Mit Mut und Kreativität den Glauben verbreiten

Das Engagement der Gemeinschaft “Shalom” in der brasilianischen Stadt Fortaleza

Rafael D'Aqui, Mitglied der Gemeinschaft Shalom.

Rafael D'Aqui, Mitglied der Gemeinschaft “Shalom”.

Shalom ist der wohl bekannteste hebräische Begriff. Shalom heißt Frieden. In Brasilien trägt eine Gemeinschaft diesen Namen, die in den vergangenen Jahren weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden ist.

Begonnen hatte alles 1982 in Fortaleza im Nordosten Brasiliens. Inzwischen hat die Gemeinschaft “Shalom”, deren Arbeit von KIRCHE IN NOT unterstützt wird, allein in dem südamerikanischen Land 50 Niederlassungen.

Weitere Häuser gibt es in Chile, Französisch-Guayana, Uruguay, Kanada, Frankreich, England, Italien, Portugal, der Schweiz, Israel, Algerien, Tunesien und auf Madagaskar.

Das Anliegen der Gemeinschaft Shalom ist vor allem, die junge Generation zum Glauben und zu Christus zu führen, um ihnen eine tragende Lebensperspektive zu geben. Ihr Wunsch: allen die Botschaft Christi bringen, um in Ländern, in denen soziale Missstände, Ausgrenzung, Korruption und Gewalt herrschen, den Frieden Christi und Freude am Evangelium zu verbreiten.

Ihr Weg: durch ein Leben in Gemeinschaft, durch Gebet und durch die Verkündigung all diejenigen zu erreichen, “die der Kirche fern stehen, aber das Herz Jesu berühren dürfen”, wie es der Gründer von “Shalom”, der Brasilianer Moysés Louro de Azvedo Filho, einmal gesagt hat.

“Sofort habe ich gespürt, dass hier etwas Neues wächst”

Rafael D’Aqui, der die Gemeinschaft “Shalom” vor neun Jahren kennen gelernt und sich ihr 2002 angeschlossen hat, beschreibt seine Erfahrungen so: “Ich ging an einem Samstag zu einem Jugendtreffen. Sofort habe ich gespürt, dass hier etwas Neues wächst, dass ich diesen Weg der Evangelisierung auch gehen möchte.”

Der in Rio de Janeiro geborene Brasilianer hat Jura studiert und organisiert für “Shalom” inzwischen in Rom internationale Jugendtreffen. Irgendwann will der 28-jährige aber etwas anderes machen; derzeit ist er auf Jobsuche. “Später will ich heiraten, eine Familie gründen.” Seinen Weg bei “Shalom” behindert das nicht, weil die Gemeinschaft viele Formen des Zusammenlebens und missionarischen Wirkens kennt.

Ein Chor der Gemeinschaft Shalom.

Ein Chor der Gemeinschaft “Shalom”.

2007 wurde “Shalom” vom Heiligen Stuhl anerkannt. Weltweit gehören der Bewegung inzwischen mehr als 11 000 Menschen an, Priester und Laien, Ledige und Verheiratete. Einige hundert leben in direkter Lebensgemeinschaft zusammen und widmen sich den missionarischen Initiativen; die meisten stehen im engen Kontakt zu einer der 477 Gebetsgruppen.

Das missionarische Anliegen hat der Gründer Moysés Louro bei verschiedenen kirchlichen Treffen einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt, unter anderem auf den Bischofssynoden zur Eucharistie (2005) und zum Wort Gottes (2008) in Rom, bei der 5. Generalkonferenz der Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik in Aparecida 2007 und bei einer Versammlung des Päpstlichen Laienrates 2008 im Vatikan.

Moysés Louro de Azevedo Filho, der Gründer von Shalom.

Moysés Louro de Azevedo Filho, der Gründer von “Shalom”.

Zumeist lebt der 50-jährige Brasilianer in seiner Heimatstadt Fortaleza. Im Stadtzentrum liegt die Keimzelle von “Shalom”. Dort gibt es eine Snackbar, in der Besucher Pizzas mit kirchlichen Namen bestellen können, wie etwa eine Pizza Magnificat. Daran angeschlossen ist ein Buchladen und eine kleine Kapelle.

Inzwischen ist dort ein “Evangelisierungszentrum” entstanden mit Gruppen- und Versammlungsräumen, einer Bühne und Radio-Studios verschiedener Sender, die Shalom betreut. Außerhalb der Metropole hat die Gemeinschaft ein Verwaltungs- und Ausbildungszentrum errichtet, die so genannte “Diaconia General”.

Die weiteren Pläne? Rafael D’Aqui zuckt mit den Achseln und sagt: “Wir drängen nicht, sondern lassen uns führen. Irgendwann bekommen wir das, was Gott uns geben möchte.”

KIN / S. Stein