Frei, aber arm
Vor 50 Jahren wurde das westafrikanische Land Togo unabhängig
Am 27. April 2010 jährt sich die Unabhängigkeit der ehemaligen französischen Kolonie Togo zum fünfzigsten Mal.
Das tropische Land ist mit einer Fläche von 56 785 Quadratkilometern etwas größer als Niedersachsen. Im Süden grenzt es an den Atlantik, im äußersten Norden beginnt die Savannenlandschaft. Nachbarstaaten sind im Westen Ghana, im Osten Benin und im Norden Burkina Faso.
Der Name Togo leitet sich von To (Gewässer) und Go (Ufer) ab und war der Name einer Lagunenstadt im südlichen Teil des Landes. Diese übergab den Namen bei der Gründung der Republik ab und wurde zu Togoville (Togostadt). Die Hauptstadt des Landes heißt Lomé.
Von 1967 bis 2005 wurde das Land vom Präsidenten Gnassingbé Eyadéma regiert. Nach dessen Tod ernannte die Armee des Landes seinen Sohn Faure Gnassingbé zum neuen Präsidenten. Schon drei Wochen später trat er auf nationalen und internationalen Druck hin zurück. Bei der am 24. April 2005 stattfindenden Wahl wurde er jedoch als Präsident bestätigt.
Nicht nur die Opposition, sondern auch ausländische Wahlbeobachter berichteten von Unregelmäßigkeiten und Manipulationen. In den Tagen nach der Präsidentschaftswahl kam es zu gewaltsamen Unruhen, bei denen mehrere hundert Menschen starben.
Auch nach der jüngsten Präsidentschaftswahl am 4. März 2010, bei denen Faure Gnassingbé wiedergewählt wurde, kam es zu Protesten und Unruhen. Schon seit der Regierungszeit des Vaters Gnassingbé Eyadém berichten internationale Organisationen immer wieder von Menschenrechtsverletzungen.
Per Gesetz besteht in Togo Religionsfreiheit. Offizielle Zahlen zu den Religionszugehörigkeiten der rund sechseinhalb Millionen Einwohner sind uneinheitlich. Nach dem aktuellen Fischer-Weltalmanach pflegt die Hälfte der Bevölkerung traditionelle Naturreligionen, knapp ein Drittel sind Christen (24 Prozent Katholiken und sechs Prozent Protestanten), 15-20 Prozent sind laut dieser Statistik sunnitische Muslime.
Christen werden zwar in Togo nicht verfolgt, es gibt jedoch finanzielle Engpässe bei der Seelsorge. Die Armut in Togo ist groß, die Wirtschaft des Landes ist schwach. Rund 40 Prozent der über 14-Jährigen sind Analphabeten.
Beispiele unserer Hilfe in der Diözese Dapaong
KIRCHE IN NOT unterstützt die Christen in Togo. Allein im vergangenen Jahr wurde mit über 200.000 Euro geholfen. Beispiele unserer Hilfe sind die Unterstützung für den Kauf eines Fahrzeugs für die Pfarrei Mandori (siehe Foto) sowie ein Zuschuss von 15.000 Euro für Benediktinerinnen in derselben Diözese Dapaong für die Errichtung einer Kapelle.
Anfang 2008 konnte der Grundstein gelegt werden. Es hatte zuvor Schwierigkeiten gegeben, da der Boden durch eine Trockenzeit instabil geworden war. Im letzten Winter mussten die Bauarbeiten vorübergehend eingestellt werden, da der Zement zu brüchig geworden war.
Dennoch blicken die Schwestern zuversichtlich nach vorn und hoffen, die Arbeiten an der Kapelle bald beendet zu haben.
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