Der Halt inmitten von Trümmern

KIRCHE IN NOT hilft beim Wiederaufbau des Priesterseminars in Port-au-Prince

Kruzifix inmitten von Trümmern einer vom Erdbeben zerstörten Kirche.

Am 12. Januar 2010 bebte im Karibikstaat Haiti die Erde. Es dauerte nur 35 Sekunden, doch die Auswirkungen waren und sind verheerend. Mehr als eine Viertel Million Menschen kamen ums Leben, über 1,2 Millionen Menschen wurden obdachlos. Schon kurz danach erreichten uns dramatische Augenzeugenberichte von Priestern und erschütternde Fotos von eingestürzten Gebäuden, die viele Menschen unter sich begruben.

Auch ein Jahr später sind die Schäden noch nicht beseitigt. Hunderttausende Menschen leben weiterhin in einfachen Notunterkünften. In vielen Teilen Haitis finden sich Ruinen von eingestürzten Häusern und Kirchen. Die Überreste der Kathedrale und des Präsidentenpalastes in der Hauptstadt Port-au-Prince sind bis heute mahnende Zeugnisse dieser Katastrophe.

Die Situation wurde im Laufe des vergangenen Jahres noch verschlimmert. Zum einen durch einen Wirbelsturm, der über das Land hinwegfegte; zum anderen durch den Ausbruch der Cholera. Zehntausende Haitianer haben sich infiziert, mehr als 3o00 Menschen sind bereits gestorben. Dazu kommen aktuelle Berichte über vermehrte sexuelle Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen in Flüchtlingslagern.

Laut Korrespondentenberichten verläuft der Wiederaufbau im Land schleppend. In der stark zerstörten Hauptstadt Port-au-Prince gibt es nur wenige Bauarbeiten. Da es derzeit keine stabile und starke Regierung im Land gibt, halten viele Nationen versprochene Gelder zurück.

Inmitten dieses Elends ist die katholische Kirche der Halt für die Menschen in Haiti. Auch sie war und ist von dem Erdbeben betroffen. Viele Kirchen und Gemeindezentren sind eingestürzt; unter den Trümmern wurden Priester, Ordensleute und Laien begraben. Auch 31 Seminaristen waren beim Beben ums Leben gekommen.

Blick auf das zerstörte Priesterseminar in Port-au-Prince.

Das eingestürzte Priesterseminar in Port-au-Prince.

KIRCHE IN NOT hatte den Bau des Priesterseminars damals mitfinanziert und kümmert sich heute mit den Menschen vor Ort um den Wiederaufbau. Wir helfen dabei, ein Grundstück zu erwerben: für ein neues Seminar, für ein Pastoralzentrum, für erdbebensichere Gebäude. Die Bischöfe haben über drei Viertel der Summe zusammengebettelt. Unser Hilfswerk hat die restlichen 250.000 Euro zugesagt: damit die Kirche in Haiti wieder Priester bekommen kann, damit die Menschen wieder hoffen können, damit das Land wieder aufleben kann.

Dass die Hilfe von KIRCHE IN NOT bei den Menschen ankommt, sagte der Apostolische Nuntius von Haiti, Erzbischof Bernardito Auza, bei einem Besuch unserer internationalen Zentrale in Königstein im Taunus im Sommer 2010.

Er dankte damals für unsere Zusage von Hilfe beim Wiederaufbau von Kirchen, Kapellen und Seminaren sowie für die Unterstützung von Bildungs- und Erziehungsprogrammen in Haiti. “Ihr Hilfswerk unterstützt die pastoralen Dienste und leistet damit eine unverzichtbare Hilfe, weil gerade eine erneuerte, verstärkte Seelsorge die Menschen wieder aufzurichten vermag”, sagte er wörtlich.

Sehen Sie hier einen englischen Videobeitrag von KIRCHE IN NOT über die aktuelle Lage und das Engagement der katholischen Kirche in Haiti.

So können Sie die Menschen in Haiti unterstützen:

Das geschah 2010 in Haiti:

Bischöfe aus Haiti besuchten KIRCHE IN NOT:

12.Jan 2011 10:53 · aktualisiert: 16.Apr 2013 09:42
KIN / S. Stein