Dem Glauben wieder ein Dach geben

Unsere Hilfe in den Monaten nach dem schlimmen Erdbeben in Chile

Eine von zahlreichen Kirchen, die bei dem Erdbeben am 27. Februar in Chile zerstört wurden.

Eine von zahlreichen Kirchen, die bei dem Erdbeben zerstört wurden.

Der Tod kam plötzlich, in der Nacht. Es war 3.34 Uhr, und die Menschen schliefen, als die Erde bebte. Es war eines der stärksten Beben der Geschichte: 8,8 auf der Richter-Skala.

Häuser stürzten ein, Brücken fielen zusammen, achtzig Prozent der Bevölkerung spürte 90 lange Sekunden die harten Stöße der Erde. Dann kam der Tsunami und riss die Küste auf – alles weg, was den Schock­­­­­wellen im Weg stand.

Über hunderte von Kilometern erstreckten sich Verwüstung und Trümmer an Küsten und in Städten. 450 Tote sind zu beklagen, unermesslich sind die Schäden, 40 000 Schulen sind betroffen, 200 000 Wohnhäuser, von den Hütten ganz zu schweigen.

Noch während die Nachbeben die Menschen in Angst und Schrecken hielten, waren Priester und Schwestern zur Stelle, um zu trösten und gemeinsam zu beten. Eine Welle der Solidarität stemmte sich im Volk auf gegen den Schock. Auch die Herzen bebten. Unter dem Stichwort “Chile hilft Chile” kamen Millionen für die Erste Hilfe zusammen. Land und Volk zeigten sich vereint in der Not.

Jetzt, drei Monate nach der Katastrophe, sind die Ressourcen der Menschen erschöpft. Jetzt fehlt vielen Chilenen vor allem eines: Der Ort, um Gott zu danken für das Überleben, für die Hilfe in der Not, für die Nächstenliebe der Tat. Vier von fünf Gotteshäusern sind zerstört oder so beschädigt, dass sie nicht benutzt werden können. Die Messe wird unter freiem Himmel auf Straßen und Plätzen gelesen.

Fassungslos betrachten die Menschen die immensen Schäden in den Kirchen. In der Bildmitte ist Msgr. Alejandro Goic, Bischof von Rancagua, zu sehen.

Fassungslos betrachten die Menschen die immensen Schäden in den Kirchen. In der Bildmitte ist Msgr. Alejandro Goic, Bischof von Rancagua, zu sehen.

Demnächst ist Winter in Chile, und der kommt mit Regen und Kälte. Unser Hilfswerk hat mehrere Zeltkirchen aufgestellt – Provisorien, Orte der Hoffnung auf bessere Zeiten. Das ist jetzt unsere Stunde. Die zweite Welle der Solidarität muss der Hoffnung Nahrung geben. In den Zeltkirchen finden jeweils rund hundert Gläubige Platz. Eine Kapelle kostet 14.000 Euro.

Die “Kapellenzelte” waren der erste Schritt der Aufbaukampagne, die unser chilenisches Büro in Santiago de Chile unter dem Namen “Ein neues Chile mit Christus” gestartet hat. Zusammen mit den Bischöfen wollen wir dem “Glauben in Chile wieder ein Dach geben”.

Innenansicht eines Kapellenzeltes.

Innenansicht eines Kapellenzeltes.

Es wird dauern, wie Erzbischof Ricardo Ezzati sagt. Und nur die Kirche könne diese Aufgabe meis­tern, so dass Chiles Seele gestärkt aus der Katastrophe hervorgehe. “Unsere Kirchen sind Zeichen der Gegenwart Gottes unter uns. Hier kann die Gemeinschaft mit Ihm gestärkt werden. Hier können neu Tugenden und geistige Werte für ein brüderliches Miteinander erwachsen.”

Das brüderliche Miteinander betrifft auch uns. Denn alleine können sie es nicht schaffen. Gemeinsam schon – und auch wir können daran wachsen.

So können Sie die Menschen in Chile unterstützen:

Selbstverständlich können Sie weiterhin auch für die Menschen im Erdbebengebiet von Haiti spenden. Geben Sie dazu bitte das Stichwort “Haiti” an.

25.Mai 2010 10:00 · aktualisiert: 25.Mai 2010 10:10
KIN / S. Stein