Weihnachten hinter Betonmauern

Irakische Regierung ummauert christliche Kirchen zum Schutz vor Anschlägen

Die syrisch-katholische Kirche “Unsere Liebe Frau der Erlösung” in Bagdad am Tag nach dem Blutbad vom 31. Oktober 2010.

Die syrisch-katholische Kirche in Bagdad am Tag nach dem Blutbad vom 31. Oktober 2010.

Zum Schutz christlicher Kirchen werden in Bagdad und Mossul zurzeit bis zu drei Meter hohe Betonmauern um die Gotteshäuser errichtet. Das haben uns Augenzeugen aus den beiden Städten gemeldet.

Damit reagiert die irakische Regierung auf die erhöhte terroristische Bedrohungslage für Christen in der Adventszeit.

Die Mauern sind ein ungewöhnlich starkes Signal für den Schutz der christlichen Gemeinden seitens der Behörden. Die katholische Kirche in Bagdad und Mossul hat angekündigt, Weihnachten wegen der bedrohlichen Lage in diesem Jahr ausschließlich in den bewachten Kirchen zu feiern. Üblich sind sonst auch Feste in Gemeindezentren.

An den engen Durchgangsstellen zwischen den Mauern sollen Polizeikontrollen mit Körperscannern eingerichtet werden. Die Regierung hofft, dadurch weitere Anschläge gegen Christen  verhindern zu können.

Beim schwersten Terroranschlag auf irakische Christen in diesem Jahr waren am 31. Oktober in der syrisch-katholischen Kathedrale Bagdads 58 Menschen getötet worden. In den Wochen darauf hatten islamistische Terroristen mit Angriffen auf christliche Wohnhäuser weiter für Angst und Schrecken gesorgt.

Nach einem Treffen mit irakischen Bischöfen am Dienstag hat Europaparlamentspräsident Jerzy Buzek die EU aufgefordert, die Sicherheit von Christen im Irak vorrangig zu behandeln.

Schenken Sie irakischen Flüchtlingen eine warme Wohnung

Unser Hilfswerk ruft zu Spenden für irakische Flüchtlinge in Syrien auf. Dorthin sind Christen vor der Terrorgefahr in ihrer Heimat geflohen. Mit dem Geld soll Heizöl für 150 Flüchtlingsfamilien in der Diözese Aleppo angeschafft werden, um diesen Menschen zu Weihnachten eine warme Wohnung zu ermöglichen. Im Winter wird es wegen des Wüstenklimas nachts besonders kalt, die hohen Temperaturunterschiede führen dazu, dass viele Menschen krank werden, so der Bischof der chaldäischen Christen vor Ort. In Syrien leben zurzeit etwa 1,5 Millionen irakische Flüchtlinge.

Situation der Christen im Irak

Situation der Christen in islamischen Ländern

Zum Podiumsgespräch “Christen in islamischen Ländern” auf unserem Kongress “Treffpunkt Weltkirche” laden wir Sie herzlich ein. Es findet am Sonntag, 20. März 2011 von 8.30 Uhr bis 10.00 Uhr im Franconia-Saal des Congress Centrums Würzburg statt. Tages- und Dreitageskarten können Sie in unserem Bestelldienst oder in unserem Büro in München bestellen:

KIRCHE IN NOT
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81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888 – 0
Fax: 089 / 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

15.Dez 2010 12:53 · aktualisiert: 20.Dez 2010 10:14
KIN / T. Waitzmann