogenabhängige Männer und Süchtige unterschiedlicher Art aufgenommen werden können.

Es ist das vierte Haus der Fazenda-Gemeinschaft in Deutschland. Neben Xanten gibt es noch eine Einrichtung in Irsee im Allgäu sowie zwei in der Nähe von Berlin. Weltweit sind bereits über 60 Bauernhöfe der Hoffnung, wie die Einrichtungen übesersetzt heißen, eröffnet worden.

Vor zehn Jahren kam die Fazenda-Idee nach Deutschland, beäugt und kritisch beobachtet von Vielen, doch mittlerweile hat sie ihren Platz gefunden. In erster Linie geht es nicht nur um eine erfolgreiche Suchttherapie, sondern vielmehr wird jungen Menschen ein neuer, lebenswerter Lebensstil vermittelt.

So sagt Sebastian, einer der Helfer beim Aufbau der Fazenda in Mörmter: “Ich habe auf der Fazenda gelernt, mir und meinem Leben einen neuen Wert beizumessen, mich zu lieben. Jetzt möchte ich gerne anderen helfen und zurückgeben, was ich bekommen habe.”

In dem ehemaligen Kloster ist nun die Fazenda untergebracht.

In dem ehemaligen Franziskanerkloster ist nun die Fazenda untergebracht.

Der 24-jährige Luiz aus Brasilien kam als freiwilliger Mitarbeiter nach Deutschland. Er hat in seiner Heimat vieles aufgegeben und zurückgelassen: Studium, Beruf, Freundin und Famile. Diesen Schritt hat er aber nie bereut: “Was ich seit anderthalb Jahren hier erfahre und geschenkt bekomme, ist wirklich das hundertfache. Und nicht etwa, dass ich allein der Gebende wäre, nein, ich bin der Lernende, der Empfangende.”

Auf der Fazenda da Esperança im Kloster Mörmter werden zukünftig 15-20 junge Männer Platz finden und ein kleines Klostercafé mit einem Klosterladen aufbauen, in dem auch das selbstgebackene Brot verkauft werden soll. So soll wenigstens ein Standbein der zukünftigen Arbeit sichergestellt werden. Weitere Auftragsarbeiten werden noch gesucht. Die Bewohner der Fazenda in Irsee bestücken zum Beispiel unsere Prayerbox und das Glaubenspaket.

Eröffnungsfeier der Fazenda: im Vordergrund rechts ist Hans Stapel, der die Idee der Fazenda entwickelte, sowie Bischof Felix Genn (2. v.r.), der das neue Gebäude einweihte.

Eröffnungsfeier der Fazenda: im Vordergrund rechts ist Hans Stapel, der die Idee der Fazenda entwickelte, sowie Bischof Felix Genn (2. v.r.), der das neue Gebäude einweihte.

Bischof Felix Genn unterstrich in seiner Predigt, dass er es schätze, wie die Fazenda ihr Leben am Wort Gottes festmache, und verwies darauf, dass dies etwas zutiefst Urchristliches sei. Die Idee der Fazenda entspreche der Idee der Kirche. “Hier kommen Glaube und Hoffnung leibhaftig zu uns.”

Als “Trick Gottes für unsere Zeit” könne die Fazenda auch eigene Sehnsüchte bewusst machen, “zu denen wir vielleicht weniger stehen”. Die Fazenda helfe, sich zur eigenen Schwäche und Sucht zu bekennen. Wenn nur ein einziger Mensch Hoffnung für sein Leben schöpfe, habe sich die Fazenda gelohnt.

20.Aug 2009 09:33 · aktualisiert: 28.Aug 2009 16:16
KIN / S. Stein