Chile: Große Schäden an Kirchengebäuden

Ein Großteil der Gotteshäuser im Land muss wieder aufgebaut werden

Chilenische Flagge.

Chilenische Flagge.

Die Kirche in Chile hat durch das verheerende Erdbeben am vergangenen Samstag vor allem große Sachschäden an ihren Gebäuden erlitten.

Da immer noch manche Telefonleitungen im Land gestört sind, haben wir noch nicht aus allen Diözesen verlässliche Meldungen über das Ausmaß der Schäden an kirchlichen Gebäuden. Doch die bisherigen Auskünfte unserer Projektpartner vor Ort sind erschütternd.

Der Vorsitzende der chilenischen Bischofskonferenz und Bischof von Rancagua, Monsignore Alejandro Goic Karmelic, berichtet, dass allein in seiner Diözese mehr als 90 Prozent der über 750 Kirchen und Kapellen entweder zerstört oder schwer beschädigt wurden. Rancagua liegt etwa 300 Kilometer nördlich des Epizentrums des Erdbebens, das sich in der Nähe der Stadt Concepción befand.

Der für Chile zuständige Länderreferent unseres Hilfswerks, Ulrich Kny, geht davon aus, dass die Schäden an der kirchlichen Infrastruktur in den Diözesen Talca, Concepción und Chillán noch weitaus größer seien. Ob auch pastorale Mitarbeiter unter den Opfern sind, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Der Bischof von Chillán, Monsignore Carlos Pellegrin Barrera, hat unserem Referenten telefonisch mitgeteilt, dass in seiner Diözese vor allem in den Küstenregionen mehrere Tote zu beklagen seien. Auch er meldete hohe Sachschäden. Die Kathedrale habe das Erdbeben zwar überstanden, sei aber wegen zerbrochener Fenster derzeit unbenutzbar. Mehrere Pfarrkirchen müssten abgerissen und neu aufgebaut werden.

Kirche in der Gemeinde Parca im Norden Chiles. Sie wurde mit Hilfe von KIRCHE IN NOT renoviert. Diese Region war vom aktuellen Erdbeben nicht betroffen.

Kirche in der Gemeinde Parca im Norden Chiles. Sie wurde mit Hilfe von KIRCHE IN NOT renoviert. Diese Region war vom aktuellen Erdbeben nicht betroffen.

Besonders groß seien die Schäden an vielen Wohngebäuden – in einer Pfarrei seien 800 Wohnhäuser zerstört worden. Auch die beiden Gebäude der Kinderklinik in Chillán wiesen irreparable Schäden auf. Die Kinder seien aber rechtzeitig evakuiert worden.

Juan Ignacio Gonzalez Errazuiz, Bischof von San Bernardo.

Juan Ignacio Gonzalez Errazuiz, Bischof von San Bernardo.

Der Bischof von San Bernardo im Süden des Ballungsraums der Hauptstadt Santiago, Monsignore Juan Ignacio González Errázuriz, hat dagegen gemeldet, dass in seiner Diözese keine Menschen zu Schaden gekommen seien, auch die Kathedrale habe das Erdbeben gut überstanden. Allerdings seien vier der ältesten Pfarrkirchen seines Bistums zerstört worden.

In der Hauptstadt Santiago de Chile haben Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT inzwischen mit der Hilfe für die Erdbebenopfer im Land begonnen. Das chilenische Nationalbüro unseres Hilfswerks hat die Katastrophe ohne Schäden überstanden. Die Mitarbeiter sind zur Stunde damit beschäftigt, sich ein Bild vom Ausmaß der Zerstörungen zu machen.

Länderreferent Ulrich Kny sagte, alle nötigen Hilfsmaßnahmen würden nach der Bestandsaufnahme direkt von Chile aus koordiniert. Durch diese “kurzen Wege” sei gewährleistet, dass die Hilfsgelder aus Europa und Chile zusammen effizient und schnell ihr Ziel erreichen.

Unser Hilfswerk wird vor allem beim Wiederaufbau der kirchlichen Gebäude im Land helfen. Anders als in Haiti kann man zwar davon ausgehen, dass die zum Wiederaufbau nötigen Mittel auch aus Chile selbst fließen können, durch die hohen Sachschäden ist aber auch dringend Hilfe aus dem Ausland nötig.

Gottesdienst in der nordchilenischen Diözese Arica. Dort wurde mit unserer Unterstützung in einer besonders armen Gemeinde eine Kapelle gebaut.

Gottesdienst in der nordchilenischen Diözese Arica. Dort wurde mit unserer Unterstützung in einer besonders armen Gemeinde eine Kapelle gebaut.

Offiziellen Angaben zufolge hat es die schwersten Schäden im Süden Chiles gegeben, insgesamt sind bisher mindestens 796 Menschen umgekommen, 1,5 Millionen wurden obdachlos. Allein in der Hauptstadt Santiago wurden über 1500 Wohnungen beschädigt.

Schätzungen über den entstandenen Sachschaden schwanken zwischen elf und 22 Milliarden Euro. Die meisten Schäden sind durch die Tsunami-Welle entstanden, die nach dem Erdbeben die Küstenstädte verwüstet hatte.

Wir rufen alle Wohltäter und Freunde von KIRCHE IN NOT zum Gebet für die Erdbebenopfer in Chile und Haiti auf und bitten um Spenden für den Wiederaufbau.

So können Sie die Menschen in Chile unterstützen:

Selbstverständlich können Sie weiterhin auch für die Menschen im Erdbebengebeit von Haiti spenden. Geben Sie dazu bitte das Stichwort “Haiti” an.

KIN / S. Stein