Maria – die von Gott Bevorzugte

Ein eigener Festtag zu Ehren des Namens der Mutter Jesu

Mariendarstellung auf dem Rosenkranzbüchlein von KIRCHE IN NOT.

Mariendarstellung auf dem Rosenkranzbüchlein von KIRCHE IN NOT.

Am 12. September feiert die Kirche im deutschen Sprachraum das Fest Mariä Namen. Es wurde 1683 von Papst Innozenz XI. eingeführt, weil an diesem Tag auf dem Kahlenberg bei Wien das türkische Heer besiegt wurde und die Belagerung Wiens abbrechen musste.

Das Fest Mariä Namen wurde erstmals im 16. Jahrhundert in Spanien begangen, als 1513 die Diözese Cuenca von Rom die Erlaubnis erhielt, dieses Fest zu feiern, das sich anschließend in spanischen Nachbarbistümern verbreitete.

Ein Fest der Gesamtkirche wurde es 1683 durch Papst Innozenz XI. Im römischen Kalender wurde das Fest zwar 1970 gestrichen, aber für das deutsche Sprachgebiet beibehalten.

Bei allen anderen Heiligen ist ihr Todestag der Festtag. Nur Jesus Christus, seine Mutter Maria und Johannes der Täufer haben eigene Festtage zu Ehren ihres Namens. In einigen Ländern wird noch der Namenstag gefeiert und ist ein Tag, der sogar einen höheren Stellwert als der Geburtstag hat. In der Heiligen Schrift lesen wir vielfach von Namensgebungen, auch von Namensänderungen: aus Abram wird Abraham, aus Jakob Israel und aus Simon der Apostelfürst Petrus.

Ein heiliger Name

Ausdrücklich wird im Neuen Testament angeordnet, dass der Sohn von Zacharias und Elisabeth Johannes heißen solle und der vom Heiligen Geist in Maria empfangene Sohn Gottes Jesus. Wir feiern deshalb das Fest des Namens Jesu und wissen durch die Predigt der Apostel von der Kraft dieses Namens. So ist auch der Name seiner Mutter ein heiliger Name.

Es gibt zahlreiche Erklärungsversuche für den hebräischen Namen Mirjam beziehungsweise für Maria, aber keine Deutung ist sicher. Da er schon in Ägypten gebraucht wurde, so bedeutet er unter anderem “die von Gott Bevorzugte”, andere Deutungen sind “Stern des Meeres”, “Herrin”, “Schöne”. Als erste Trägerin dieses Namens begegnet uns im Alten Testament eine Mirjam als Schwester des Moses.

Chinesische Darstellung der Gottesmutter.

Chinesische Darstellung der Gottesmutter.

Wie andere Marienfeste, wie etwa das Rosenkranzfest am 7. Oktober oder Maria Schnee am 5. August, ist das Fest Mariä Namen mit der Anrufung Mariens als Hilfe der Christen gegen die Gefahr durch das türkische Heer verbunden.

Als 1456 die Osmanen vor Belgrad standen, ordnete Papst Kalixt III. am Fest der Apostel Petrus und Paulus als europäisches Gebet das Angelus-Gebet für die gesamte christliche Welt an.

Nach der siegreichen Schlacht bei Lepanto am 7. Oktober 1571 führte Pius V. das Rosenkranzfest ein. So wie der Sieg von Lepanto der Überlegenheit der Türken auf dem Mittelmeer ein Ende gemacht hatte, so brach der Sieg am 12. September 1683 bei Wien die Vormachtstellung der Osmanen zu Land.

Kaiser Leopold I. war damals mit dem Hof von seiner Hauptstadt nach Passau geflüchtet und besuchte als Beter Altötting. Hier hatte er 25 Jahre vorher, am 5. September 1658, als junger Kaiser sein Reich, das Heilige Römische Reich deutscher Nation, in der Gnadenkapelle der Muttergottes geweiht.

Kapellplatz in Altötting mit der Gnadenkapelle (Vordergrund).

Kapellplatz in Altötting mit der Gnadenkapelle (Vordergrund).

Dort betete Kaiser Leopold I. um den Segen Marias für sein Reich. Ein Zeitgenosse berichtet, dass der erst 18-jährige Kaiser nach dem Prunk der Krönung im Juli des gleichen Jahres in Frankfurt am Main “nichts inniger in seinem Herzen und Sinn getragen habe als den Wunsch, vor Übernahme der Regierung die Gottesmutter in Altötting zu verehren”.

So kniete er in der Gnadenkapelle “allerdemütigst vor unserer lieben Frau, um von ihr der Himmels-Kayserin das neu angetretene Kaysertum zu Lehen zu nehmen und sich und seine untergebene Land und Leut unter den Schutz Mariae wider seine Feind bestermassen zu befehlen”. 25 Jahre später brauchten der Kaiser und das Reich diesen Schutz.

Am 15. August, also am Fest Mariä Himmelfahrt, zog der Polenkönig Johann III. Sobieski dem Kaiser zu Hilfe. Auf Rat von Markus von Aviano hatte ihm Kaiser Leopold den Oberbefehl übertragen. Dem siegreichen Heer der Christen wurde das Banner Mariens vorausgetragen. Im Jahre 2003 hat der polnische Papst Johannes Paul II. den Kapuzinerpater Markus von Aviano selig gesprochen, der 1683 Feldprediger des kaiserlichen Heeres war.

Tagesgebet

Gott, unser Retter, der Name der seligen Jungfrau Maria ist für uns ein Zeichen der Hoffnung geworden. Befreie uns auf ihre Fürsprache aus allen Gefahren und vollende an uns das Werk der Erlösung. Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

11.Sep 2009 19:09 · aktualisiert: 16.Jun 2015 14:20
KIN / S. Stein