Blutige Unruhen in Nigeria

Über 500 Tote bei einem Überfall auf drei christliche Dörfer

Zerstörtes Fenster eines Pfarrzentrums in Kaduna / Nigeria.

Zerstörtes Fenster eines Pfarrzentrums in Kaduna / Nigeria.

Bei Unruhen zwischen Christen und Muslimen sind in der zentralnigeriansichen Provinz Plateau nach offiziellen Angaben über 500 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien viele Frauen und Kinder, melden Nachrichtenagenturen.

Hirten des muslimischen Nomadenvolkes Fulani hätten in der Nacht zum 7. März drei überwiegend christliche Dörfer überfallen, berichten Augenzeugen. Sie hätten “Allah ist groß” gerufen und seien auf die Bevölkerung mit Macheten losgegangen. Häuser seien in Flammen aufgegangen.

Der Rat christlicher Religionsführer erhebt in einer von einer Zeitung veröffentlichten Stellungnahme schwere Vorwürfe gegen die Armee. Demnach seien die in der Provinzhauptstadt Jos stationierten Truppen benachrichtigt worden, als das christliche Dorf von den muslimischen Nomaden belagert wurde.

Allerdings seien die Soldaten erst Stunden nach dem Überfall in dem nur fünf Kilometer entfernten Dorf eingetroffen. “Wir haben kein Vertrauen mehr in die Armee wegen ihrer Vorbehalte gegen Christen”, hieß es in der Erklärung weiter.

Nigerianische Frauen bei der Feldarbeit.

Nigerianische Frauen bei der Feldarbeit.

In der Provinz Plateau, deren Hauptstadt Jos ist, kommt es immer wieder zu Unruhen zwischen Christen und Muslimen. Erst im Januar waren bei blutigen Kämpfen mehr als 300 Menschen getötet worden. Auslöser der Gewalt sind häufig die wirtschaftliche Kokurrenz christlicher und muslimischer Gruppen. Der Hintergrund des Angriffs von Sonntag ist unklar. Vermutet wird allerdings eine Vergeltungsaktion.

In Nigeria leben rund 140 Millionen Menschen. Der wirtschaftlich ärmere Norden des Landes ist muslimisch geprägt, im verhältnismäßig wohlhabenderen Süden leben mehrheitlich Christen.

In der Politik wird auf ein Gleichgewicht der beiden Religionsgruppen geachtet. Da der jetzige muslimische Präsident Umaru Yar’Adua krank ist, leitet seit einigen Wochen sein christlicher Stellvertreter Goluck Jonathan die Amtsgeschäfte. Im kommenden Jahr wird in Nigeria ein neuer Präsident gewählt, erst dann wäre regulär wieder ein christliches Staatsoberhaupt an der Reihe.

So können Sie den Christen in Nigeria helfen:

Veranstaltungs-Tipp: Begegnungstage zum Thema Nigeria

Obiora Ike, Prälat aus Enugu / Nigeria.

Obiora Ike, Prälat aus Enugu / Nigeria.

Am letzten Mai-Wochenende laden wir Freunde und Wohltäter unseres Hilfswerks zu Begegnungstagen in die Akademie Klausenhof in Hamminkeln-Dingden am Niederrhein. Die Tage stehen unter dem Thema “Nigeria – Christen zwischen Hoffnung und Scharia?”

Als Referenten haben wir unter anderem den Erzbischof der nigerianischen Diözese Abuja, John Onaiyekan, sowie Prälat Obiora Ike eingeladen, den viele möglicherweise aus unseren Radio- und Fernsehsendungen sowie als Gast auf unseren Kongressen “Treffpunkt Weltkirche” kennen.

Im Programm ist auch eine Busfahrt in den nahegelegenen Wallfahrtsort Kevelaer vorgesehen, wo auch eine Heilige Messe in den Anliegen der Christen in Nigeria gefeiert wird.

Die Kosten für die Begegnungstage vom 28. bis 30. Mai betragen 121,50 Euro pro Person im Doppelzimmer beziehungsweise 126,50 Euro im Einzelzimmer. Für die Busfahrt nach Kevelaer sind zusätzlich etwa fünf Euro pro Person zu entrichten.

Bitte melden Sie sich bis spätestens 15. März 2010 in unserem Büro in München an. Dort erhalten Sie auch weitere Informationen zum Programm.

KIRCHE IN NOT
Lorenzonistraße 62
81545 München
Telefon: 089 – 64 24 888-0
Telefax: 089 – 64 24 888-50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

8.Mrz 2010 16:03 · aktualisiert: 11.Nov 2013 14:39
KIN / S. Stein