Säen und Ernten in Erfurt

Unser Beichtmobil in der thüringischen Landeshauptstadt

Unser Beichtmobil vor der Kaufmannskirche in der Erfurter Innenstadt.

Unser Beichtmobil vor der Kaufmannskirche in der Erfurter Innenstadt.

Begleitet von großem Medieninteresse hat unsere Beichtmobil-Tour durch Thüringen, Sachsen und Berlin zum Ausklang der diesjährigen Fastenzeit begonnen.

Jedes Jahr veranstalten wir eine derartige kleine Tournee in einer Region in der Woche vor Palmsonntag. Damit möchten wir auf die Beichte aufmerksam machen und unentschlossenen Katholiken die Möglichkeit geben, wenigstens einmal im Jahr ihr Herz zu erleichtern.

Die erste Station unseres “fahrenden Beichtstuhls” war am 22. und 23 März Erfurt. Dort stand das Beichtmobil in der Innenstadt vor einem Einkaufszentrum in der Nähe des Hauptbahnhofs. Pater Hermann-Josef Hubka, der geistliche Assistent unseres Hilfswerks, stand für Seelsorge- und Beichtgespräche bereit.

Er zeigte sich mit der Resonanz bei den Erfurterinnen und Erfurtern zufrieden. “Die erste Beichte durfte ich am Montagabend hören”, berichtete er, “aber den ganzen ersten Tag über gab es über zwanzig teilweise sehr tiefgehende Seelsorgegespräche.” Manche Passanten hatten Pater Hubka schon vor dem Beichtmobil unter Tränen ihr Herz ausgeschüttet.

Einer jungen Frau habe er mit dem Kontakt zur christlichen Drogenentzugseinrichtung “Fazenda da Esperança” weiterhelfen können. “Wir beten, dass sie es schafft, von ihrer Sucht loszukommen”, sagte er.

Pater Hermann-Josef Hubka bei einem Gespräch vor dem Beichtmobil.

Pater Hermann-Josef Hubka bei einem Gespräch vor dem Beichtmobil.

Nach ausführlichen Berichten in den Erfurter Zeitungen sowie im Radio und Fernsehen, kamen am Dienstag schließlich viele Katholiken zum Beichtmobil, um das Sakrament der Buße zu empfangen. “Am zweiten Tag konnten wir bereits ernten, was wir am ersten Tag gesät haben”, sagte Pater Hubka schmunzelnd. “So schnell geht das selten.”

Das Bild der Kirche unter den Menschen nach den Missbrauchsskandalen wieder ins rechte Licht zu rücken – das wünscht sich Pater Hubka. “Es kommt vor, dass man von Passanten im Vorbeigehen wegen der jetzt bekannt gewordenen schlimmen Missbrauchsfälle beschimpft wird”, bedauerte Pater Hubka, “aber die meisten lassen sich doch auf ein Gespräch ein und verstehen, dass auch in der Kirche einzelne Sünder nicht gleich die ganze Institution unmöglich machen.”

Insgesamt hofft er, dass das Beichtmobil in Erfurt fruchtbar sein konnte und “dass wir in all den Diskussionen der letzten Wochen mal wieder ein positives Bild von der Kirche in den Köpfen der Menschen hinterlassen haben.”

25.Mrz 2010 15:55 · aktualisiert: 7.Apr 2015 15:04
KIN / S. Stein