“Ein Akt der Barbarei”

Demokratische Republik Kongo: Mord an Priester und Ordensschwester

Schwester Denise Kahambu wurde von Unbekannten erschossen.

Schwester Denise Kahambu wurde in dieser Woche ermordet.

Bei zwei Angriffen in Bukavu im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind in dieser Woche ein Priester und eine Ordensfrau ermordet worden. Die Katholiken in der Region stehen nach diesen gewalttätigen Angriffen auch einige Tage danach unter Schock.

Eines der Opfer ist der 51-jährige Pfarrer Daniel Cizimya Nakamaga aus Kabare in der Nähe der Bistumsstadt Bukavu in der Provinz Südkivu. Bewaffnete Männer stürmten am Sonntag den Altarraum in Kabare, nachdem sie vermutlich ein Fenster eingeschlagen hatten.

Sie wollten anscheinend in die Räume des Pfarrers. Obwohl Nakamage noch versuchte, die Tür vor den Angreifern zu schließen, töteten ihn die Täter mit zwei Kopfschüssen.

Der Generalvikar der Diözese Bukavu, Msgr. Pierre Bulambo, bezeichnete den Mord als einen “Akt der Barbarei”. Die Menschen seien traumatisiert und sehr ängstlich; er bewundere das Mitgefühl der Menschen mit ihrem verstorbenen Priester.

“Die Kongolesen haben endgültig genug vom Weinen und Sterben”, sagte er wörtlich. In dieser Region herrschte lange Krieg. Der Waffenstillstand ist sehr brüchig – immer wieder kommt seit dem vergangenen Jahr zu weiteren bewaffneten Konflikten und Vertreibungen.

Trappistinnen in einem Kloster in Bukavu.

Trappistinnen in einem Kloster in Bukavu. Die ermordete Schwester Denise finden Sie in der zweiten Reihe stehend, zweite von rechts.

Nur zwei Tage nach dem Mord an dem Priester wurde ebenfalls in der Nähe von Bukavu in einem Trappistinnenkloster die Ordensfrau Denise Kahambu getötet. Wie Zeugen berichten, hätten plötzlich drei Fremde vor Schwester Denise gestanden und sie mit Schusswaffen bedroht. Sie versuchte noch zu fliehen, doch sie wurde erschossen.

Der Direktor des Priesterseminars in Murhesa, Bunyakiri Crispin, der kurz nach dem Mord in das Kloster gerufen wurde, erzählte, dass eine Frau, die im Kloster zu Gast war, Schreie gehört habe. Sie habe einen bewaffneten Mann gesehen, der auf sie zulief, konnte sich aber noch rechtzeitig in ihrem Zimmer einschließen.

Der vierte Angriff seit 1996

Eine andere Frau, die in dem Kloster arbeitet, beschrieb, dass die Angreifer Geld von ihr haben wollten. Als sie sich weigerte, eröffneten die Männer das Feuer, doch verfehlten sie. Die übrigen Nonnen suchten Schutz im Schlafsaal des Klosters, wo sie sich auf den Boden setzten, falls durch die Fenster geschossen würde.

“Die ganze Zeit hatten die Schwestern den Rosenkranz gebetet und den Psalm 129 für die ermordete Schwester Denise und für ihre ganze Gemeinschaft gesungen”, berichtete Bunyakiri Crispin. Die Täter konnten bisher noch nicht verhaftet werden. Der Überfall auf das Kloster sei bereits der vierte Angriff seit 1996 gewesen, sagte Crispin.

In Kabare wird derzeit die Kirche wieder aufgebaut. Sie wurde bei einem Erdbeben im vergangenen Jahr zerstört.

In Kabare, der Gemeinde, in der der Priester ermordet wurde, wird derzeit die Kirche wieder aufgebaut. Sie wurde bei einem Erdbeben im vergangenen Jahr zerstört.

Laut Generalvikar Bulambo reihen sich die beiden Morde in eine Serie von Angriffen auf kirchliche Einrichtungen in dieser Region ein. Zwei Monate zuvor hätten Angreifer zwei Priester in ihrem Haus eingesperrt und es anschließend in Brand gesetzt. Außerdem waren in der Vergangenheit katholische Studenten ausgeraubt worden, in einem Krankenhaus war eingebrochen worden.

Die Demokratische Republik Kongo gehört zu den Ländern, die von KIRCHE IN NOT besonders unterstützt werden. Vor allem helfen wir dem Orden “Töchter der Auferstehung”, den unser Gründer Pater Werenfried van Straaten mitgegründet hat. Das Mutterhaus der Kongregation ist nur drei Kilometer von dem Trappistinnenkloster entfernt, in dem der Mord an Schwester Denise geschehen ist.

So können Sie der Kirche in der Dem. Rep. Kongo helfen:

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind als DVD oder Hör-CD unentgeltlich bei uns erhältlich.

11.Dez 2009 09:19 · aktualisiert: 11.Dez 2009 16:46
KIN / S. Stein