“Unser Kongress gleicht einem Feuerwerk”

Karin Maria Fenbert über das Programm des “Treffpunkt Weltkirche” in Würzburg

Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT Deutschland.

Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT Deutschland.

Vom 18. bis 20. März 2011 veranstaltet KIRCHE IN NOT den “4. Internationalen Kongress Treffpunkt Weltkirche”. Nach drei erfolgreichen Kongressen in Augsburg mit jeweils über zweitausend Besuchern wird der “Treffpunkt Weltkirche” diesmal im Würzburger Congress Centrum stattfinden.

Was die Besucherinnen und Besucher auf dem Kongress erwartet, darüber hat André Stiefenhofer mit der Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT, Karin Maria Fenbert, gesprochen.

ANDRÉ STIEFENHOFER: Frau Fenbert, der Kongress “Treffpunkt Weltkirche” steht diesmal unter dem Leitwort “Lasst Euch vom Geist entflammen – ein neues Pfingsten für die Kirche”. Warum?
KARIN MARIA FENBERT: Wir veranstalten unsere Kongresse, um den Menschen die Schönheit des weltweiten katholischen Glaubens zu zeigen und in der Gemeinschaft Gott zu erfahren. Alles das kann nur gelingen, wenn der Geist Gottes wirken darf.

Was unsere Kirche heute wie zu allen Zeiten also am dringendsten braucht, ist ein vom Heiligen Geist entflammtes Herz bei jedem Gläubigen – ein Herz, das bereit ist, die Kirche mitzugestalten und sich für christliche Werte in unserer Gesellschaft einzusetzen. Dazu soll der “Treffpunkt Weltkirche” die Menschen ermutigen.

Was genau hat KIRCHE IN NOT auf dem “Treffpunkt Weltkirche” geplant?
Es gibt verschiedene Schwerpunkte. Ein Thema wird, wie der Name schon sagt, die aktuelle Situation der katholischen Kirche auf allen Kontinenten sein. Aber auch die Ökumene mit der russisch-orthodoxen Kirche wird thematisiert, und wir betrachten die Situation des Glaubens in Westeuropa. Die verfolgte Kirche ist ebenfalls Thema – besonders hervorheben möchte ich hier ein Podiumsgespräch mit dem Titel “Christen in islamischen Ländern”.

Es geht aber auch um die Forderung “Gebt uns heilige Priester!”, die im vergangenen Jahr wieder besonders aktuell geworden ist. Wir wollen auf unserem Kongress eine bunte Mischung aus Information und Unterhaltung erreichen. Ein Höhepunkt ist dabei am Samstagabend die große Glaubenskundgebung “Spirit 2011”.

Blick in den gut gefüllten Saal in der Kongresshalle in Augsburg beim 3. Internationalen Kongress Treffpunkt Weltkirche 2008.

Blick in den gut gefüllten Saal in der Kongresshalle in Augsburg beim 3. Internationalen Kongress Treffpunkt Weltkirche 2008.

Sie bezeichnen den “Treffpunkt Weltkirche” als Kongress – heißt das, er ist vor allem für Fachpublikum interessant?
Nein, wir veranstalten hier keinen Fachkongress für ausgebildete Theologen. Wir richten uns an alle, die sich für den Glauben oder Themen aus der Weltkirche interessieren.

Der “Treffpunkt Weltkirche” ist also fast wie ein kleiner Kirchentag. Wie vereinbaren Sie das mit Ihren Aufgaben als Hilfswerk?
Die Unterstützung von Priestern in ihrer Ausbildung und während ihres ganzen Dienstes wird bei KIRCHE IN NOT großgeschrieben. Wir fördern weltweit Priester und Ordensleute durch Mess-Stipendien sowie Existenzhilfe und stellen ihnen Fahrzeuge ebenso wie religiöse Schriften zur Verfügung. Wir verbreiten zum Beispiel weltweit einen Katechismus und – in über 160 Sprachen – unsere Kinderbibel.

Darüber hinaus leisten wir Bauhilfe für Kirchen, Klöster und Pfarrheime und unterstützen katholische Medienarbeit. Dieses ganze Wirken kann man zusammenfassen mit unserem Motto “… damit der Glaube lebt”. Dieser Glaube soll eben auch in unserem Land leben. Es geht um die Lebendigkeit des Glaubens, die wir dadurch ausdrücken, dass wir die Glaubenskraft aufzeigen, die in der ganzen Weltkirche liegt.

Die Kinder des Kinderkongresses führten während der Glaubenskundgebung 2008 in Augsburg ein Lied auf.

Die Kinder des Kinderkongresses führten während der Glaubenskundgebung 2008 in Augsburg ein Lied auf.

Der 4. Internationale Kongress Treffpunkt Weltkirche” findet zum ersten Mal in Würzburg statt. Wie kam es dazu?
Bisher waren wir mit unseren Kongressen immer in Augsburg zu Gast. Aber die Kongresshalle dort muss saniert werden und wird erst Ende 2011 für Veranstaltungen geöffnet sein. Darum haben wir uns diesmal für die Bischofsstadt Würzburg entschieden. Die Vorteile dieses Veranstaltungsortes liegen neben dem schönen, katholischen Flair in der zentralen Lage Würzburgs, sowohl was die Autobahnanbindung als auch den Schienenverkehr angeht.

Im Gegensatz zu manch anderen Städten mit ähnlich guter Anbindung stimmt in Würzburg auch das Preis-Leistungs-Verhältnis, so dass wir als kostenbewusstes Hilfswerk den Kongress guten Gewissens dort stattfinden lassen können. Kein Wunder, Unterfranken ist schließlich gesegnetes “Marienland”.

Was wollen Sie mit dem “Treffpunkt Weltkirche” bewirken – wann würden Sie ihn als Erfolg werten?
“Erfolg” ist keiner der Namen Gottes. Uns geht es eher um Fruchtbarkeit. Wir möchten einen Beitrag zur Neu-Evangelisation in unserem Land leisten. Die deutschen Katholiken geben ihr Geld für die notleidende und verfolgte Kirche, aber das ist keine Einbahnstraße, sondern wir bekommen das Gebet unserer Glaubensgeschwister zurück.

Die hoffnungsvolle Freude, mit der gerade auch bedrängte Christen oft ihren Glauben leben, kann uns Mut machen. Diese Freude im Glaubensleben kennen wir mitteleuropäische Menschen gar nicht mehr in dem Ausmaß, wie sie weltweit vorhanden ist.

Christa Meves hat auch für den 4. Internationalen Kongress Treffpunkt Weltkirche in Würzburg zugesagt.

Christa Meves (links) hat auch für den 4. Internationalen Kongress Treffpunkt Weltkirche in Würzburg zugesagt.

Auf welche Programmpunkte freuen Sie sich persönlich am meisten?
Es ist schwer, etwas aus dem reichhaltigen Programm herauszugreifen, denn unser Kongress gleicht diesmal einem regelrechten “Feuerwerk”. Da wäre zum Beispiel der “Abend der Weltkirche” am Freitag, an dem uns Glaubenszeugen aus Asien, Afrika und Mittelamerika aus erster Hand über die Situation in ihren Ländern berichten.

Am Samstagvormittag wird es um die Beziehungen zwischen katholischer und orthodoxer Kirche gehen. Dazu hat uns von russisch-orthodoxer Seite bereits Metropolit Hilarion Alfejew zugesagt, für die katholische Seite haben wir Erzbischof Kurt Koch angefragt. Spannend wird es auch am Samstagnachmittag, denn dann geht es um die gesellschaftliche Situation und die Neu-Evangelisation in Westeuropa.

Abends folgt die “Glaubenskundgebung”, ein buntes Festival der katholischen Weltkirche, das live im Fernsehen übertragen wird.

Ein paar prominente Namen haben Sie ja bereits genannt – gibt es noch andere Gäste aus der Weltkirche, auf die Sie besonders hinweisen möchten?
Kommen werden unter anderem Kardinal Óscar Rodríguez Maradiaga aus Honduras, Erzbischof Louis Sako aus dem Irak, Erzbischof Leo Cornelio aus Indien sowie das Kirchenoberhaupt von Hong Kong, Bischof John Tong Hon.

Musik und Glaubenszeugnisse trägt die Gemeinschaft Shalom aus Brasilien bei. Aus dem deutschsprachigen Raum kommen so bekannte Persönlichkeiten wie Gabriele Kuby oder Christa Meves.

12.Okt 2010 13:33 · aktualisiert: 9.Dez 2013 15:54
KIN / S. Stein