Tötung von Christen in Nordirak

Unbekannte ermorden christliche Männer und zünden Sprengsatz

Titelbild des Buches Religionsfreiheit weltweit - Bericht 2008.

Titelbild des Buches Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2008.

Bei Überfällen auf Häuser christlicher Einwohner sind am 15. November in der nordirakischen Stadt Mossul mindestens zwei Männer getötet worden.

Die Internetplatform ankawa.com beruft sich auf Augenzeugen und berichtet von einer Tötung eines christlichen Mannes durch bewaffnete Unbekannte im Stadtteil Alzahraa. Bei einem weiteren Überfall hätten Bewaffnete in Polizeiuniform einen Christen in seinem Haus im gleichen Stadtteil erschossen.

Kurz darauf sei in einem anderen Viertel der Stadt ein Sprengsatz vor einem Haus einer christlichen Familie explodiert, meldet die Agentur Sumeria News. Dabei seien zwei Passanten schwer verletzt worden.

Wiederholt kommt es im Irak zu tödlichen Angriffen auf die christliche Minderheit. Bei einem Blutbad in einer katholischen Kirche in Bagdad am 31. Oktober kamen mindestens 37 Menschen ums Leben. Wenige Tage später gab es in der irakischen Hauptstadt weitere Angriffen auf Christen mit Toten und Verletzten.

Viele fühlen sich im Land nicht mehr sicher und fliehen. Heute gibt es im ganzen Land rund eine halbe Million Christen. Vor 2003, dem Jahr der Invasion der alliierten Truppen im Irak, gab es noch doppelt so viele. Die irakische Regierung hat nach dem Massaker in der Kirche in Bagdad angekündigt, die christliche Minderheit im Land besser zu schützen.

Irakischer Erzbischof berichtet über Christentum in seiner Heimat

Weltweit gibt es Solidaritätsbekundungen für die Christen im Irak. In Italien wurde beispielsweise am 21. Novmeber in allen Gemeinden des Landes besonders für die christliche Minderheit im Irak gebetet, “die die schreckliche Prüfung ihres blutigen Glaubenszeugnisses” erleide. Wir bitten alle Freunde und Wohltäter um das solidarische und begleitende Gebet für die verfolgten und unterdrückten Glaubensgeschwister im Irak.

Bei unserem 4. Internationalen Kongress “Treffpunkt Weltkirche” veranstalten wir ein Podiumsgespräch zum Thema “Christen in islamischen Ländern”, als Gast haben wir unter anderem den Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako, eingeladen. Er wird auch beim kommenden Pater-Werenfried-Jahresgedenken in Köln am 5. Februar 2011 über die schwierige Lage der Christen im Irak sprechen.

CRTN, eine Einrichtung von KIRCHE IN NOT, hat einen Kurzbeitrag über die Lage der Christen im Irak gedreht. Sie können diesen Film hier anschauen.

So können Sie den verfolgten Christen im Irak helfen:

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind bei uns unentgeltlich auf CD beziehungsweise DVD erhältlich.

16.Nov 2010 14:40 · aktualisiert: 10.Jun 2014 11:26
KIN / S. Stein