Sri Lanka: Täglich Tote in Flüchtlingslagern

KIRCHE IN NOT stellt humanitäre Soforthilfe für die Betroffenen zur Verfügung

Kinder in einem Flüchtlingslager in Sri Lanka.

Kinder in einem Flüchtlingslager.

In den Flüchtlingslagern Sri Lankas ist die humanitäre Lage auch ein halbes Jahr nach Ende des Bürgerkriegs katastrophal. Unsere Länderreferentin Veronique Vogel berichtet, dass in manchen Lagern immer noch täglich Flüchtlinge an Seuchen und Unterernährung sterben.

Daher leistet unser Hilfswerk in Sri Lanka wie schon kurz nach Ende des Bürgerkriegs eine dringend notwendige humanitäre Soforthilfe.

Anlass ist ein Hilferuf eines Priesters aus der Diözese Mannar im Nordwesten Sri Lankas. Er ist Seelsorger in einem Flüchtlingslager und hat sich an KIRCHE IN NOT gewandt, weil er dem “täglichen Sterben” nicht mehr tatenlos zusehen wollte.

Auch Papst Benedikt XVI. sprach sich in seiner Generalaudienz am vergangenen Mittwoch angesichts der anhaltenden humanitären Katastrophe in den Flüchtlingslagern für eine stärkere Unterstützung von Sri Lanka aus. Besonders die internationale Staatengemeinschaft forderte er auf, dem Land zu helfen, die Wunden des Bürgerkriegs zu heilen.

Dicht gedrängt leben die Menschen in den Flüchtlingslagern.

Dicht gedrängt leben die Menschen in den Lagern.

Unser Hilfswerk wird Sri Lanka zukünftig vor allem dabei unterstützen, den Frieden im Land zu festigen. Projekte, die den schwierigen Dialog zwischen den Religionen und Kulturen des Landes fördern, seien unerlässliche nächste Schritt, sobald die Not in den Flüchtlingslagern gelindert worden sei, erklärt Veronique Vogel.

Nach fast 26 Jahren war am 16. Mai diesen Jahres der Bürgerkrieg zwischen den Regierungstruppen Sri Lankas und den Rebellen der LTTE (Befreiungstiger von Tamil Eelam) mit der militärischen Niederlage der Rebellen zu Ende gegangen.

Thomas Savundaranayagam, Bischof von Jaffna, bei einem Besuch in einem der zahlreichen Flüchtlingslager.

Thomas Savundaranayagam, Bischof von Jaffna, bei einem Besuch in einem der zahlreichen Flüchtlingslager.

Seitdem konnten zwar bereits viele Flüchtlinge in ihre Dörfer zurückkehren. Manche Gegenden – vor allem im Nordteil der Insel – sind vom Bürgerkrieg jedoch so stark zerstört worden, dass eine Rückkehr der Bevölkerung noch nicht möglich sei.

Der Bischof von Jaffna im Norden des Landes, Thomas Savundaranayagam, hat berichtet, dass allein in seiner Diözese achtzehn Pfarreien während des Bürgerkriegs komplett zerstört worden seien. Die meisten Priester arbeiten immer noch in den Flüchtlingslagern. Neben ihren seelsorglichen Aufgaben kümmern sie sich dort auch um Nahrungsmittel und die medizinische Versorgung der Flüchtlinge.

So können Sie die Menschen in Sri Lanka unterstützen:

KIN / S. Stein