Bundestag debattiert über Religionsfreiheit

Parteien klagen die Einschränkung des Grundrechtes in vielen Ländern an

Pakistan: Ein Priester zeigt auf den zerstörten Tabernakel.

Pakistan: Ein Priester zeigt auf den zerstörten Tabernakel.

Der Bundestag hat sich am Donnerstag in einer Debatte mit dem Thema Religionsfreiheit beschäftigt. Die Fraktionen von CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen fordern die Bundesregierung in einem gemeinsamen Antrag auf, die Religions- und Glaubensfreiheit weltweit zu schützen und zu stärken.

Die Regierungskoalition hat dabei die Lage der christlichen Minderheiten im Blick; Bündnis 90/Die Grüne verlangt die vollständige rechtliche Gleichstellung aller Religionsgemeinschaften.

Union und FDP fordern, dass auch auf internationaler Ebene für das elementare Recht auf Religionsfreiheit eingetreten werden müsse. Vor allem Christen und Anhänger der Bahai-Religion seien von Verfolgung getroffen.

Besonders dramatisch sei die Lage für religiöse Minderheiten im Irak, aber auch in Staaten des Nahen und Mittleren Ostens, in Nordafrika oder China komme es zu Einschränkungen der Religionsfreiheit. Das Recht auf Wechsel der Religion und auf das öffentliche Bekenntnis werde in zahlreichen Staaten nicht berücksichtigt.

Daher fordern einige Abgeordnete, dass die Bundesregierung sich im internationalen Kontext für die Glaubens- und Religionsfreiheit einsetzt. Auch in der Außen- und Entwicklungshilfepolitik müssten die Anstrengungen verstärkt werden. Die Europäische Union solle zudem eine Strategie zum Schutz der Religionsfreiheit entwickeln. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen weist daraufhin, dass sich die Lage der Bahai im Iran und der Kopten in Ägypten dramatisch verschlechtert habe.

Immer wieder kommt es im Irak zu Anschlägen auf Kirchen.

Immer wieder kommt es im Irak zu Anschlägen auf Kirchen.

Sie mahnt an, nicht nur auf das entfernte Ausland zu schauen, sondern auch die alltägliche Diskriminierung religiöser Minderheiten in Deutschland und Europa nicht aus den Augen zu verlieren. Daher fordert sie die Regierung auf, sich für eine vollständige Gleichstellung aller Religionsgemeinschaften in allen Politikbereichen einzusetzen.

In dem parteiübergreifenden Antrag heißt es abschließend, dass der Schutz der Religions- und Glaubensfreiheit eine zwingende Voraussetzung für den Beitritt in die Europäische Union sein solle.

Das Parlament hat beschlossen, die Anträge unter anderem an den Menschenrechtsausschuss weiterzuleiten. Die Debatte über die Religionsfreiheit ist eine der letzten Sitzungen des Bundestags vor der Sommerpause gewesen.

So können Sie die verfolgten Christen weltweit unterstützen:

CD-Tipp: Kreuzweg für die verfolgte Kirche

Kreuz im Sonnenuntergang. Das Bild entstand in Israel.

Kreuz im Sonnenuntergang. Das Bild entstand in Israel.

Eine Kreuzweg-Andacht in den Anliegen der verfolgten Kirche bieten wir Ihnen auf CD an. Der Kreuzweg wurde im vergangenen September in Augsburg aufgezeichnet und wird geleitet von Domkapitular Prälat Dr. Bertram Meier.

Irakische Christen, die durch Krieg und Verfolgung aus ihrer Heimat vertrieben worden sind, berichten über ihr Schicksal. Sie gestalten den Kreuzweg mit ihren traditionellen Kirchengesängen.

Die CD enthält außerdem Impulse des in Russland lebenden deutschen Pfarrers Erich Maria Fink. Er berichtet über die schwierigen Umstände, unter denen der Glaube in Russland zur Zeit der Sowjetunion überlebt hat.

Die CD “Kreuzweg für die verfolgte Kirche” können Sie unentgeltlich in unserem Münchner Büro bestellen:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888 – 0
Fax: 089 / 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

oder ganz bequem in unserem Bestelldienst.

7.Jul 2010 13:14 · aktualisiert: 10.Jun 2014 11:28
KIN / S. Stein