Dienen wie Mutter Teresa

Jamaika: Ordensgründer dient “mit Christus am Kreuz den Ärmsten der Armen”

Pater Richard Ho Lung MOP, Gründer und Generaloberer der “Missionare der Armen”.

Pater Richard Ho Lung MOP, Gründer und Generaloberer der “Missionare der Armen”.

Pater Richard Ho Lung ist über siebzig, schlank, glatzköpfig, mit asiatischen Gesichtszügen. Der jamaikanische Priester und Jesuit erlebte in den Siebziger Jahren das Elend unter den Armen in der Landeshauptstadt Kingston.

Gott berief ihn dazu, seine Tätigkeit als Gemeindepfarrer aufzugeben, in die Fußstapfen Christi zu treten und den Ärmsten der Armen zu dienen. 1981 verließ er den Jesuitenorden und gründete einen eigenen: die “Missionaries of the Poor” (“Missionare der Armen”).

Auf Jamaika kümmern sich die “Missionare der Armen” um Mittel- und Obdachlose, Kranke, Häftlinge und junge Mütter. Sie erklären ihre Berufung wie folgt: “Unsere Spiritualität ist es, vereint zu sein mit Christus am Kreuz, wenn wir den Geringsten unserer Brüder und Schwestern und einander dienen. Wir wollen unserem leidenden und gekreuzigten Herrn fröhlich dienen, weil er uns in den Armen erscheint, wissend, dass er uns durch das Kreuz ewiges Leben erlangt hat.”

Wegen dieser Ausrichtung trägt Pater Ho Lung den Spitznamen “Mutter Teresa Jamaikas”. Mutter Teresa von Kalkutta hat 1986 ihn und seinen jungen Orden in Jamaika besucht. Heute gehören über 500 Brüder zu den “Missionaren der Armen”, die neben Jamaika auch in Indien, Philippinen, Haiti, Uganda, Kenia und den USA vertreten sind. Derzeit bauen sie eine neue Mission in Indonesien auf.

Mitbrüder des Ordens der “Missionare der Armen” in Kingston.

Mitbrüder des Ordens der “Missionare der Armen” in Kingston.

Eine neuere Initiative des Ordens ist das “Projekt der Unschuldigen Kinder”. Auf Jamaika gehören junge Mütter aus armen Verhältnissen, deren Kinder bereits geboren sind oder die vor der Niederkunft stehen, zu den Schwächsten der Gesellschaft.

Häufig wurden sie zur Abtreibung gedrängt und allein gelassen, als sie sich für das Kind entschieden. Sie verfügen weder über einen gesicherten Lebensunterhalt, noch haben sie eine Ausbildung oder die Möglichkeit, eine solche aufzunehmen, weil sie niemand bei der Sorge für das Kind entlastet.

Um der Not der jungen Mütter zu begegnen, haben die “Missionare der Armen” in Kingston mit dem Bau eines Hauses begonnen.

Das “Zentrum der Unschuldigen Kinder”

Das “Zentrum der Unschuldigen Kinder” bietet Schutz und Pflege für Frauen und ihre Babys. Der Name weist auf das “Fest der Unschuldigen Kinder” am 28. Dezember hin, bei dem die Kirche des Kindermordes von Bethlehem gedenkt, der von Herodes angeordnet wurde, um das Kind Jesus zu töten. Das Ziel des Hauses ist es, das Leben der Kleinen zu retten.

Ein Mitbruder der “Missionare der Armen” im Dienst an einem Kranken.

Ein Mitbruder der “Missionare der Armen” im Dienst an einem Kranken.

Spätestens im März 2011 soll das “Zentrum der Unschuldigen Kinder” fertig werden und 200 Babys oder Kleinkindern und ihren Müttern sowie Schwangeren Platz bieten. Die Initiatoren verstehen das Projekt als Antwort auf die weit verbreitete Praxis, Frauen zur Tötung ihres Kindes zu drängen.

“Abtreibung löst keine Probleme. In keinem Land, in dem sie legalisiert wurde, ist das der Fall”, so Pater Richard Ho Lung gegenüber KIRCHE IN NOT.

Für das Projekt wurde dem Orden ein großes Grundstück mit zwei halb verfallenen Gebäuden überlassen. Das Gelände liegt in der Nähe des Stadtzentrums von Kingston am so genannten West Heroes Circle. Spenden wurden gesammelt, Hilfswerke um Unterstützung gebeten.

Im Januar 2010 konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden. Inzwischen sind sie weit fortgeschritten. Der gesamte Komplex wird eine große Kapelle, Aufenthalts-, Unterrichts- und Schlafräume sowie Büros, Küche, Esszimmer und sanitäre Anlagen umfassen. Ein Innenhof mit Garten ist ebenfalls geplant.

Platz für zwanzig schwangere Frauen gleichzeitig

Das Haus kann 20 Schwangere gleichzeitig aufnehmen und versorgen. Die Ernährung von Kleinkindern ist garantiert. Für die laufenden Kosten kann der Orden auch mit staatlichen Geldern rechnen. Neben Unterkunft, Verpflegung und ärztlicher Betreuung sind Bildung und Erziehung sowie Glaubensunterweisung und Gebet wichtige Anliegen der “Missionare der Armen”.

Die Hauskapelle, dessen Bau KIRCHE IN NOT maßgeblich fördert, steht auf Wunsch der Brüder und Priester aber nicht nur den Hausbewohnern, sondern auch den Nachbarn sowie anderen Orden und geistlichen Gemeinschaften für Gebetstreffen und Seminare zur Verfügung. Ein kleiner Glockenturm soll ebenfalls errichtet werden.

Erleben Sie Pater Ho Lung auf unserem Kongress in Würzburg

Den Ordensgründer und Generaloberen können Sie auf unserem Kongress “Treffpunkt Weltkirche” erleben, der von Freitag, den 18. bis Sonntag, den 20. März 2011 in Würzburg stattfinden wird. Am ersten Abend wird Pater Ho Lung mit auf dem Lateinamerika-Podium sitzen.

Karten für den Kongress erhalten Sie in unserem Bestelldienst oder in unserem Büro in München:

KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888 – 0
Fax: 089 / 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

28.Dez 2010 10:16 · aktualisiert: 4.Jan 2011 14:42
KIN / T. Waitzmann