Augsburger beten für verfolgte Christen

Etwa zweihundert Gläubige kamen zur besonders gestalteten Kreuzweg-Andacht

Erich Maria Fink aus Beresniki / Russland.

Erich Maria Fink aus Beresniki berichtete über seine Arbeit in einer Pfarrei am Ural.

Mit einer besonders gestalteten Andacht im Augsburger Dom haben wir am Sonntagabend auf die weltweit bedrohliche Situation von Christen aufmerksam gemacht. Etwa zweihundert Gläubige waren unserer Einladung gefolgt und beteten gemeinsam für verfolgte Christen in aller Welt.

“Der Gang der Christen durch die Geschichte ist vom Blut der Märtyrer gezeichnet”, sagte Domkapitular Prälat Dr. Bertram Meier, der den “Kreuzweg für verfolgte Christen” leitete. Auch heute noch seien zwischen 80 und 90 Prozent aller religiös Verfolgten Christen.

Mitgestaltet wurde der Kreuzweg von etwa dreißig chaldäischen Katholiken, die während der vergangenen Jahre aus dem Irak vertrieben worden waren. Ein chaldäischer Chor sang traditionelle orientalische Kirchenlieder. Zwei junge Irakerinnen berichteten über ihr tragisches Schicksal: “Wir sind keine Einwanderer im Irak – wir sind dort seit Jahrhunderten zuhause und waren sogar einmal die Mehrheit.”

Die meisten irakischen Christen fühlen sich von einem radikalen Islam aus ihrer Heimat vertrieben. Die politischen Wirren in ihrem Heimatland treten vor den religiösen Gründen ihrer Vertreibung meist in den Hintergrund.

Chor der chaldäischen Christen.

Chor der chaldäischen Christen.

“Im Westen haben wir leider vergessen, dass Glaubens- und Gewissensfreiheit nicht selbstverständlich sind”, bestätigt auch Pfarrer Erich Maria Fink, der im Dom über die Situation der Christen in Russland berichtete. Vor zehn Jahren hatte er sein Heimatbistum Augsburg verlassen, um in der russischen Großstadt Beresniki am Ural eine Pfarrei zu betreuen.

Die Nachwirkungen des jahrzehntelangen kommunistischen Atheismus seien noch heute zu spüren, berichtete er. Die weltweite Wirtschaftskrise hat die sozialen Probleme in Russland weiter verschärft. Seine Pfarrei ist daher für viele Menschen der letzte Rettungsanker, der über die reine Existenzsicherung hinausgeht. “Die Menschen spüren, dass nur Christus sie frei machen kann – und wer ernst macht mit Glaube und Sakramenten, der wird auch frei”, so Erich Maria Fink.

Etwa 200 Gläubige kamen zur Kreuzweg-Andacht.

Etwa 200 Gläubige kamen zur Kreuzweg-Andacht.

Mit dem Kreuzweg im Augsburger Dom wollte unser Hilfswerk den verfolgten Christen in aller Welt genau diesen Mut und diese Hoffnung zusprechen sowie zum Gebet füreinander einladen. Prälat Bertram Meier ermahnte die Christen im Dom darüber hinaus, nicht nur anderen Hoffnung zu geben, sondern auch selbst mutig für den Glauben einzustehen: “Beten wir, dass wir nicht der Versuchung erliegen, das Kreuz umzubiegen in einen runden Spazierstock!”

So können Sie die Christen im Irak unterstützen:

14.Sep 2009 14:19 · aktualisiert: 12.Mrz 2013 16:09
KIN / S. Stein