Ein “vernünftiger” Messias?

Gedanken zur Passion von Pater Werenfried van Straaten

Pater Werenfried van Straaten.

Pater Werenfried van Straaten.

Christus begann seine Passion mit dem klaren Wissen: “Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten.” Er fügte hinzu: “Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre” (Mt 26,21.24).

Dieser Mensch war derselbe, der sich darüber geärgert hatte, dass Magdalena Jesus die Füße gesalbt hatte: “Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben?” (Joh 12,5).

Die Frage des Judas hört sich sehr christlich und fast modern an. Dennoch ist es die Frage eines Verräters, der weder den Herrn versteht noch die Armen liebt, wie karitativ er sich auch geben mag. Denn in seiner Kritik an Maria Magdalenas Geste maßloser Liebe distanziert er sich von der Gesinnung des Meisters, die nichts anderes ist, als sich aus Liebe bis zur Torheit des Kreuzes zu opfern.

Ein “vernünftiger” Messias, ein Wundertäter oder König, wäre für Judas annehmbar gewesen, nicht aber einer, der freiwillig ans Kreuz geht. Darum hat er ihn auch verraten. Seine Argumentation ist typisch für einen Abtrünnigen. Denn nur ein solcher kann mit pseudo-christlichen Worten das Kreuz Christi verwerfen.

So ist Judas zum Vater aller geworden, die wegen ihrer vermeintlichen Weisheit die Torheit des Kreuzes nicht ertragen und im Namen eines “reinen”, “modernen”, “glaubwürdigen” Christentums versuchen, das Kreuz wegzudiskutieren.

Ausgewählte Gedanken zum Jahreskreis von Pater Werenfried van Straaten aktualisieren wir immer im Vorfeld besonderer Festtage oder Monate. Hier gelangen Sie zu der Seite.

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind als DVD oder Hör-CD unentgeltlich bei uns erhältlich.

29.Mrz 2010 16:01 · aktualisiert: 18.Mrz 2016 19:37
KIN / S. Stein