Effata! Ohren auf!

KIRCHE IN NOT fördert einen christlichen Radiosender der Diözese Laï

Ehrenamtlicher Moderator von Radio Effata.

Ehrenamtlicher Moderator von Radio Effata.

Unser Hilfswerk unterstützt seit zwei Jahren einen katholischen Radiosender in der Stadt Laï, im Süden der afrikanischen Republik Tschad.

Laï ist mit rund 15 000 Einwohnern die größte Stadt der Region Tandjilé. Dort kommt es in der Regenzeit regelmäßig zu starken Überschwemmungen – zwei bis drei Monate im Jahr sind viele Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Für diese Zeiten ist das Radio ein besonderes wichtiges Kommunikationsmittel.

Daher gründete die Diözese Laï 2003 ein privates Gemeinschaftsradio: Radio Effata. Es sendet täglich vier Stunden Programm – zwei Stunden am Morgen, zwei am Abend. Nach eigenen Schätzungen kann es bis zu einer Million Hörer in der Region erreichen.

Sonntags ist Bischof Miguel-Ángel Sebastián Martínez selbst auf Sendung und legt das Evangelium aus. In einer anderen Sendung antwortet ein Priester auf Fragen aus der Bevölkerung, beispielsweise zu den Sakramenten, zum Thema Ehe und Familie oder über Familienplanung. Eine weitere Sendung vermittelt christliche Werte anhand von Erzählungen. Im Beitrag “Echo der Pfarreien” werden die Feste der verschiedenen Gemeinden angekündigt.

Auch weltliche Themen werden behandelt. Radio Effata berichtet über die Politik, Kultur und Landwirtschaft in der Region. Ein Arzt gibt Ratschläge zu Hygiene und Gesundheitsvorsorge, zum Thema AIDS, zu Risiken bestimmter Medikamente. Ein ehrenamtlicher Moderator sorgt für Unterhaltung, spielt Musik, stellt örtliche Künstler vor und gibt Kinotipps.

Der diözesane Sender Radio Effata ist ein wichtiges Organ der christlichen Jugend- und Erwachsenenbildung in der Region.

Der diözesane Sender Radio Effata ist ein wichtiges Organ der christlichen Jugend- und Erwachsenenbildung in der Region.

Der Sender wendet sich an alle Menschen und ist nicht kommerziell, sondern verfolgt einen pädagogischen Ansatz. Hochwertige Beiträge sollen den Hörern durch Informationen und Ratschläge aus ihren alltäglichen Nöten helfen. Vier Übersetzer, die neben Französisch und Arabisch auch mehrere Stammessprachen beherrschen, sorgen dafür, dass Menschen erreicht werden, die weder Französisch noch Arabisch können.

Die eigenen Mittel reichen nicht

Obwohl der Sender bereits mit regionalen und nationalen Organisationen zusammenarbeitet und ihm einmal im Jahr eine Kollekte der Diözese zukommt, reichen die Mittel nicht.

KIRCHE IN NOT möchte den Sender durch finanzielle Hilfen auf eine professionelle und solide Basis stellen. Zukünftig soll er sich selbst finanzieren und auf Dauer seine wichtige Funktion als Organ der Jugend- und Erwachsenenbildung in Tadjilé wahrnehmen können. Helfen Sie uns dabei!

So können Sie helfen und sich informieren:

Mess-Stipendien für Priester in Afrika

Mit Mess-Stipendien können Sie helfen, die Lebensgrundlage vieler Priester zu sichern. Ein Mess-Stipendium ist eine Geldgabe für die Feier einer Heiligen Messe in einem bestimmten Anliegen. Schon seit dem 2. Jahrhundert war es üblich, in der Heiligen Messe Opferspenden zu geben, oder für den Unterhalt der Priester und für die Armen Naturalien zu spenden. Später entwickelte sich die Messgabe zum Mess-Stipendium.

Viele Priester in Afrika können nur dank Mess-Stipendien überleben. Einer schrieb uns: “Die Mess-Stipendien sind wahrhaft ein Segen für uns alle. [...] Wir hatten mehrere Monate gar nichts. [...] Ich verspreche, dass wir den Willen der Wohltäter erfüllen werden. Nochmals vielen Dank und versichern Sie unseren Wohltätern unsere Gebete.”

Die Republik Tschad

Die Republik Tschad liegt in Zentralafrika und grenzt an Libyen im Norden, Sudan im Osten, Zentralafrikanische Republik und Kamerun im Süden, Nigeria und Niger im Westen. Tschad ist mehr als dreimal so groß wie die Bundesrepublik und eines der ärmsten Länder der Welt.

Am 11. August 1960 wurde die französische Kolonie zur unabhängigen Republik. Es folgten eine Zeit der Diktatur bis 1975, eine Militärregierung bis 1978 und mehrere Bürgerkriege.

Seit 1996 wird die Republik Tschad von einem Präsidenten und einem Mehrparteiensystem regiert. Der Sudanesische Darfur-Konflikt strahlt seit 2003 in den Osten der Republik Tschad aus.Von 2006 bis 2009 kam es erneut zu einem  Bürgerkrieg. Näheres zur jüngeren Geschichte und zur Situation der Christen können Sie in unserem Länderbericht nachlesen.

Der Tschad ist geprägt von der Spannung zwischen Tradition und Moderne: die Mehrheit der Bevölkerung lebt in traditionellen Dorfgemeinschaften und arbeitet wie seit vielen Generationen in Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei. Es gibt kaum ausgebaute Straßen und generell keine gute Infrastruktur.

In der Region Tandjilé leben überwiegend Christen (52 Prozent Katholiken und 30 Prozent Protestanten). Im Norden der Republik überwiegt die muslimische Bevölkerung, die sich mehr und mehr auch in den südlichen Regionen ausbreitet. Über die Hälfte der Gesamtbevölkerung sind Muslime, ein gutes Fünftel Christen, ein weiteres Fünftel sind Anhänger von Naturreligionen.

11.Aug 2010 16:32 · aktualisiert: 11.Mrz 2012 19:14
KIN / T. Waitzmann