Auf Konfrontation mit dem Vatikan

Neue Kirchenführung in China ist nicht vom Heiligen Stuhl anerkannt

Maria von Sheshan, das berühmteste Marienheiligtum in China.

Die staatsnahe “Patriotische Vereinigung” der chinesischen Katholiken und die Bischofskonferenz Chinas haben jeweils neue Vorsitzende. Beide Institutionen sind allerdings nicht vom Heiligen Stuhl anerkannt.

Nach der ungültigen Bischofsweihe in Chengde vor wenigen Wochen ist die Wahl der neuen Vorsitzenden der Gremien ein schwerer Schlag sowohl für das Verhältnis zwischen China und dem Vatikan, die keine offiziellen Beziehungen führen, als auch für die rund 13 Millionen Katholiken im Land.

Neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz ist Joseph Ma Yinglin aus Kunming, der nicht gültig geweiht ist. Die Patriotische Vereinigung leitet zukünftig Johan Fang Xingyao aus Linyi, dessen Weihe allerdings vom Heiligen Stuhl in der Vergangenheit anerkannt worden ist.

Beobachter befürchten, dass es zukünftig weitere ungültige Weihen geben wird und die chinesische Regierung absichtlich ein “Durcheinander” innerhalb der Kirche verursachen möchte. Außerdem werde der neue Konfrontationskurs mit dem Heiligen Stuhl das bisher erreichte Verhältnis ernsthaft gefährden. Es gibt Berichte, dass gültig geweihte Bischöfe zur Teilnahme an der Wahl der neuen Führung der nicht vom Heiligen Stuhl anerkannten Gremien gezwungen wurden.

Bischof von Polizei verschleppt

In China gibt es eine staatlich registrierte Kirche, die von der Patriotischen Vereinigung überwacht wird, und eine nicht-staatlich registrierte Kirche, eine so genannte “Untergrundkirche”, die sich der staatlichen Einflussnahme verweigert. Die chinesischen Christen können zwar weitestgehend ihren Glauben ausleben, allerdings kommt es immer wieder zu Sanktionen seitens der Regierung.

Immer wieder kommt es zu Verhaftungen von Priestern und Bischöfen. Erst in der vergangenen Woche ist Feng Xinmao, Bischof von Hengchow, von der Polizei verschleppt und an einen isolierten Ort gebracht worden, meldete der Nachrichtendienst asianews.

Unser Hilfswerk unterstützt die Kirche in China und macht immer wieder auf deren schwierige Lage aufmerksam. Am 24. Mai gibt es jährlich einen Weltgebetstag für China.

10.Dez 2010 14:18 · aktualisiert: 5.Nov 2013 16:03
KIN / S. Stein