Ein “starkes Signal” aus Straßburg

Europäische Union will sich zukünftig verstärkt für Religionsfreiheit einsetzen

Mario Mauro MdEP (EVP) (Foto: Europäische Union).

Mario Mauro MdEP (EVP) (Foto: Europäische Union).

Das Europäische Parlament hat am Donnerstag in Straßburg eine Resolution angenommen, in der die Angriffe auf Christen im Irak verurteilt werden und ein verstärkter Schutz der christlichen Minderheit gefordert wird. Sie wurde von der Europäischen Volkspartei (EVP) ins Plenum eingebracht.

Der Schutz der Religionsfreiheit solle zudem ein wichtiger Bestandteil der Außenpolitik der Europäischen Union sein. Eine bindende Klausel soll dazu in die Vereinbarungen mit Drittländern aufgenommen werden.

Die Resolution wurde Anfang Oktober in Brüssel bei einer Veranstaltung der Europäischen Union über die weltweite Christenverfolgung vorgestellt, an der auch Vertreter von KIRCHE IN NOT teilgenommen haben.

Der italienische Europa-Abgeordnete Mario Mauro rief den Europarat und die Europäische Kommission auf, dass sie bei den Verhandlungen zwischen dem Irak und der Europäischen Union die Religionsfreiheit im Irak im Blick behalten sollen. “Die Europäische Union muss eine Mitverantwortung für den Schutz der weltweiten Religionsfreiheit übernehmen. Die Unterdrückung von Christen ist ein Verbrechen, das vergessen bleibt”, so Mauro.

Constance Le Grip, EVP-Abgeordnete aus Frankreich, wies daraufhin, dass Hunderttausende den Irak bereits verlassen hätten oder in andere für Christen sicherere Regionen im Land flüchteten. Sie appellierte an die irakischen Behörden, die Sicherheit und die Unversehrtheit der christlichen Minderheit zu schützen.

Blick in den vollbesetzten Saal im Haus des Europäischen Parlaments in Brüssel (Foto: Europäische Union).

Blick in den vollbesetzten Saal im Haus des Europäischen Parlaments in Brüssel, in dem Anfang Oktober 2010 ein Seminar über Christenverfolgung stattgefunden hat (Foto: Europäische Union).

Wie gefährlich das Leben für Christen im Irak geworden ist, veranschaulichte Esther de Lange aus den Niederlanden mit Berufung auf den irakischen Verteidigungsminister. Demnach hätte es seit Anfang November 13 Bomben- und Granatenangriffe auf Häuser und Geschäfte von Christen gegeben.

“Es braucht ein starkes Signal der Europäischen Union, um eindringlich um einen effektiven Schutz der christlichen Gemeinden zu bitten. Der Schutz der irakischen Christen muss eine Priorität der Europäischen Union bei ihren Beziehungen mit dem Irak haben”, sagte de Lange wörtlich.

CRTN, eine Einrichtung von KIRCHE IN NOT, hat einen Kurzbeitrag über die Lage der Christen im Irak gedreht. Sie können diesen Film hier anschauen.

So können Sie den verfolgten Christen im Irak helfen:

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind bei uns unentgeltlich auf CD beziehungsweise DVD erhältlich.

26.Nov 2010 14:58 · aktualisiert: 10.Jun 2014 11:26
KIN / S. Stein