Wo Jesus ging und arbeitete

Eine Kirche in der Nähe von Nazarath wird erweitert

Elias Chacour während der Liturgie in der melkitisch-katholischen Gemeinde.

Erzbischof Elias Chacour während der Liturgie in der melkitisch-katholischen Gemeinde.

Am Sonntag feiern wir den Ersten Advent; bis Weihnachten, dem Fest der Geburt des Herrn, ist es nicht mehr weit. Doch ausgerechnet in der Heimat Jesu Christi haben es Christen nicht immer leicht. Sie brauchen unsere Hilfe, damit das Christentum im Heiligen Land präsent bleibt.

In Arrabeh, einem Nachbardorf von Nazareth, unterstützen wir dank Ihrer Hilfe die melkitisch-katholische Gemeinde. Auch hier leben Zimmerleute, einige sind Christen. Manchmal gehen sie zu einer Hochzeit, gelegentlich in das nahe gelegene Kanaa. Sonntags und an Feiertagen versammeln sie sich in der Kirche “Unsere liebe Jungfrau Maria”. Dann ist Christus mitten unter ihnen.

Die 300 melkitisch-katholischen Christen sind trotz der vielen Namen und Umstände, die an Jesu Leben erinnern, eine Minderheit. Umso wichtiger ist ihre Präsenz, für die ihre kleine Kirche ein wichtiges Symbol ist.

Bei seinem Besuch im Heiligen Land im Mai vergangenen Jahres sagte Papst Benedikt XVI. während der Messe in Nazareth vor sechzigtausend Pilgern und Gläubigen, darunter auch viele Muslime: “Mögen wir alle der zerstörerischen Macht von Haß und Vorurteil, die zuerst die Seelen der Menschen und dann ihre Körper tötet, eine klare Absage erteilen!”

Stattdessen müssten Brücken für ein friedliches Zusammenleben gebaut werden. Die Kirche “Unsere liebe Jungfrau Maria” ist solch eine Brücke. Sie festigt Gemeinde und Glauben und erlaubt so ein Miteinander auf Augenhöhe. Die melkitisch-katholischen Christen (eine mit Rom unierte Kirche mit byzantinischem Ritus) machen etwa fünf Prozent der Bevölkerung in Arrabeh aus, die anderen 95 Prozent sind Muslime. Ihre Kirche ist ein Wahrzeichen.

Die Kirche von Arrabeh: Die Türme stehen bereits, der Anbau fehlt noch.

Die Kirche von Arrabeh: Die Türme stehen bereits, der Anbau fehlt noch.

Aber sie droht zum Zeichen des Verfalls zu werden, wenn sie nicht renoviert und erweitert wird. Ihre 150 Quadratmeter können die Zahl der Gläubigen nicht mehr fassen, vor allem an Festtagen müssen viele vor der Tür stehen.

Nun kommen 50 Quadratmeter Fläche und zwei kleine Türme mit Glocke hinzu. Das Glockenläuten und der Gesang im gemeinsamen Gotteshaus fördern enorm das Bewusstsein der Einheit und einer eigenen Identität in islamischer Umgebung. Es schlägt Wurzeln in den Herzen, die tiefer gehen als ein Heimatgefühl. Hier wird am himmlischen Jerusalem gebaut.

Wir haben Erzbischof Elias Chacour und seiner vitalen Gemeinde von Arrabeh Hilfe zugesagt: 25.000 Euro. Fast dreitausend Jahre lässt sich die Geschichte mancher Ortschaften in dieser Gegend zurückverfolgen. Arrabeh gehört dazu.

Erzbischof Elias Chacour mit drei seiner Studenten.

Erzbischof Elias Chacour mit drei seiner Studenten.

Seit zweitausend Jahren ist hier auch das Christentum zuhause – im wahrsten Sinn des Wortes. Historische Quellen erwähnen diese Gemeinden schon im ersten Jahrhundert. Sie leben und arbeiten gern hier auf dem Land, über das schon Jesus ging und wo er dreißig Jahre lang als Kind und Zimmermann verborgen lebte und arbeitete. Vielleicht hat er sogar Tische und Stühle für die Leute in Arrabeh gezimmert.

Jetzt ist er verborgen im Allerheiligsten der kleinen Kirche, die seiner Mutter geweiht ist. Helfen wir, dass es eine würdige Stätte seiner Gegenwart bleibt.

So können Sie den Christen im Nahen Osten helfen:

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind bei uns unentgeltlich auf CD beziehungsweise DVD erhältlich.

25.Nov 2010 09:26 · aktualisiert: 6.Nov 2013 15:17
KIN / S. Stein