Herz-Jesu-Freitage im NINIVE-Jahr

Die von Gott geliebte

Mit Maria im Gebet für die Erneuerung der Kirche eintreten

Mariendarstellung auf dem Rosenkranzbüchlein von KIRCHE IN NOT.

Mariendarstellung auf dem Rosenkranzbüchlein von KIRCHE IN NOT.

“Als mächtige Fürbitterin bleibt Maria auch nach ihrer Aufnahme in den Himmel auf das engste verbunden mit allen, die Zuflucht bei ihr suchen. … Gott, der sie geliebt und Großes an ihr getan hat, hat sie erschaffen, um sie sich selbst und uns zum Geschenk zu machen.”

So schrieb Pater Werenfried einmal über die Gottesmutter. Der Name Maria bedeutet “die von Gott geliebte”. Im Oktober wollen wir besonders die Betrachtung des Lebens Jesu mit Maria pflegen – im Rosenkranzgebet.

Die AKTION NINIVE ermuntert uns für die Dauer eines Jahres zum Gebet für die Erneuerung der Kirche. Den Rosenkranz können wir in dieser Intention beten. Ein Vorschlag von AKTION NINIVE ist, täglich ein Geheimnis des schmerzhaften Rosenkranzes zu betrachten – zur Sühne für unsere Sünden und für die Sünden aller Kirchenmitglieder.

Wozu der Rosenkranz?

Romano Guardini schreibt in seinem kleinen Büchlein über den Rosenkranz aus dem Jahre 1940 prägnant und von großer Tiefe:

“In diesem Gebet wird die Gestalt und das Leben Jesu betrachtet; aber nicht, wie etwa im Kreuzweg, unmittelbar und für sich, sondern in Maria: als Inhalt ihres Lebens, von ihr gesehen, empfunden, ‘im Herzen bewahrt’ (Lk 2,51). Was den Rosenkranz erfüllt ist ein beständiger Vollzug heiliger Sympathie.

Wenn uns ein Mensch sehr wichtig wird, dann freuen wir uns, einen anderen zu treffem, der mit ihm verbunden ist. Wir finden sein Bild in einem anderen Menschenleben gespiegelt und sehen es dadurch neu. Unsere Augen treffen auf zwei Augen, die ebenfalls lieben und sehen. Diese geben ihre Sehkraft der unseren hinzu, und unser Blick vermag nun die Enge des eigenen Wesens zu überwinden und um die geliebte Gestalt, die er bisher nur von einer Seite sah, gleichsam herumzufassen.”

Letztlich führt uns also der Rosenkranz dahin, dass wir Jesus Christus besser kennenlernen. Paulus drückt seine Sehnsucht im Philipperbrief, Kapitel 3 Vers 10 folgendermaßen aus: “Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden; sein Tod soll mich prägen.”

Nutzen wir das große Geschenk des Rosenkranzes, das uns die Kirche gemacht hat und betrachten wir Jesus Christus mit Maria, die uns von Gott geschenkt wurde.

Ort für Gottes Gegenwart

Lassen wir noch einen weiteren Theologen zu Wort kommen. Papst Benedikt XVI. schrieb als Kardinal Ratzinger:

“Der Papst [Johannes Paul II.] sieht Marias Ja, ihren Glaubensakt, in der Psalmstelle mitausgelegt, die der Hebräerbrief als das Ja des Sohnes zu Menschwerdung und Kreuz versteht: ‘Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir geschaffen … ja, ich komme …, um deinen Willen, Gott, zu tun’ (Hebr 10,5-7; Ps 40,6-8, Enzyklika Nr. 13).

In ihrem Ja zur Geburt des Gottessohnes durch die Kraft des Heiligen Geistes aus dem eigenen Schoß stellt Maria ihren Leib, ihr ganzes Selbst als Ort für Gottes Gegenwart zur Verfügung.”

Nehmen wir Maria als Vorbild und stellen wir uns Gott ganz zur Verfügung.

1.Okt 2010 06:24 · aktualisiert: 1.Okt 2010 07:01
KIN / T. Waitzmann