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Honduras: Unterstützung von Seminaristen

Im Erzbistum Tegucigalpa studieren derzeit 150 Priesteramtskandidaten

Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa.

Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa.

Honduras ist der zweitgrößte Staat Mittelamerikas. Die Hauptstadt Tegucigalpa ist  Sitz eines Erzbischofs. Im Bistum leben rund 1,5 Millionen Katholiken. Die Gesamtbevölkerung von Honduras beträgt 7,6 Millionen, fast 90 Prozent der Einwohner sind katholisch.

Erzbischof von Tegucigalpa ist seit 1993 Kardinal Oscar  Rodríguez Maradiaga. Der 67-jährige gehört dem Salesianerorden Don Boscos (SDB) an. Er war im Mai 2009 Gast bei einem Begegnungswochenende mit Freunden und Wohltätern von KIRCHE IN NOT in Altötting.

Besonderes Anliegen des Erzbistums ist die Ausbildung junger Priester “mit missionarischem Herzen”, wie es in einem Schreiben an KIRCHE IN NOT heißt. Im Seminar von Tegucigalpa bereiten sich zurzeit 150 junge Männer auf diesen Weg vor. Wir unterstützen das Seminar bereits seit längerem finanziell, in diesem Jahr mit einem Zuschuss in Höhe von 18.000 US-Dollar (knapp 15.000 Euro).

Die Mehrzahl der Priesteramtskandidaten von Tegucigalpa stammt aus ländlichen Gebieten, wo die Lebensbedingungen äußerst dürftig sind. An vielen Orten fehlt fließendes Wasser und Strom. Die Motive, ins Priesterseminar zu gehen, sind  unterschiedlich, ja widersprüchlich; mancher Kandidat möchte einfach nur den ärmlichen Lebensumständen entfliehen.

Gottesdienst im Priesterseminar von Tegucigalpa.

Gottesdienst im Priesterseminar von Tegucigalpa.

Die Leitung des Priesterseminars legt daher großen Wert darauf, dass die Anwärter den Aufenthalt im Seminar als eine Zeit der Prüfung verstehen. Das Seminar zu verlassen, ist deshalb Ausdruck der Freiheit des einzelnen und keinesfalls verantwortungslos. Denn nur derjenige, der tatsächlich eine Berufung zum priesterlichen Dienst hat, soll auch die Weihen empfangen.

Der Priester soll sich als von Gottes Liebe Beschenkter begreifen. Während der Veranstaltung in Altötting erklärte Erzbischof Rodriguez Maradiaga: “Der Jünger liebt, weil er sich von Jesus geliebt weiß, mit einer Liebe in der Gemeinschaft, die keine Gegenleistung erwartet. Jesus nennt seine Jünger ‘Freunde’, denn er hat ihnen alles mitgeteilt, was er von seinem Vater gehört hat. Seine Liebe ist absolut geschenkt, denn sie steht vor der Entscheidung der Jünger.”

Hütte aus Brettern in einem Armutsviertel von Tegucigalpa. Honduras ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas.

Hütte aus Brettern in einem Armutsviertel von Tegucigalpa. Honduras ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas.

Honduras gilt nach Haiti als eines der ärmsten Länder Lateinamerikas und der Karibik. Nach einem verheerenden Wirbelsturm 1998, der Tausende das Leben kostete, hat sich die Wirtschaft nur langsam erholt.

Die aktuelle, anhaltende Weltwirtschaftskrise trifft das Land besonders hart, da es stark von den Auslandsmärkten abhängt. Nach wie vor wird die Wirtschaft vor allem durch die Landwirtschaft bestimmt. Nur wenige Großbetriebe produzieren für den Export, zahlreiche kleinere Unternehmen bedienen vor allem die lokalen Märkte. Zudem ist die Industrie unzureichend entwickelt; die Arbeitslosigkeit ist hoch. Gerade die jüngeren Honduraner verlassen das Land, vor allem in die Vereinigten Staaten.

Kardinal Maradiaga über die PRAYERBOX von KIRCHE IN NOT

Kardinal Maradiaga mit unserer Prayerbox.

Kardinal Maradiaga mit unserer Prayerbox.

Ich möchte gerne diese geniale Initiative von KIRCHE IN NOT würdigen. Sie ist eine besondere Botschaft für die Jugendlichen. Die Jugendlichen machen sich auf den Lebensweg, manchmal mit großer Angst.

Sie sind auf dem Weg, und wenn man unterwegs ist, braucht man gute Begleiter. Und wenn man in der Tasche die ‘Prayerbox für unterwegs’ trägt, weiß man, dass man einen Begleiter auf diesem Weg hat.

Und wer könnte dieser gute Begleiter für den Weg sein? Der Rosenkranz, das Weihwasser, das Kreuz Christi und das Gebet … Eine geniale Idee.

Ich gratuliere KIRCHE IN NOT zu dieser Idee und träume davon, dass irgendwann alle Jugendlichen eine Prayerbox für den Weg in ihrem Leben haben können.

25.Jun 2010 09:56 · aktualisiert: 25.Jun 2010 10:21
KIN / S. Stein