Angriffe gegen Christen im Irak halten an

Bischof Louis Sako spricht sogar von einer “ethnischen und religiösen Säuberung”

Immer wieder kommt es zu Angriffen auf Kirchengebäude.

Immer wieder kommt es im Irak zu Angriffen auf Kirchengebäude.

Die Anschlagsserie auf christliche Einrichtungen im Irak hält an. In diesen Tagen wurden im nordirakischen Mossul ein Baby getötet und über 40 weitere verletzt, nachdem eine Granate in eine christliche Schule geworfen wurde. Kurz zuvor explodierte vor einer Kirche eine Autobombe, die allerdings nur Sachschäden verursachte.

Bei einem weiteren Angriff entstand ebenfalls Sachschaden an der syrisch-katholischen Kirche im Norden Mossuls, nachdem auf der Straße vor dem Gebäude ein Sprengsatz explodierte.

Diese Angriffe reihen sich in eine Serie von Gewalt gegen christliche Einrichtungen in der nordirakischen Stadt ein. Am 26. November zerstörten Terroristen die St.-Ephraim-Kirche und das Mutterhaus der Dominikanerschwestern. Die meisten Nonnen seien geflohen, berichtete ein Informant der Nachrichtenagentur AsiaNews. Einige wenige seien zwar geblieben, wagten es aber nicht, ihr Kloster zu verlassen.

Hoffnung auf Zusammenhalt christlicher Gemeinden

Viele Familien seien bereits weiter in den Norden des Landes geflohen, aber selbst dort sei deren Zukunft ungewiss, und sie fänden keine Arbeit. Das Christentum im Irak könne aussterben, zitiert die Nachrichtenagentur ihren Informanten, der nicht genannt werden möchte.

Louis Sako, chaldäisch-katholischer Erzbischof von Kirkuk.

Louis Sako, chaldäisch-katholischer Erzbischof von Kirkuk.

Der chaldäisch-katholische Erzbischof von Kirkuk / Nordirak, Louis Sako, teilt diese Meinung. In Mossul sei eine “ethnische und religiöse Säuberung” im Gange. Die Regierung und die Parteien seien stattdessen nur um die bevorstehenden Wahlen am 7. März besorgt.

In der vergangenen Woche sind ein christliches Bruderpaar ermordet und zwei weitere Christen entführt worden. Doch Vertreter der Regierung oder der Parteien hätten sich nicht um diese Fälle gekümmert, klagt der Bischof an.

Trotz der angespannten Lage hofft Bischof Sako auf einen größeren Zusammenhalt der christlichen Gemeinden. Christliche Parteien und die Kirchen sollten noch einmal ihre Standhaftigkeit und ihren Einsatz für eine friedliche Koexistenz ethnischer Gruppen und Religionen im Irak bekräftigen. “Wenn man dieses Mosaik zerstört, macht man auch den Irak kaputt”, sagte der Bischof wörtlich.

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Schlagworte:
Christenverfolgung · Irak · Kirkuk · Louis Sako · Mossul
17.Dez 2009 11:17 · aktualisiert: 10.Jun 2014 11:45
KIN / S. Stein