Irak: Protest durch Fasten und Gebet

Erzbischof von Kirkuk fordert besseren Schutz der Christen im Land

Louis Sako, chaldäisch-katholischer Erzbischof von Kirkuk.

Louis Sako, chaldäisch-katholischer Erzbischof von Kirkuk.

Mit einem Fasten- und Gebetstag haben die Christen im Irak gegen die zunehmenden gegen sie gerichteten Gewalttaten im Land protestiert. Der Erzbischof der nordirakischen Stadt Kirkuk, Louis Sako, hatte zu diesem friedlichen Protest aufgerufen.

Allein in der etwa 200 Kilometer nördlich von Kirkuk gelegenen Stadt Mossul waren in den letzten zwei Wochen mindestens sieben Christen ermordet worden, dutzende christliche Familien hatten die Stadt daraufhin in Panik verlassen.

In seiner Sonntagspredigt in der Kathedrale von Kirkuk sagte Erzbischof Sako, die barbarische Ermordung von unschuldigen Christen sei ein “Akt der Schande” gewesen, der die Menschenrechte, die nationale Einheit und alle religiösen Werte verletze.

Er warnte vor einer weiteren Radikalisierung des Iraks, falls noch mehr Christen aus dem Land vertrieben oder unter “das Banner des Islam” gezwungen würden. Um das zu verhindern, habe sich die Kirche dazu entschlossen, durch Fasten und Gebet ihre Solidarität mit den Ermordeten zu zeigen und gegen die “feigen Anschläge” zu protestieren.

Erzbischof Sako erklärte gegenüber unserem Hilfswerk, er habe an seiner Residenz und an der Kathedrale von Kirkuk Plakate aushängen lassen, auf denen die Mordanschläge scharf in arabischer und englischer Sprache verurteilt würden. Die genauen Hintergründe der Anschläge sind zwar noch unklar, ein Zusammenhang mit den Parlamentswahlen am kommenden Sonntag liegt jedoch nahe.

Irakische Christen in einer Kirche.

Irakische Christen in einer Kirche.

In seiner Predigt sagte Erzbischof Sako, die Ereignisse in Mossul seien das Ergebnis von “Spannungen und Machtkämpfen zwischen politischen Kräften” und fügte hinzu, dass es ohne eine nationale Einheit im Irak keine Stabilität im Land geben könne.

Die politischen Parteien rief er zu mehr Dialogbereitschaft auf und forderte die Zentralregierung in Bagdad sowie die Kommunalregierungen auf, ihre Bürger und insbesondere die Christen besser vor Mordanschlägen zu schützen. “Wir sind mehr denn je unter Beschuss!”, klagt der Erzbischof abschließend an.

Die Unterstützung der Christen im Nahen und Mittleren Osten ist eine der Hauptaufgaben von KIRCHE IN NOT. Papst Benedikt XVI. hatte das Hilfswerk persönlich darum gebeten, da er die Kirche in dieser Region “in ihrer Existenz bedroht” sehe. Heute leben ca. 300 000 bis 400 000 Christen im Irak, vor zwanzig Jahren waren es noch rund 1,4 Millionen.

“Eine Zukunft der Versöhnung und Gerechtigkeit ermöglichen”

Auch am vergangenen Sonntag rief er nach dem Angelusgebet zum Gebet für die irakischen Christen auf. Er sagte wörtlich: “Heute möchte ich mich besonders dem Gebet anschließen, der vom Bischofsrat in Ninive ersucht wird. Ich bin allen Christen in dem Land nahe. Sie sollen nie aufgeben, sich für das Gute in ihrem Vaterland einzusetzen. Sie sind schon seit Jahrhunderten ein vollwertiger Teil dieses Landes.

Und schließlich grüsse ich die Iraker auf dem Petersplatz. Ich rufe die internationale Staatengemeinschaft auf, den Irakern eine Zukunft der Versöhnung und Gerechtigkeit zu ermöglichen. Auch wünsche ich in der Hoffnung auf Gottes Hilfe, dass alles getan wird, damit dort wieder Frieden herrscht.”

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind bei uns unentgeltlich auf CD beziehungsweise DVD erhältlich.

CD-Tipp: Kreuzweg für die verfolgte Kirche

Das Kreuz: Symbol für Frieden und Heil.

Das Kreuz: Symbol für Frieden und Heil.

Eine Kreuzweg-Andacht in den Anliegen der verfolgten Kirche bieten wir anlässlich der Fastenzeit auf CD an. Der Kreuzweg wurde im vergangenen September in Augsburg aufgezeichnet und wird geleitet von Domkapitular Prälat Dr. Bertram Meier.

Irakische Christen, die durch Krieg und Verfolgung aus ihrer Heimat vertrieben worden sind, berichten über ihr Schicksal. Sie gestalten den Kreuzweg mit ihren traditionellen Kirchengesängen.

Die CD enthält außerdem Impulse des in Russland lebenden deutschen Pfarrers Erich Maria Fink. Er berichtet über die schwierigen Umstände, unter denen der Glaube in Russland zur Zeit der Sowjetunion überlebt hat.

Die CD “Kreuzweg für die verfolgte Kirche” können Sie unentgeltlich in unserem Münchner Büro bestellen:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888 – 0
Fax: 089 / 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

oder ganz bequem in unserem Bestelldienst.

1.Mrz 2010 17:06 · aktualisiert: 1.Mrz 2010 18:20
KIN / S. Stein