Kein Fest des Friedens?

Angst vor Überfällen der LRA im Sudan und der Demokratischen Republbik Kongo

Edward Hiiboro Kussala, Bischof von Tambura-Yambio.

Der Bischof der südsudanesischen Diözese Tomubura-Yambo, Edward Hiiboro Kussala, befürchtet Überfälle militanter Rebellen zur Weihnachtszeit und in der Zeit vor der im Januar stattfindenden Abstimmung über die Teilung Sudans.

Gegenüber dem Nachrichtendienst “Fides News” sagte er, dass er mindestens vier Dörfer im Bundesstaat West-Äquatoria (Südsudan) kenne, deren Einwohner Angst vor Übergriffen der Lord’s Resistance Army (LRA) hätten.

Die aus Uganda stammenden Rebellen bedrohen in der Grenzregion von Sudan, der Zentralafrikanischen Republik und der Demokratischen Republik Kongo seit Jahren die Bevölkerung. In der Vergangenheit kam es in einigen Ländern immer wieder zu Überfällen auf Dörfer.

Im Vorfeld des Referendums sei man über mögliche Massaker der LRA besonders besorgt, sagte der Bischof. Daher seien bereits Selbstverteidigungsmilizen entstanden, die so genannten Arrow Boys (Pfeiljungen), deren einzige Waffe allerdings Pfeil und Bogen seien.

Auch in anderen Regionen fürchten sich die Menschen vor Übergriffen. Bischof Julian Daavo Mbia aus dem Nordosten der Demokratischen Republik Kongo berichtete dem Nachrichtendienst, dass vorbeugend bereits vor möglichen Angriffen der LRA gewarnt worden sei. Vor zwei Jahren sind an den Weihnachtstagen in dieser Region über 900 Menschen ums Leben gekommen, 700 wurden verschleppt.

Bischof Edward Hiiboro Kussala ist auch Gast beim “4. Internationalen Kongress Treffpunkt Weltkirche” vom 18. bis 20. März 2011 in Würzburg. Er nimmt am ersten Veranstaltungstag am Podiumsgespräch  “Afrika – das vergessene Paradies” teil und wird über die Lage in seiner Diözese berichten.

So können Sie die Menschen im Sudan unterstützen:

Radio-Tipp:  Der Sudan vor dem Referendum

Volker Niggewöhner, Moderator der Sendung “Weltkirche aktuell”.

Volker Niggewöhner, Moderator der Sendung “Weltkirche aktuell”.

Am 9. Januar stimmt die Bevölkerung im Südsudan über eine Spaltung des Landes ab. Möglicherweise spricht sich die überwiegend christliche Mehrheit für die Trennung vom mehrheitlich muslimisch geprägten Norden aus. Alle Beteiligten und die internationale Staatengemeinschaft hoffen auf ein friedliches Referendum.

Bruder Hans-Dieter Ritterbecks, ein deutscher Missionar im Südsudan, spricht am Sonntag, 2. Januar, in unserer Sendereihe “Weltkirche aktuell” über die Lage in dem afrikanischen Land vor dem Referendum. Der aus der Nähe von Aachen stammende Comboni-Missionar lebt seit fast 20 Jahren im Sudan.

Sie können die Sendung um 8 Uhr bei unseren Sendepartnern Radio Gloria, Radio Horeb, Radio Maria Österreich und Radio Maria Südtirol hören. Nach der Ausstrahlung können Sie die Sendung bei uns auch unentgeltlich auf Hör-CD bestellen, ebenso alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge. Bitte geben Sie dabei Ihre Adresse an.

KIN / S. Stein