Papst Benedikt XVI. trifft Jugendliche

Heiliger Vater reist Ende September in die Tschechische Republik

Kinder aus Tschechien bedanken sich für die Kinderbibel.

Kinder aus Tschechien bedanken sich für die Kinderbibel.

Nach Ansicht unseres Tschechien-Experten Peter Rettig wird das Treffen mit Jugendlichen am Gedenktag des heiligen Wenzel ein Höhepunkt des Papstbesuchs in der Tschechischen Republik werden.

Papst Benedikt XVI. wird die Jugendlichen am 28. September im Nationalheiligtum, der Wenzelsbasilika in Stará Boleslav, treffen. Peter Rettig erwartet davon ein kraftvolles Signal für die Zukunft des Glaubens im Land. Der Heilige Vater bereist die Tschechische Republik vom 26. bis 28. September.

Nach Einschätzung von Peter Rettig möchte der Papst den tschechischen Katholiken und allen voran den jungen Gläubigen mit seinem Besuch zeigen, dass sie ein Teil der Weltkirche seien. Die katholische Kirche in der Tschechischen Republik leidet vor allem an einer Gleichgültigkeit, die der überwiegende Anteil der Bevölkerung dem Glauben entgegenbringe.

Wegen der zunehmenden Abwanderung der Jugend vom Land in die Städte verlagert sich die Seelsorge immer mehr weg von den klassischen Pfarrgemeinden hin zu Wallfahrtsorten und Exerzitienzentren. Außerdem kämpft die katholische Kirche in Tschechien immer noch um Wiedergutmachung für die Enteignungen aus Zeiten des Kommunismus.

Zwanzigster Jahrestag der “Samtenen Revolution”

Peter Rettig hebt auch die Bedeutung des zwanzigsten Jahrestags der “Samtenen Revolution” in Tschechien für den Besuch Papst Benedikts XVI. hervor. Als “Samtene Revolution” wird in der Tschechischen Republik der gewaltfreie Übergang von der sozialistischen Diktatur zur Demokratie im November und Dezember 1989 bezeichnet.

Die katholische Kirche blickt allerdings mit zwiespältigen Gefühlen auf dieses Ereignis zurück. Zum einen wurden die Gläubigen zwar vom “Joch des Kommunismus” befreit. “Aber es hat sich recht bald gezeigt, dass die Menschen nicht so zahlreich wie erhofft in die Kirchen geströmt sind, sondern lieber in die Supermärkte und auf Partys”, kritisierte Rettig.

Im Jugendzentrum der Salesianer in Tschechien.

Im Jugendzentrum der Salesianer in Tschechien.

Wie er weiter berichtet, beklage der Heilige Vater die Gleichgültigkeit gegenüber Glauben und Weltanschauungen in vielen europäischen Gesellschaften. Er kämpfe darum, dass Europa seine jüdisch-christliche Seele nicht verliere. Diese Aufgabe werde er gerade auch in Tschechien wahrnehmen, denn das Land gehöre zu den am meisten säkularisierten Ländern Europas.

Nach verschiedenen Statistiken ist noch höchstens ein Viertel der Bevölkerung gläubig. “Ich hoffe, dass der Heilige Vater die Gläubigen sammeln und ihnen die Größe und Schönheit des Glaubens in Erinnerung rufen wird”, so Peter Rettig.

KIN / S. Stein