“Mehr als ein Familienfest mit Christbaum”

Ein Impuls von Pater Werenfried van Straaten zum Weihnachtsfest

Pater Werenfried van Straaten. Foto: Balz Röthlin.

Vor zweitausend Jahren befreite Christus den Menschen von Sünde und Feindschaft mit Gott. Er versöhnte ihn mit dem himmlischen Vater. Er machte alle Menschen zu Kindern Gottes, zu Brüdern und Schwestern untereinander, und stellte so den Frieden auf Erden wieder her.

Die große Weihnachtsgnade war, dass Gott vom Menschen wieder sagen konnte: “Dies ist Mein geliebter Sohn, an dem Ich Mein Wohlgefallen habe.” Dieser neue Mensch, Jesus Christus, war der Erstgeborene des neuen Gottesvolkes, das dem Vater in Frieden und Freiheit dienen und darin sein Glück finden sollte.

Jetzt sind fast zweitausend Jahre vergangen, und die Menschheit steht wieder an einem Tiefpunkt des Unglücks. Nicht nur in den Ländern, in denen Christus von den Kommunisten verworfen und in den Herzen der Kinder getötet wurde, sondern auch in Gebieten, denen der Kommunismus erspart blieb, in denen aber die eigenen Jünger Christus diskreditieren und selbst die Armen Ihn verfluchen, weil Seine Herrlichkeit von allzu vielen, die Seinen Namen tragen, verdunkelt worden ist.

Niemand unter uns ist ohne Schuld. Wir alle haben im Kampf um die Liebe und Gerechtigkeit versagt. Wir alle haben uns zu wenig bemüht, den Unterdrückten und Verlassenen, den Vereinsamten in Ost und West zu zeigen, dass Jesus Christus in Seiner Kirche weiterlebt und bedingungslos auf ihrer Seite steht.

Allzu oft haben wir um eines trügerischen Vorteils willen Tyrannen und Ausbeutern lächelnd die Hand gereicht, kapitalistische oder marxistische Systeme moralisch unterstützt und dadurch viele Gläubige irregeführt und die Unterdrückten zur Verzweiflung gebracht. So hat die Kirche Glaubwürdigkeit und unser Herr Jesus Christus Kredit verloren. Nur wenn wir in Wahrheit Kirche der Armen werden, können wir diesen Schaden wiedergutmachen.

Während der Bauarbeiten der neuen Kirche.

Baustelle der neuen Kirche eines Klosters nahe der Stadt Iwano-Frankiwsk in der Ukraine.

Unser Liebeswerk für die Kirche in Not ist bemüht, den vom Kommunismus in geistiges Elend gestürzten Gläubigen beizustehen und die durch Ausbeutung, Armut und eine andauernde kirchliche Krise in ihrem Glauben bedrohte Christenheit weltweit für die Kirche zu retten und zudem, als neue Dimension unserer Tätigkeit, das Familienapostolat großzügig zu fördern.

Ohne Eure Hilfe können wir die Aufgabe nicht erfüllen. Darum bitten wir Euch, unsere Brüder und Schwestern in Not nicht nur durch eine Weihnachtsgabe, sondern auch durch das Beispiel eines unverfälschten Christentums zu ermutigen, damit endlich das Wort der Liturgie wahr werde: “Seht, der Herr wird kommen und alle Seine Heiligen mit Ihm. Und an diesem Tag wird ein großes Licht erscheinen. Halleluja, halleluja!”

Weihnachten ist mehr als ein Familienfest mit Christbaum, Kerzenlicht, Engelshaar und einem Gänsebraten auf dem Tisch. Es ist das Kommen Christi in eine kalte, dunkle, unerlöste Welt. Ohne Zweifel dürft Ihr mit der Freude der Kinder Gottes die Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus feiern.

Weihnachten ist mehr als ein Fest der Geschenke. “Es ist das Kommen Christi in eine kalte, dunkle, unerlöste Welt” (Pater Werenfried).

Es ist nichts dagegen einzuwenden, ein Festmahl anzurichten. Aber Ihr dürft das Wesentliche nicht vergessen: Dass Christus in Seiner heiligen Kirche und in jedem von uns von Neuem Mensch werden will, damit wir Seine Gestalt, Seine Güte, Sein Erbarmen, Seine Menschenliebe und Hilfsbereitschaft in die Finsternis dieser Zeit leuchten lassen.

Da Christus auf Erden nur sichtbar wird in der Gestalt derer, die Seinen Namen tragen, hängt es zu einem großen Teil von uns ab, ob dieser Name verflucht oder gesegnet wird. Er, Christus, vertraut Euch an, seine unermessliche Liebe auszustrahlen. Deshalb habe ich auf den finsteren Hintergrund des kommenden Festes, auf Unglück und Verworfenheit dieser Welt hingewiesen. Damals schon gab es die geschlossenen Herbergen, jene menschenunwürdigen Behausungen, den Stall und den Kindermord.

Christus bringt uns die Gnade, ein Stück dieser Finsternis zu vertreiben. In diesem Sinn beschließe ich meinen Brief mit dem sehnlichen Wunsch einer gnadenreichen Weihnacht für Euch alle!

Pater Werenfried van Straaten

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind als DVD oder Hör-CD unentgeltlich bei uns erhältlich.

23.Dez 2010 13:51 · aktualisiert: 29.Nov 2015 08:14
KIN / S. Stein