Mit neuem Motor im Dienst Bedürftiger

Kleintransporter ist für die Arbeit kubanischer Ordensschwestern unverzichtbar

Täglich sind die Schwestern mit diesem Lieferwagen unterwegs.

Täglich sind die Schwestern mit diesem Lieferwagen unterwegs.

Auf Kuba sind Autos Mangelware. Wer einen Wagen erwerben möchte, braucht eine staatliche Genehmigung. Deshalb nutzen viele Kubaner die Fahrzeuge, die bereits vor dem Machtwechsel von 1959 auf Kuba waren. Es handelt sich zumeist um amerikanische Marken. Heute sind es allesamt Oldtimer und zumeist in schlechtem Zustand.

Zudem ist das Land arm. Nur wenige könnten sich einen Neuwagen leisten. Wer jedoch einen kaufen kann und will, muss nicht selten Jahre auf die staatliche Erlaubnis warten, die mitunter aber auch nicht gewährt wird.

Wer sich lange Wartezeiten ersparen möchte oder nicht erlauben kann, wird sich folglich mit einem alten Fahrzeug begnügen müssen und versuchen, an Ersatzteile oder neue Motoren zu kommen.

Auch Institutionen sind der Antragspflicht unterworfen. Selbst soziale Einrichtungen können nicht einfach ein Auto kaufen. Das gilt auch für Ordensschwestern, die sich um pflegebedürftige und alte Menschen kümmern, wie die “Hermanitas de los Ancianos Desamparados”, die in der Hauptstadt Havanna ein vergleichsweise großes Altenheim führen.

Dort kümmern sich elf Schwestern, von denen einige längst selbst im Rentenalter sind, um 360 Frauen und Männer. Hinzu kommen 145 Pensionäre, die außerhalb des Hauses regelmäßig besucht werden, sowie 20 weitere, die zuhause gepflegt werden. Mehr als hundert freiwillige Helfer unterstützen die Schwestern bei dieser Arbeit.

Der Wagen wird zum Beispiel für den Transport von Rollstuhlfahrern benötigt.

Der Wagen wird zum Beispiel für den Transport von Rollstuhlfahrern benötigt.

Seit Jahren verfügen die Hermanitas über einen Lieferwagen, einen Fiat Ducato, der ab Mitte der 90er-Jahre gebaut wurde. Das Fahrzeug wird ständig, weil vielseitig, genutzt: für den Transport von kranken Hausbewohnern, für die Besuche bei denjenigen, die außerhalb des Altenheims betreut werden, für den Einkauf von Sach- und Lebensmitteln, aber auch, wenn etwa Möbel und andere Sachen abgeholt werden sollen, die dem Altersheim gespendet wurden.

Aufgrund der vielen Aufgaben ist der Transporter im täglichen Arbeitsablauf unverzichtbar und darf nicht ausfallen, niemals. Allerdings hat das Fahrzeug seine besten Jahre hinter sich, der Motor wird nicht mehr lange laufen. Um Ersatz zu beschaffen, fehlt jedoch das Geld. Zudem ist ungewiss, ob der Staat den Neukauf eines Lieferwagens genehmigen wird.

Deshalb haben sich die Hermanitas de los Ancianos Desamparados an unser Hilfswerk gewandt, den Kauf eines neuen Motors zu finanzieren, da Motoren und Ersatzteile nicht genehmigungspflichtig sind. Daraufhin bezahlten wir ihnen einen neuen Motor. Der Lieferwagen läuft folglich “wieder rund”.

Nach einem Großeinkauf.

Nach einem Großeinkauf.

Die Hermanitas de los Ancianos Desamparados widmen sich der Betreuung von alten und bedürftigen Menschen. Gegenwärtig unterhält der Orden auf drei Kontinenten in 17 Ländern 210 Altenheime. Versorgt werden 26 000 Seniorinnen und Senioren.

Etwas weniger als zwei Drittel der Bewohner leben in Spanien, die anderen in Portugal, Deutschland, Italien, Mexiko, auf Kuba, Puerto Rico, in der Dominikanischen Republik, in Kolumbien, Venezuela, Ekuador, Peru, Bolivien, Argentinien, Chile, Brasilien und Mosambik. In Havanna unterhalten die Schwestern neben dem großen Altenheim ein weiteres Haus.

KIN / S. Stein