“Für eine Mission, die Früchte trägt”

Gespräch mit Karin Maria Fenbert zum Monat der Weltmission

Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT Deutschland.

Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT Deutschland.

Der Oktober ist für die katholische Kirche seit mehr als 80 Jahren der “Weltmissionsmonat”. Bei unserem Hilfswerk, das sich auf allen Kontinenten um die Missionierung und Neuevangelisation bemüht, herrscht in diesem Monat traditionell Hochbetrieb.

Was “Weltmission” für ein modernes Hilfswerk bedeutet, erklärt unsere Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert. Das Gespräch führte André Stiefenhofer.

KIRCHE IN NOT: Frau Fenbert, was bedeutet der Weltmissionsmonat Oktober für Sie und Ihre Mitarbeiter?
KARIN MARIA FENBERT: Es wird uns in diesem Monat besonders bewusst, wofür wir arbeiten. Gerade weil die Arbeit für die Mission und die Evangelisation unser tägliches Brot ist, besteht die Gefahr, dass wir in Routine verfallen. Das wäre aber fatal, denn die Verbreitung des Wortes Gottes kann man nicht “verwalten”.

Evangelisation geschieht entweder von ganzem Herzen oder gar nicht. Insofern tut uns bei KIRCHE IN NOT der Weltmissionsmonat immer sehr gut, damit uns diese Tatsache wieder mehr bewusst wird.

Ist es heutzutage noch zeitgemäß, Menschen missionieren zu wollen?
Falls es nicht mehr zeitgemäß ist, das Glück und die Erfüllung meines Mitmenschen zu wollen, bin ich gerne unzeitgemäß. Mit dem Evangelium haben wir Christen die beste Botschaft aller Zeiten und diese Botschaft wollen wir weitergeben. Wir tolerieren jeden, der unsere Botschaft nicht annimmt, denn Jesus Christus hat uns aufgerufen, sogar unsere Feinde zu lieben.

Aber unsere Toleranz darf nicht so weit gehen, dass wir unseren Standpunkt nicht mehr vertreten. Wer nicht mehr missioniert, hat im Grunde seinen Glauben verloren. Denn wenn für mich etwas nicht mehr wert ist, weitergegeben zu werden, wird es auch in mir bald sterben.

Nebenbei gesagt ist übrigens recht verstandene Mission auch für den Dialog mit anderen Religionen unerlässlich. Ein Christ, der nicht mehr zu seinem Glauben steht, ist für keinen Muslim und keinen Buddhisten mehr glaubwürdig.

Unser Hilfswerk unterstützt die Ausbildung der Seminaristen im Priesterseminar von Lemberg (L'viv).

Unser Hilfswerk unterstützt die Ausbildung der Seminaristen im Priesterseminar von Lemberg (L′viv) in der Ukraine.

Wie funktioniert “Mission”?
Allein durch den Heiligen Geist, wenn er in uns wirken darf. Das heißt, Mission geschieht nur durch mein Vorbild. Wenn mein Gegenüber nicht merkt, dass ihm fehlt, was ich habe, bringen alle frommen Reden nichts. Ich kann nur dann erfolgreich von Gott erzählen, wenn ich selbst für ihn brenne.

Darum unterstützt KIRCHE IN NOT gerade diesen ersten Schritt der Mission besonders, indem wir Einrichtungen fördern, die Priester und Katecheten geistig und geistlich ausbilden. Nach dieser Ausbildung müssen wir den Missionaren natürlich auch das Material für ihre Arbeit zur Verfügung stellen.

Darum verbreiten wir weltweit in über 160 Sprachen unsere Kinderbibel “Gott spricht zu seinen Kindern” oder unseren Kleinen Katholischen Katechismus “Ich glaube”. Die gute Ausbildung und Ausrüstung sind also zwei Grundvoraussetzungen für eine Mission, die Früchte trägt.

Unser “Kleiner Katholischer Katechismus” wird zum Beispiel auch in der Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) angewandt.

Unser Kleiner Katholischer Katechismus "Ich glaube” wird zum Beispiel auch in der Elfenbeinküste (Cote d′Ivoire) eingesetzt.

Was erwarten Sie sich vom Weltmissionsmonat 2010?
Ich wünsche mir, dass jedem Christen in diesem Monat neu bewusst wird, dass Mission nicht irgendwo in Afrika beginnt, sondern in meinem alltäglichen Leben. Deutschland ist selber zum Missionsland geworden.

Deshalb produziert unser Hilfswerk ja auch religiöse Fernseh- und Radiosendungen oder betreibt Initiativen wie das “Beichtmobil” – einen zum Beichtstuhl umgebauten VW-Bus, mit dem wir durch die Lande fahren und den Menschen in Deutschlands Fußgängerzonen die Möglichkeit zur Besinnung und Seelsorge bieten.

Es würde mich natürlich freuen, wenn sich mehr und mehr Christen in diesem Monat dazu entschließen könnten, die weltweite Mission von KIRCHE IN NOT durch ihr Gebet und ihre Spende zu unterstützen.

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind bei uns unentgeltlich auf Hör-CD beziehungsweise DVD erhältlich.

“Ziel all unserer Bemühungen muss es sein, Heilige zu formen, Männer und Frauen, die wahrhaft für Gott und den Nächsten leben, die konsequent das Neue Gebot Jesu befolgen: ‘Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.’” (Pater Werenfried van Straaten)

KIN / S. Stein