“Religionsfreiheit in Menschenwürde begründet”

Kardinal Tarcisio Bertone fordert die OSZE zu stärkerem Schutz von Christen auf

Das Kreuz: Symbol für Frieden und Heil.

Vatikan-Staatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone hat in einer Rede vor der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE), die in der kasachischen Hauptstadt Astana getagt hat, die besondere Bedeutung der Religionsfreiheit betont.

Er forderte ein Ende der Diskriminierung von Christen. Die Gesellschaft müsse dagegen ebenso stark vorgehen wie bei Antisemitismus oder Islamophobie. “Christen sind die am meisten verfolgte Gruppe. Mehr als 200 Millionen Christen leben in schwierigen Situationen”, so Bertone.

Weiter betonte er, dass Religionsfreiheit ein fundamentales Recht sei, dass in der Würde des Menschen begründet sei. Er habe festgestellt, dass auch innerhalb der OSZE das Christentum an den Rand gedrängt werde. Ohne Namen von Staaten zu nennen, kritisierte er “übertriebene Restriktionen” bei der Registrierung von Kirchen und Behinderungen bei der Einfuhr von religiöser Literatur.

Der Vertreter des Heiligen Stuhls warb in seiner Rede außerdem für eine familienfreundliche Politik und für den Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle Menschen. In seinen Ausführungen sprach Kardinal Bertone auch die Lage von Migranten und deren Familien an. Gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten würden sie übersehen und ihre Rechte missachtet.

“Papst Johannes Paul II. sagte, dass die Helsinki-Deklaration Hoffnung für Millionen von Europäern und Nicht-Europäern bedeutet habe. Ich hoffe, dass auch das Treffen in Astana unserer und den nachfolgenden Generationen Hoffnung gibt”, sagte Bertone wörtlich.

In der Helsinki-Deklaration aus dem Jahr 1975 wurden die Prinzipien von Religionsfreiheit in den Staaten Osteuropas festgelegt, die damals noch kommunistisch geprägt waren. Die katholische Kirche benutzte dieses Dokument, um die Rechte der Christen in den Ländern hinter dem Eisernen Vorhang einzufordern.

2.Dez 2010 15:18 · aktualisiert: 21.Feb 2014 14:29
KIN / S. Stein