“Eine erneuerte, verstärkte Seelsorge vermag die Menschen wieder aufzurichten”

Wiederaufbau in Haiti: Nuntius von Port-au-Prince zu Besuch bei KIRCHE IN NOT

Erzbischof Bernardito Auza, Apostolischer Nuntius von Port-au-Prince.

Erzbischof Bernardito Auza, Apostolischer Nuntius von Port-au-Prince.

Der Apostolische Nuntius von Port-au-Prince, Erzbischof Bernardito Auza, hat die Helfer des Wiederaufbaus in Haiti um mehr Geduld gebeten. Während eines Besuchs in der internationalen Zentrale unseres Hilfswerks in Königstein im Taunus sagte Auza, dass die Lage in seinem Land nach wie vor chaotisch sei.

Insbesondere in der Hauptstadt sei die Infrastruktur nach wie vor zerstört, die Verwaltung funktioniere nicht und vieles komme auch nach Monaten nicht voran. Das Erdbeben habe eines der ärmsten Länder der westlichen Hemisphäre getroffen, das ohnehin über eine äußerst dürftige Infrastruktur verfügt habe, beklagte Auza.

Die Kirche stehe immer noch vor gewaltigen Aufgaben, erlebe aber auch eine beispiellose Solidarität. Die Menschen seien traumatisiert, die Gemeinden zerstreut und mehr als die Hälfte der Kirchen zerstört.

Oberste Priorität habe daher der Wiederaufbau von Gemeinden, Schulen und Kirchen sowie der Seminare, Noviziate und der karitativen Einrichtungen. Die schulische und religiöse Bildung sei für die Kirche von großer Bedeutung, zumal sie mehr als die Hälfte der Schulen des Landes stelle. Die ersten von KIRCHE IN NOT finanzierten Baumaßnahmen könnten voraussichtlich Anfang 2011 beginnen.

Blick auf die Überreste der Kathedrale in Port-au-Prince.

Blick auf die Überreste der Kathedrale in Port-au-Prince.

Die Lage in Port-au-Prince

Nuntius Auza sagte, allein in Port-au-Prince, wo knapp ein Viertel der Bevölkerung des Landes lebe, seien mehr als die Hälfte der Pfarreien teilweise oder völlig zerstört. Eine reguläre kirchliche Seelsorge sei nicht mehr möglich. Die über Jahre gewachsenen Pfarreien hätten sich aufgelöst, ein Teil der Menschen lebe in Lagern, andere seien in die Provinz gegangen, manche auf der Suche nach Arbeit in die Stadt gekommen.

Haitianer vor einer zerstörten Kirche.

Haitianer vor einer zerstörten Kirche.

Der Nuntius dankte KIRCHE IN NOT für die Zusage von Hilfe beim Wiederaufbau von Kirchen, Kapellen und Seminaren sowie für die Unterstützung von Bildungs- und Erziehungsprogrammen in Haiti.

Er sagte wörtlich: “Ihr Hilfswerk unterstützt pastorale Dienste und leistet damit eine unverzichtbare Hilfe, weil gerade eine erneuerte, verstärkte Seelsorge die Menschen wieder aufzurichten vermag.”

Wir möchten den Dank von Nuntius Auza an dieser Stelle an unsere Wohltäter weitergeben.

Nach dem Erdbeben vom 12. Januar: Historie unserer Hilfe

Hier finden Sie eine kompakte Übersicht der Artikel, die wir seit dem Erdbeben vom 12. Januar auf unserer Internetseite veröffentlicht haben, beginnend beim ältesten:

Ein eingestürzter Kindergarten in Port-au-Prince.

Ein eingestürzter Kindergarten in Port-au-Prince.

Weitere Projektbeispiele unserer Hilfe in Haiti

Informationen zu weiteren Projekten in Haiti und einen allgemeinen Länderbericht zu Haiti finden Sie hier:

So können Sie helfen und sich informieren:

Die Wiederaufbauarbeiten in Haiti ziehen sich hin, wie oben beschrieben. Ein Teil der von uns versprochenen Hilfen für Haiti wird erst noch ausgegeben werden, etwa für die oben erwähnten Bauprojekte, die ab 2011 starten sollen. Daher möchten wir Sie bitten, vorerst nicht weiter speziell für Haiti zu spenden, sondern lieber allgemein für unsere Projekte weltweit oder für konkrete Projekte in anderen Ländern. Dadurch helfen Sie uns bei der Administration. Vergelt’s Gott!

13.Aug 2010 18:13 · aktualisiert: 14.Aug 2010 18:35
KIN / T. Waitzmann