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Slowakei: Einrichtung eines Pastoralzentrums

Pfarrei leistet viel Eigenarbeit, braucht aber finanzielle Hilfe für das Material

Eingang des Pastoralzentrums.

Eingang des Pastoralzentrums.

Im Osten des Landes, nahe der Stadt Michalovce und des größten Stausees der Slowakei, arbeitet die gesamte Pfarrgemeinde von Trnava pri Laborci eifrig daran ihr Pastoralzentrum einzurichten.

Die Pfarrgemeinde Zoslania Sv. Ducha hat sich dazu entschieden, das Dach ihres Pfarrhauses umzubauen. Bei der Sonntagskollekte spendeten die Gläubigen bereits viel Geld. Es reichte aber nicht aus. Aus diesem Grund wandte sich der zuständige Bischof, Mgr. Milan Chautur, von der Eparchie von Kosice, an KIRCHE IN NOT.

In der Slowakei leben noch viele der 5,4 Millionen Menschen von der Landwirtschaft und sie sind recht arm. Am 1. Januar 1993 entstand die selbstständige Slowakische Republik. Seit 2004 gehört sie zur Europäischen Union. Die Slowaken hoffen, dass es bald besser gehen wird. Trotz Kommunismus und Verfolgung haben die Menschen in der Slowakei nicht ihren Glauben verloren, so dass die Slowakei heute ein mehrheitlich katholisches Land ist.

Die Katholiken der Slowakei sind im Durchschnitt jung und recht aktiv. Die Hälfte von ihnen geht regelmäßig sonntags zur Kirche. Vier bis fünf Heilige Messen am Sonntagvormittag sind hier die Regel. Manche Menschen lassen sich noch im Erwachsenenalter taufen.

Der Nachwuchs in den Priesterseminaren und in den Ordensnoviziaten ist im Vergleich zu den Nachbarländern ungewöhnlich hoch. Während sich fast 70 Prozent der Slowaken zur römisch-katholischen Konfession bekennen, sind rund fünf Prozent der Einwohner griechisch-katholisch – die Mehrheit von ihnen lebt im Osten des Landes. In der Slowakei gibt es drei Bistümer der griechisch-katholischen Kirche – die Erzeparchie Presov, die Eparchie Bratislava und die Eparchie Kosice.

So sieht das neue Pastoralzentrum aus.

So sieht das neue Pastoralzentrum aus.

“Das Dorf Trnava pri Laborci hat zusammen mit dem Filialdorf Vinné 2124 Einwohner”, schreibt Mgr. Karol Knap, Administrator der Pfarrei, “davon sind 656 griechisch-katholisch.” Im Jahr 2002 haben die Gläubigen das Innere ihrer Pfarrkirche Zoslania Sv. Ducha, das heißt übersetzt  “Ausgießung des Heiligen Geistes”, ausschließlich mit ihren Spenden und in Eigenarbeit restauriert.

Obwohl die Pfarrgemeinde schon damals ein Pastoralzentrum dringend nötig gehabt hätte, gab es dafür keine Mittel mehr. Die Pfarrei brauche dieses Pastoralzentrum für die Katechese, für die Vorbereitung auf die Taufen und die Erstkommunion, für Ehevorbereitungskurse, für Versammlungen und vieles mehr, schreibt Mgr. Karol Knap. Bisher fanden alle Aktivitäten entweder in der Kirche oder im Pfarrhaus statt.

Das Pfarrhaus ist aber 200 Jahre alt, und der Pfarrer und seine Familie brauchen einen privaten Wohnbereich. Da sich die Gemeinde den Bau eines separaten Gebäudes nicht leisten kann, wird das Pfarrhausdach so ausgebaut, dass dort das Pastoralzentrum untergebracht werden kann. Die Pfarrwohnung wird im Erdgeschoss bleiben. Durch eine Außentreppe werden die Gläubigen das Pastoralzentrum betreten können.

Kapelle und Versammlungsraum

Die Pfarrgemeinde plante den gesamten Umbau des Dachgeschosses mit einer kleinen Kapelle, einem großen Versammlungsraum und Sanitäreinrichtungen. Zudem soll die Möglichkeit bestehen, für kleinere Besuchergruppen, wie Kinder und Jugendliche aus anderen Pfarreien, vor Ort übernachten zu können. Daher wurden zwei weitere Zimmer mit einer kleinen Küchenecke in die Planung aufgenommen.

“Es ist uns gelungen”, schreibt Mgr. Karol Knap an KIRCHE IN NOT, “eine Summe von rund 12.500 Euro zu sammeln.” Zudem werden die Arbeitskosten zum großen Teil durch die eigene Arbeit der Gläubigen gedeckt. “Damit konnten wir noch rund 6950 Euro sparen”, berichtet Mgr. Karol Knap.

Im Laufe der Planung wurde festgestellt, dass aus Sicherheitsgründen eine Betonplatte anstelle eines Holzbodens im Dachgeschoss eingegossen werden sollte. Daraufhin entfernte die Pfarrgemeinde eigenhändig das gesamte Dach des Pfarrhauses und baute eine Betonplatte ein, als der Regen einsetzte.

“Arbeit im Pastoralzentrum hat eine Zukunft”

Leider drang Wasser ins Gebäudeinnere ein, und es kam es zu einer Erhöhung der geplanten Kosten. Zudem sind manche Materialkosten unumgänglich, wie beispielsweise für das äußere Treppenhaus, für die Boden-Isolierung, für die Decken, Fenster und Türen. Dazu kommen Wasserleitung, Gasanschluss, Gaskessel, Armaturen, Heizkörper, Elektrizitätsverteiler, Sanitäreinrichtungen, Material für die Küche, Blitzableiter und so weiter.

Im Hinblick auf ihre Lage nahe der “Sempliner Weite”, dem größten Stausee der Slowakei als Erholungs- und Freizeitgebiet, wird voraussichtlich die Zahl der Gläubigen in der Pfarrei wachsen. “Das ist auch eine Garantie, dass die Arbeit im Pastoralzentrum wirklich eine Zukunft hat”, schreibt Bischof Milan Chautur.

KIRCHE IN NOT hat der Pfarrgemeinde 8000 Euro für die Einrichtung ihres Pastoralzentrums versprochen – damit die Gemeinde weiter gedeihen und ihre Früchte vervielfältigen kann.

KIN / S. Stein