Jesus in den Mittelpunkt stellen

Impuls von Pater Werenfried van Straaten zum Dritten Advent

Dritter Advent.

In einem Beitrag zum Rundbrief “Echo der Liebe” aus dem Jahr 1998 schreibt unser Gründer, Pater Werenfried van Straaten, dass Jesus das Haupt und Herz unseres Lebens sein solle. Im Zweifelsfall sollten wir unser Verhalten immer am Evangelium ausrichten. Lesen Sie den immer noch aktuellen Impuls von Pater Werenfried zum Dritten Advent.

“Ihr erhaltet diesen Brief in einem dunklen Advent, im Geiste unterwegs nach Bethlehem, um des Heiles zu gedenken und teilhaft zu werden, das dort in der allerersten Christnacht dem verlorenen Menschengeschlecht widerfahren ist. Für Maria und Joseph war dieses Heil verbunden mit Armut, Verfolgung und dem bitteren Zwangsaufenthalt in der Fremde, der in unserem Jahrhundert mehr denn je das Schicksal unzähliger Flüchtlinge geworden ist.

Für viele von Euch, wie auch für mich, ist es vielleicht noch unsicher, in welcher Weise wir die Bürde von Leiden und Kreuz, die Jesus von Bethlehem bis nach Golgatha getragen hat, mit Ihm teilen müssen.

Ist es in dem mühsamen und oft vergeblichen Kampf gegen die Schwäche unserer gefallenen Natur? Ist es als Opfer eines technischen Fortschritts, die Millionen zu Arbeitslosigkeit verurteilt? Ist es das Scheitern einer Ehe, ein tragischer Todesfall, eine unheilbare Krankheit oder der Kummer um ein Kind, das auf Abwege geraten ist? Oder wird es die trostlose Verlassenheit sein, in der wir unsere letzten Lebensjahre pflegebedürftig verbringen müssen?

Ich weiß es nicht, aber dankbar für die Zuneigung und Unterstützung, mit denen Ihr mir im Laufe dieses Jahres wieder geholfen habt, werde ich zum bevorstehenden Weihnachtsfest Gottes Segen über Euch erflehen und euch den Frieden Christi wünschen.

Friedenstaube auf einer Hauswand in den palästinensischen Gebieten.

Nicht den Frieden, den die Welt gibt; nicht den Frieden um jeden Preis; nicht den Frieden der Bequemen, die um der eigenen Ruhe willen das Unrecht, das andere erleiden, vergessen; nicht den Frieden der Verstockten, die ihr Gewissen auf Kosten der Wahrheit einschläfern, sondern den Frieden, den der französische Philosoph Pascal meinte, als er vor mehr als 300 Jahren schrieb:

“So wie es ein Verbrechen ist, den Frieden zu stören, wo die Wahrheit herrscht, so ist es auch ein Verbrechen, im Frieden zu verharren, wenn man der Wahrheit Gewalt antut. Es gibt somit eine Zeit, in der der Friede berechtigt ist, und eine andere Zeit, in der er unberechtigt ist. Denn es steht geschrieben, dass es eine Zeit des Friedens und eine Zeit des Krieges gibt, und es ist das Gesetz der Wahrheit, das sie unterscheidet.

“Jedes Wort und jede Tat Christi sei euch kostbar”

Aber keineswegs gibt es eine Zeit der Wahrheit und eine Zeit des Irrtums; es steht hingegen geschrieben, dass die Wahrheit Gottes in Ewigkeit bleibt. Jesus Christus, der sagt, dass Er gekommen ist, den Frieden zu bringen, sagt daher auch, dass Er gekommen ist, das Schwert zu bringen. Er sagt aber nicht, dass Er gekommen ist, sowohl die Wahrheit, als die Lüge zu bringen.”

Der Frieden Christi kann Euch nur in dem Maße zuteil werden, indem Ihr Ihm gestattet, Haupt und Herz Eures Lebens zu sein. In der Verwirrung, die so viele von Euch bedrückt, sollen die Weltanschauung und der Lebensstil des menschgewordenen Gottessohnes die letzte Norm Eures Handelns sein. Darum sei Euch jedes Wort und jede Tat Jesu, die uns in den Evangelien überliefert worden sind, kostbarer als alle menschliche Weisheit und alle neuen Lehren, die Euch jetzt von Unberufenen angepriesen werden.

“Ich rate Euch, sich im Zweifelsfall stets an das Evangelium zu halten” (Pater Werenfried van Straaten). Kinder in Pretoria / Südafrika freuen sich über die Kinderbibel von KIRCHE IN NOT.

Fürchtet nicht, dass Schwäche und Sünde Euch für ewig von Jesus trennen werden, solange Ihr die von der Erbsünde bedingte Verletzung der menschlichen Natur demütig anerkennt und bedauert. Jesu Seligpreisung möge Euch trösten, wenn Ihr – wiewohl die Mehrheit des Gottesvolkes – zu den Armen im Geiste gehört, die an den dramatischen Wendepunkten der Kirchengeschichte nicht immer imstande sind, das Berechtigte vom Unberechtigten, das Charisma vom Ungehorsam, die Spreu vom Weizen und die Wirkung des Heiligen Geistes von der des Teufels zu unterscheiden.

Ihr braucht Euch deswegen nicht zu schämen, da der Heiland selbst vorausgesagt hat, dass falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen werden, die, wenn es möglich wäre, sogar die Auserwählten irreführen würden (vgl. Mt 24,24). Ich rate Euch nur, Euch im Zweifelsfall stets an das Evangelium, an den großen “Katechismus der Katholischen Kirche”, an die Unterweisungen des Heiligen Vaters, an die Richtlinien Eurer Bischöfe zu halten, und jedem Priester zu misstrauen, der keine Ehrfurcht vor der päpstlichen Autorität hat.

“Seelen, die unser Werk wie einen Schutzwall umgeben”

Nach unseren Statuten gehört es zum Ziel unseres Werkes, Euch zu einem vorbildlichen christlichen Leben aufzufordern und dazu anzuleiten, der Kirche in Not nicht nur durch materielle Nächstenliebe, sondern auch durch Gebet und die Hinwendung Eures Lebens zu Gott beizustehen. Denn nur so können wir die ausdrückliche Vorbedingung erfüllen, die, laut Mariens Botschaft in Fatima, der Bekehrung Russlands vorausgehen muss: die Bekehrung des unchristlich gewordenen Gottesvolkes in der westlichen Welt.

Für diese Bekehrung wird Tag und Nacht in allen kontemplativen Klöstern gebetet, die wir gebaut haben oder ständig unterstützen, sowie von unzähligen Seelen, die unser Werk wie einen Schutzwall umgeben. Da aber diese Bekehrung bis jetzt ausgeblieben ist, droht auch das kommende Weihnachtsfest einherzugehen mit einem Blutbad, in dem ein neuer Herodes danach trachtet, Jesus zu töten und immer neue Menschenmassen in die Flucht zu jagen.

Eine Ikonen-Abbildung der Kinderbibel auf Ukrainisch: Josef, Maria und Jesus fliehen aus Bethlehem.

Diese Flüchtlinge teilen alle Entbehrungen, Erniedrigungen und Gefahren, denen auch die Heilige Familie und das göttliche Kind im herzlosen Bethlehem, auf der Flucht vor Herodes und im heidnischen Ägypten ausgesetzt waren. Sie führen Jesu Erlösungswerk fort. Sie tragen die Kosten.

Lasst uns ihnen danken und auf unsere Kosten ein geistliches Expeditionskorps von Engeln der Liebe – warum nicht von Schwestern der Mutter Teresa? – ausrüsten, um ihnen zu helfen. Lasst uns diese Chance ergreifen, um unsere Sünden zu büßen, um Jesus in den Geringsten der Seinen beizustehen. Denn wenn der Menschensohn in Seiner Herrlichkeit kommt, wird es davon abhängen, ob wir mit den sturen Böcken auf ewig bestraft werden oder mit den Gerechten in das ewige Leben eingehen dürfen.

Die Christenheit wird geprüft. Die verfolgten und entrechteten Christen sowie Millionen Flüchtlinge werden in ihrem Glauben auf die Probe gestellt. Sie müssen blindlings auf Gott vertrauen und an Seine unbegreifliche Vorsehung glauben.

“Wir müssen die Liebe beweisen”

Wir aber werden in der Liebe erprobt. Wir müssen beweisen, dass wir über alle Meinungsverschiedenheiten hinaus die Liebe haben. Die betende und gebende Liebe. Die geduldige, begreifende, helfende und tröstende Liebe. Die Liebe, die wie eine Flamme die Glaubensnacht der Kirche in der Not erleuchtet und in ihr die Hoffnung entfacht, so dass sie nicht unter der Prüfung zusammenbricht.

Liebe Freunde und liebe Gegner, wenn wir diese Liebe nicht haben und ausstrahlen, bleibt es dunkel auf dem Stück Erde, für das wir verantwortlich sind. Dann wird es hier keine Weihnacht und keinen Frieden geben. Dann kommt Christus nicht zu uns zurück. Denn wir müssen die Türen sein, die zehntausend, die hunderttausend, die Millionen Türen, die weit aufgesperrten Tore, durch die Gottes Liebe so siegreich nach außen bricht, dass auch der verlassenste Glaubensbruder und der verstockteste Glaubensverfolger ihre Wärme spürt.”

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind als DVD oder Hör-CD unentgeltlich bei uns erhältlich.

Radio-Tipp: Jesus von Nazareth -Auf den Spuren des Erlösers

An den kommenden Sonntagen strahlen wir in unserer Sendereihe “Weltkirche aktuell” die Sendung “Jesus von Nazareth – Auf den Spuren des Erlösers” aus. Darin spricht Moderator Volker Niggewöhner mit dem Geschichtswissenschaftler Michael Hesemann über den “historischen Jesus”.

Insgesamt gibt es vier Teile. Am Sonntag, den Dritten Advent, wird der zweite Teil ausgestrahlt. Alle Sendungen der Reihe können Sie bei uns unentgeltlich auf CD bestellen. Bitte vergessen Sie nicht, Ihre Adresse anzugeben.

10.Dez 2010 16:37 · aktualisiert: 29.Nov 2015 08:09
KIN / S. Stein