“Rettet die ungeborenen Kinder!”

Pater Werenfried van Straaten und sein Plädoyer für den Lebensschutz

Pater Werenfried predigt

Pater Werenfried van Straaten bei einer Predigt.

Unser Gründer hat immer Partei für das Lebensrecht ergriffen. In einer Predigt im Jahr 1994 sprach er in Hinblick auf die vielen Abtreibungen von einem “neuen Kindermord” und brachte die Geschehnisse mit dem Kindermord von Bethlehem vor mehr als zweitausend Jahren in Verbindung.

Im Matthäusevangelium wird berichtet, dass kurz nach Christi Geburt auf Geheiß von König Herodes Tausende Kinder ermordet wurden. Der Festtag der Unschuldigen Kinder wird am 28. Dezember begangen.

Lesen Sie den Wortlaut einer Predigt von Pater Werenfried van Straaten.

“Die scheußlichste Sünde, die jetzt auch in der christlichen Welt begangen wird, ist der millionenfache Mord am ungeborenen Leben. Falls es nicht gelingt, dieses Blutbad aufzuhalten, werden letzten Endes die Barbaren kommen, um unsere Tabernakel zu zerschlagen. Denn Jesus weigert sich, in unseren Tabernakeln zu wohnen, wenn er nicht in unseren Herzen wohnen kann, weil wir uns weigern, ihn in den Geringsten der Seinen bei uns aufzunehmen.

Wie viele Männer und Frauen müssen den Kopf senken, wenn die alte Geschichte der unschuldigen Kinder erzählt wird? Den Müttern von Bethlehem wurden die Kinder mit Gewalt aus den Armen gerissen. Aber was tun Millionen Väter und Mütter im christlichen Westen und im heiligen Russland? Tausende Männer lassen sich sterilisieren. Mit Pillen und Chemikalien oder Spiralen – wie mit Rattengift und Mausefallen – wehren Frauen sich gegen das von Gott gewollte Leben.

Pater Werenfried: “Gott ist ein Freund der Kleinen.” Kinder aus Guinea lesen in unserer Kinderbibel “Gott spricht zu seinen Kinderrn”.

Pater Werenfried: “Gott ist ein Freund der Kleinen.” Kinder aus Guinea lesen in unserer Kinderbibel “Gott spricht zu seinen Kinderrn”.

Oder sie betreten den Pfad des Meuchelmordes und töten, was schon im Mutterschoß zu leben begonnen hatte. Viele Staaten haben diese Schlachterei genehmigt. Sie wird von der Krankenkasse bezahlt. Aber das Blut der ermordeten Kleinen schreit laut zum Himmel und ihre Klagen werden vernommen vor dem Angesicht des gerechten Gottes.

Gott ist der Freund dieser Kleinen. Darum will Er, dass man den Kindern, denen das Himmelreich gehört, nicht verwehre, zu Ihm zu kommen. Jesus liebte sie so über alle Maßen, dass er sich mit ihnen identifizierte. Er sagte: “Wer ein solches Kind in Meinem Namen aufnimmt, nimmt Mich auf. Wer einem dieser Kleinen Ärgernis gibt, dem ist es besser, dass er mit einem Mühlstein am Hals in die Tiefe des Meeres versenkt wird.” Dieses Wort ist so definitiv und unumstößlich.

“Das Recht auf Leben ist absolut”

Nie kann es die Kirche dulden, dass ungeborene Kinder für vogelfrei erklärt werden, wie es die UNO-Kommission für die Rechte des Kindes tat, als sie 1988 beschloss, dass die Ungeborenen künftig nicht mehr erwähnt werden, wenn von Menschenrechten die Rede ist, oder mit der gottlosen Entscheidung der Konferenz von Kairo einverstanden sein, welche den Mord an den ungeborenen Babys als legales Mittel der Bevölkerungsplanung zu fördern vorhat!

Das Recht auf Leben ist absolut. Nach den liberalisierten Abtreibungsgesetzen ist es relativ geworden. Es beruht nicht mehr auf der Tatsache, dass dieser Mensch existiert, sondern es wird ihm nur zuerkannt, wenn er für seine Eltern “zumutbar” ist und bestimmten Normen der geistigen und der körperlichen Vollkommenheit oder des wirtschaftlichen Nutzens entspricht.

Kinder aus Tschechien bedanken sich bei den Wohltätern, dass sie nun eine eigene Kinderbibel besitzen.

Kinder aus Tschechien bedanken sich bei den Wohltätern, dass sie nun eine eigene Kinderbibel besitzen.

Kindermord ist bei vielen Völkern üblich gewesen. Das Christentum hat sich dem immer widersetzt. Die Kirche beharrt in ihrer Ablehnung. Wer abtreibt oder dabei hilft, ist automatisch exkommuniziert – aus der Gemeinschaft der Kirche ausgeschlossen. Darum ist es keinem Katholiken gestattet, eine Abtreibungsvorlage einzureichen oder mit seiner Stimme durchzubringen. Dabei ist es unwichtig, was einige Theologieprofessoren über dieses Thema denken.

Für uns kommt es darauf an, was Gott denkt über die christlichen Völker, die durch ihre Abgeordneten oder durch Volksentscheid eine Reihe von Tötungsparagrafen zum Gesetz erhoben haben. Was Gott denkt über das Biologielehrbuch, das die Fruchtwasseruntersuchung anpreist, weil, bei einem ungünstigen Befund, die Abtreibung “großes Leid und große Belastung für die Eltern, das Kind und die Gesellschaft vermeiden könne.”

Abgestumpftes Gewissen und verdüsterter Verstand

Was Gott denkt über den katholischen Moraltheologen, der eine derartige Untersuchung für “hilfreich” hält. Hochwürdiger Herr Professor, falls sie ausweist, dass ein Kind geschädigt auf die Welt kommen könnte, in welcher anderen Weise kann sie “hilfreich” sein, es sei denn, indem sich die Eltern über das Lebensrecht ihres Kindes hinwegsetzen und einen Killer suchen, der es tötet?

Zweifellos urteilt die Ewige Weisheit anders als der Mann auf der Straße, für den Mord kein Mord mehr ist, wenn der Staat seine Erlaubnis und auch noch das Geld gibt, um das Verbrechen zu verüben. Denn die Gewissen sind abgestumpft und der Verstand ist bis an die Grenze des Irrsinns verdüstert, seitdem das unauslöschliche Naturgesetz und die unfehlbare Lehre Christi, die ihren gültigen Ausdruck in “Humanae Vitae” gefunden haben, nur zögernd verkündet, schuldig verschwiegen und weltweit sabotiert werden.

Kinder in Peru.

Kinder in Peru.

Aber wo man die Wahrheit unterschlägt, da herrscht die Lüge. Es ist eine Lüge, dass alles in bester Ordnung sei, wenn die Abtreibung mit staatlicher Genehmigung in einem Operationssaal vorgenommen wird; eine Lüge, dass von Mord keine Rede sein könne, wenn der Arzt ein Attest mit dem Abtreibungsgrund unterschreibt; eine Lüge, dass nichts dabei sei, Kinder aus dem Mutterschoß herauszureißen und in den Abfalleimer zu werfen.

Wenn wir nicht den Mut haben, diesen Lügen zu widersprechen und den Frevel, der vor unserer Tür begangen wird, anzuklagen, sind wir mitschuldig. Wenn Millionen von Müttern ungestraft töten dürfen, gibt es kein Hindernis mehr, das dem universellen Massenmord noch im Wege steht. Wer den Mord am ungeborenen Leben befürwortet, bedroht den Frieden mehr als das grauenhafte Arsenal der nuklearen Abschreckungswaffen. Er bricht den Frieden mit Gott!

“Das letzte Bollwerk ist die Kirche”

Den Frieden mit Gott bricht auch die Sexualerziehung in den Schulen, die in allen Ländern des Westens, in denen sie durchgesetzt wird, verheerende Auswirkungen hat. Als Ziel dieser Schul-Sexualerziehung wird “verantwortliches geschlechtliches Verhalten” genannt. Schöne Theorie! Praktisch regt der Sexualkundeunterricht zum sexuellen Tun an und verbaut den Kindern den Weg zu geschlechtlicher Zucht und Enthaltsamkeit.

Das letzte Bollwerk ist die Kirche. Es ist ein schauerlicher Erfolg des Teufels, dass es in der Kirche jetzt Professoren, Erzieher, Beratungsstellen, Theologen und Priester gibt, die – ungeachtet der Anweisungen der Orthodoxen Heiligen Synode und des römischen Papstes – der sexuellen Anarchie Vorschub leisten.

Man wirft dem Papst die Härte seines Standpunktes vor: einem abstrakten Gesetz, einem Prinzip (der Ehrfurcht vor dem Leben) werden konkrete Menschen geopfert und die schwangeren Frauen mit ihrer schweren Bürde im Stich gelassen.

Kinder in einem Flüchtlingslager in Sri Lanka.

Kinder in einem Flüchtlingslager in Sri Lanka.

Es geht aber nicht um ein abstraktes Gesetz, aber um das konkrete Dasein und Weiterleben unzähliger ungeborener Kinder. Zu Unrecht geht man davon aus, dass das Leben nur Wohlstand bringen darf und dass alle Lasten ferngehalten werden sollen. Diese These ist falsch. Ein Leben ohne Schwierigkeiten gibt es nicht. Es wäre ein Leben ohne Verantwortung, ohne Einsatz, sogar ohne Liebe, die ja immer Selbstaufopferung fordert.

Ein christliches Leben ohne Kreuz ist undenkbar. Ein Christ muss dazu bereit sein, die Verantwortung, die Lasten und die Prüfungen, die das Leben mit sich bringt, auf sich zu nehmen. Er glaubt, dass sie ihn zu einem besseren Jünger Christi machen. Er weiß auch, dass es Prüfungen gibt, die menschlich gesehen, nicht zu ertragen sind. Nur mit der Hilfe von Gottes Gnade werden sie sinnvoll und tragbar.

Hier ist Christus uns vorangegangen. Er hat ein Kreuz auf sich genommen, das menschlicherweise untragbar war. Wer seines Kreuzes teilhaftig wird, bekommt auch seine Kraft, es zu tragen. Dieses Kreuz um jeden Preis aus dem Leben zu verbannen, ist vielleicht der größte Verrat, der jetzt an Christus begangen wird, da Millionen Christen bereit sind, unschuldiges Leben zu vernichten, um dem Kreuz zu entrinnen.

Pater Werenfried mit der Kinderbibel.

Pater Werenfried van Straatne mit der Kinderbibel.

Man sagt, es wäre doch besser ein Kind abzutreiben, wenn es niemals ein ganz “volles” Leben führen kann. Aber wer von uns kann das behaupten? Niemand hat das Recht, einem Menschen die Chance zu nehmen, sich durch die Entfaltung dieses Lebens auf das volle Leben vorzubereiten, das nicht auf Erden, sondern im Himmel seinen Schwerpunkt hat.

Diese Ewigkeitsperspektive dispensiert uns keineswegs von der Nächstenliebe. In dieser barbarischen Zeit, in der man egoistische Menschen über Tod oder Leben wehrloser Kinder verfügen lässt, müssen wir durch die Liebe die Welt leuchtend und hell machen.

Der Abbau sittlicher Normen, die Zerstörung des Schamgefühls, das Sich-ungehemmt-ausleben, die Sexualisierung des privaten und öffentlichen Lebens und die Abstumpfung der Gewissen führen zum Zerfall der kulturellen, religiösen, politischen und schließlich auch der wirtschaftlichen Lebensformen der Völker. So weit sind wir!

Welchen Trost kann ich Euch geben? Den Trost des Glaubens, dass die Pforten der Hölle Gottes Kirche nicht überwältigen werden. Und den Trost des Wortes Jesu: “Suchet zuerst das Reich Gottes, und alles Übrige wird euch hinzu gegeben werden.” Alles Übrige. Auch die Kraft, rein zu leben. Auch die Familienplanung nach Gottes Willen. Auch die Antwort auf die Bevölkerungsexplosion in den Ländern, wo es sie wirklich gibt. Auch die Lösung der sozialen Frage.

“Im Sumpf der Unreinheit”

Daraus folgt, dass Jesu Botschaft vom Reich Gottes falsch gedeutet wird von denen, die von der Kirche nicht mehr die Kraft erwarten, ihre Triebhaftigkeit zu bändigen, sondern einen Freibrief, sich mit ruhigem Gewissen auszutoben. Das Grundgesetz des Gottesreiches kann nicht durch demokratische Mehrheitsbeschlüsse einer “pluralistischen” Gesellschaft geändert werden.

Darum bleibt es wahr, dass wir nicht für uns selbst leben, sondern uns mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit allen unseren Kräften Gott ausliefern sollen. Das aber wird fast unmöglich im Sumpf der Unreinheit, zu dem die Welt geworden ist.

Nur wer ein reines Herz hat, kann Gott sehen, und nur wer aus der Wahrheit ist, hört seine Stimme. Je reiner Geist und Seele eines Menschen sind, umso klarer nimmt er das göttliche Licht wahr und umso mehr wird Gott durch Ihn sichtbar in der Welt. Unreinheit macht den Menschen genauso blind für Gottes Wirklichkeit wie für die Wirklichkeit des Teufels.

Darum verliert ein unreiner Mensch, trotz aller Intelligenz, die Fähigkeit, die “Geister zu unterscheiden”. Dies ist die Tragödie mancher heutiger Intellektueller und beklagenswerter Priester, die leider viel zu viel Einfluss in der Kirche haben. Wir tanzen auf einem Pulverfass und merken es nicht. Die Tage Noahs scheinen zurückgekehrt zu sein. Jetzt, da staatliche Behörden und allzu viele Priester versagen, muss das einfache Volk Gottes betend auf die Barrikaden steigen.

Pater Werenfried betet den Rosenkranz.

Pater Werenfried betet den Rosenkranz.

Betet täglich den Rosenkranz. Betet für die Bekehrung des Westens und Russlands. Betet für Eure Bischöfe, Eure Minister, Eure Abgeordneten, Eure Ärzte, Eure Priester. Betet für die Sünder, die Schwachen, die Untreuen, die falschen Propheten, die Mörder. Wählt Euch einen aus. Nehmt Euch einen aufs Korn. Richtet auf ihn das Kreuzfeuer von Gebet und Liebe. Fleht Gott Tag und Nacht an, durch die Fürsprache Mariens, dass Euer Schützling sich bekehre und lebe.

Und betet wieder das alte Gebet, das früher nach jeder Heiligen Messe zum Himmel stieg: “Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe. Sei unser Schutz gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels. Gott gebiete ihm, so bitten wir flehentlich; du aber, Führer der himmlischen Heerschar, stürze den Satan und die anderen bösen Geister, die in der Welt umherschweifen, um die Seelen zu verderben, in der Kraft Gottes hinab in die Hölle. Amen.”

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Schlagworte:
Feste · Kinder · Kinderbibel · Pater Werenfried
28.Dez 2009 08:31 · aktualisiert: 26.Okt 2012 12:28
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